MT-Physiotherapeutin hat in englischen Wochen noch mehr zu tun

Der Eindruck täuscht: Melsungens Physiotherapeutin Jenny Bajerke (rechts, hier mit Torwart Johan Sjöstrand) hat oft alle Hände voll zu tun. Foto: Schachtschneider

Kassel. Am vergangenen Mittwoch waren sie zum Bundesliga-Schlager in Berlin. Am Samstag ging es nach Hannover.

Und bevor die Handballer der MT Melsungen am Samstag ein Heimspiel gegen den Bergischen HC bestreiten müssen, steht am Mittwoch ab 19 Uhr noch das Pokal-Viertelfinale bei der SG Flensburg-Handewitt auf dem Programm. Es ist für die MT die Zeit der englischen Wochen.

Das heißt: Für die Melsunger Profis ist die Belastung besonders hoch. Aber es heißt auch: Viel Arbeit für Jennifer Bajerke, die Physiotherapeutin des Teams. „Der Behandlungsbedarf steigt“, sagt die 28-Jährige, „ich habe praktisch jeden Tag für die Mannschaft gut zu tun.“

Grund genug, Jenny Bajerke mal etwas näher vorzustellen.

Der Einstieg

Ihren ersten Einsatz für den Klub hatte die gebürtige Schwarzwälderin bereits zu einer Zeit, als Savas Karipidis noch für die Nordhessen die rechte Außenbahn rauf und runter lief. Während eines Trainingslagers im Robinson Club auf Fuerteventura musste Melsungen auf den damaligen Physiotherapeuten Niko Siebert verzichten. So fragte Trainer Michael Roth im Club nach, ob kurzfristig Unterstützung zu bekommen sei. Umso wichtiger war das, als sich Linksaußen Michael Allendorf beim Training den Nacken verrenkte. Jenny Bajerke half – und Roth speicherte ihren Namen ab. Während der Saison 2014/15 kam sie zur MT – zunächst als Mitarbeiterin von Partner Rehamed. Seit Januar 2015 ist sie ausschließlich für die MT tätig.

Die Tätigkeit

Bajerke versorgt die Handballer, wenn sie sich während einer Partie verletzen. Sie legt ihnen Tapes an. Sie muss die Akteure so oft es geht massieren. „Wenn man am Tag mehr Kontakt mit den Spielern hat als mit seinem privaten Umfeld, dann baut man schon eine andere Beziehung auf“, erklärt die 28-Jährige. Sie ist auch ein bisschen so etwas wie ein Kummerkasten für das Team. Sie leidet mit. Roth nennt sie nicht umsonst einen „guten Geist“.

Nach der Ankunft heute im Hotel in Schleswig-Holstein muss sie bis Mitternacht noch einige Schichten schieben. Vor allem die Dauerbrenner Michael und Philipp Müller, Johannes Sellin sowie Felix Danner werden Massagen für Schulter, Hüfte und Knie erhalten. Vieles geschieht in Absprache mit den Teamärzten Dr. Bernd Sostmann und Dr. Gerd Rauch sowie weiteren Spezialisten – wie etwa dem Kasseler Kardiologen Dr. Karl-Friedrich Appel.

Der Pokal

An diesen DHB-Wettbewerb hat Bajerke durchaus gute Erinnnerungen. Denn 2014, kurz nach ihrem Start bei der MT, war sie für Melsungen beim Final Four in Hamburg dabei. Gern würde sie das auch in dieser Saison erleben. Allerdings weiß sie auch, was die Truppe heute an der Förde erwartet: „Wir hätten uns alle einen anderen Gegner gewünscht.“

Das Privatleben

Ihre Heimat ist der Ort Hardt in Baden-Württemberg – etwa 40 Autominuten vom Bundesliga-Standort Balingen-Weilstetten entfernt. Dort hat Bajerke, die als Krankenschwester begann, sich dann zur Physiotherapeutin ausbilden ließ und ein Studium zur Osteopathie aufgenommen hat, das Bezirksliga-Fußballteam betreut. Auf Fuerteventura musste sie sich hin und wieder um ein paar Tennisspieler kümmern, die MT ist aber ihre erste Profimannschaft. „Ich wollte immer in den Sportbereich“, erklärt die Schwarzwälderin. In ihrer knappen Freizeit geht die ledige 28-jährige Bajerke dreimal pro Woche zum Crossfit. In diesen Tagen hat sie dafür allerdings nicht so oft Gelegenheit. Es sind englische Wochen.

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