Mittendrin im Sport: Bewegender Abschied für Nenad Vuckovic und fünf weitere Melsunger Profis nach Sieg über Leipzig

MT-Party: Trubel, Trikots und Tränen

Im Konfettiregen: die verabschiedeten MT-Spieler (von links) Svetislav Verkic, Momir Rnic, René Villadsen, Johannes Sellin, Patrik Fahlgren und Nenad Vuckovic.

Wenn Handballer der MT Melsungen verabschiedet werden, nimmt die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke das Mikrofon in die Hand und spricht den scheidenden MT-Profis ihren großen Dank aus – garniert mit der einen oder anderen Anekdote. So macht sie es seit einer halben Ewigkeit. Und dies war auch der Plan nach dem 28:26-Heimsieg des heimischen Bundesligisten über den SC DHfK Leipzig. Sagen wir mal so: Bei Svetislav Verkic, René Villadsen, Momir Rnic, Patrik Fahlgren und Johannes Sellin gelang es Braun-Lüdicke noch, diese Herzensaufgabe zu erfüllen. Als der dienstälteste Melsunger Profi Nenad Vuckovic an der Reihe war und die Bühne auf dem Feld der Kasseler Rothenbach-Halle betrat, musste die MT-Mäzenin aber erst einmal kapitulieren.

„Das war kein normaler Abschied. Deswegen habe ich heute den Fahlgren gemacht“, sagte Braun-Lüdicke. Den Fahlgren gemacht? Ja, sie ließ – genauso wie der kühle Schwede – statt Worten vor allem Taten sprechen. Sie umarmte Vuckovic, der vor Rührung auch einige Minuten keinen Ton herausbrachte. Auch die fünf vor ihm verabschiedeten Akteure bekamen viel Beifall – doch beim 36-Jährigen klatschten die Fans noch etwas lauter. Die MT-Anhänger hatten dem ehemaligen Kapitän zu Ehren sogar ein Transparent mit dem Trikot des Vollbluthandballers über der Stehplatztribüne aufgehängt. Seit neuneinhalb Jahren ist Vuckovic in Nordhessen. „Melsungen ist meine zweite Heimat“, sagte er unter dem Applaus der 4300 Zuschauer.

Kaum ein Fan hatte die Halle vorzeitig verlassen, als Braun-Lüdicke, Manager Axel Geerken und die Fanclubs MT-Trommler, Bartenwetzer und Supporters Kassel Geschenke verteilten. Bevor jeder Spieler an den Tänzerinnen der Dance Devils aus Melsungen vorbei auf das Feld lief, wurden auf der Leinwand kurze Filmachen eingespielt: Teamkollegen erzählten Geschichten aus der gemeinsamen Zeit. Die Idee dazu hatte Christine Höhmann vom MT-Marketing. Gedreht wurde zu Hause bei Linksaußen Michael Allendorf auf dem Balkon. „Da muss es gute Outtakes gegeben haben“, erklärte Allendorf.

Aber auch wenn einiges von dem Videomaterial nicht zu sehen war, so gab es viel zu lachen für die Zuschauer. Zu Villadsen fiel Kapitän Michael Müller folgende Anekdote ein: „Als Villi innerhalb Melsungens umzog, sollten wir ihm helfen. Es würde etwa eine Stunde dauern. Dann war die Garage voll, Johannes Golla war, glaube ich, vier Stunden dort.“ Der Niederländer Jeffrey Boomhouwer sagte zu Johannes Sellin: „Jojo hatte bei den Auswärtsspielen die Playstation immer dabei, seine Trainingsschuhe aber manchmal nicht.“

Kapitän Müller erinnerte sich zudem daran, wie ihm sein ehemaliger Zimmerkollege Vuckovic regelmäßig mit Zahnpasta aushelfen musste. Wie er sich dafür revanchierte, ist nicht bekannt. Aber vielleicht hatte er am Sonntag ein paar Taschentücher dabei. Die konnte er gut gebrauchen.

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