Handball

Ein Jahr nach dem Debakel: MT Melsungen feiert 25:23-Sieg in Balingen

Handball, HBW Balingen-weilstetten - MT Melsungen 23:25. Über weite Strecken ein fantastischer Rückhalt: Torwart Silvio Heinevetter.
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Über weite Strecken ein fantastischer Rückhalt: Silvio Heinevetter.

Es geht also auch in Balingen. Ein Jahr nach dem Debakel in der Sparkassen-Arena erkämpften sich die Handballer der MT Melsungen diesmal einen 25:23 (12:11)-Sieg zum Start in die neue Bundesliga-Saison.

Aktualisiert um 20.30 Uhr

Balingen – Vor 500 zugelassenen Zuschauern war es spannend bis in die letzte Minute. Erst fünf Sekunden vor Schluss machte Julius Kühn mit seinem sechsten Treffer alles klar – und den gelungenen Auftakt in die neue Saison perfekt.

Mit der Schlusssekunde sprang Torwart-Neuzugang Silvio Heinevetter seinem Kollegen Nebojsa Simic in die Arme, und ihre Kollegen skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Und in der Kabine ging es weiter: „Da ist die Hölle los“, berichtete Co-Trainer Arjan Haenen.

Zwei Pflichtspiele hatten die Melsunger ja schon: im Europapokal gegen Silkeborg. Als Schnellstarter taten sie sich in diesen Partien nicht unbedingt hervor. Das sah nun in Balingen ganz anders aus. „Man hat sofort gespürt, dass wir etwas reißen wollten“, sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann später.

Torwart-Neuzugang Silvio Heinevetter nahm direkt ein paar freie Bälle weg, und im Angriff warfen Kai Häfner, Reichmann (2) und Kühn eine 4:0-Führung heraus. Da zudem Finn Lemke mit der nötigen Körpersprache die Abwehr organisierte, prägten fünf deutsche Nationalspieler die Anfangsphase.

Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Domagoj Pavlovic im Angriff die Fäden zog – und das nicht schlecht. Dass die Balinger immer weiter herankamen, hatte mehr mit einigen Umstellungen bei den Hausherren zu tun. So parierte der eingewechselte Schlussmann Mike Jensen einige Würfe spektakulär. Bis zur 15. Minute hatte es nur Paraden seines prominenten Gegenübers Heinevetter gegeben.

Dem Ex-Berliner hatten es die Melsunger auch zu verdanken, dass die Gallier von der Alb nicht ein einziges Mal im ersten Abschnitt vorn lagen. In der 25. Minute hatten die Süddeutschen durch René Zobel zum 11:11 erstmals ausgeglichen. In Überzahl, weil Reichmann bereits seine zweite Zeitstrafe aufgebrummt bekommen hatte. Doch der Linkshänder sorgte kurz darauf für das 12:11.

Wer die Entwicklung der Balinger intensiv verfolgt, der weiß aber, dass sie in der Hölle Süd nahezu unberechenbar sind. Viele MT-Anhänger werden die 23:36-Packung aus der vergangenen Saison noch nicht vergessen haben. Damals war Aggressivität für die Nordhessen ein Fremdwort. Diesmal gingen Lemke und sein neuer Nebenmann Arnar Freyr Arnarsson entschlossen zuwerke. Was Anderes hätte wohl auch Heinevetter, der starke Mann im MT-Kasten, nicht bei seinen Vorderleuten akzeptiert.

„Abwehr und Torhüter waren überragend“, stellte Trainer Gudmundur Gudmundsson fest. Melsungens Angriff stieß zwar am gegnerischen Kreis auf viel Widerstand, verteidigte den knappen Vorsprung aber dennoch ganz gut. Stefan Salgers Doppelschlag brachte das 15:13 (36.). Beim Stand von 17:17 nahm Gudmundsson seine zweite Auszeit. Nun kam Lasse Mikkelsen für Kühn im Rückraum. Der Gast geriet durch den zusehends besser werdenden Vladan Lipovina und Kreisläufer Fabian Wiederstein (45.) dennoch mit 17:19 in Rückstand. „Aber wir sind nicht in Panik verfallen“, resümierte Kapitän Lemke.

Um Lipovinas Lauf zu stoppen, rückte Simic für Heinevetter in den Kasten. Der Montenegriner kennt den Halbrechten von der Nationalmannschaft. Doch Reichmann hielt mit sehenswerten Treffern sein Team im Spiel (21:21, 52.). Längst war es ein Handball-Krimi. Kurz nach einem Klasse-Reflex von Simic ging die MT nach langer Zeit mal wieder in Führung – erst Marino Maric mit tollem Rückhand-Tor zum 23:22, dann Reichmann zum 24:22 (57.). Dazu bereinigten Kühn und Reichmann zwei Situationen am eigenen Kreis gekonnt. „Da hat man gesehen, dass wir gut eingestellt waren“, erklärte Kühn, der dann sein Team nach einem Freiwurf erlöste – 25:23.

Von Björn Mahr

Statistik

Melsungen: Heinevetter (20 GT/12 P.), Simic (3 Gegentore/3 Paraden) - Maric 2, Kühn 6, Lemke, Reichmann 9/4, Kunkel, Beekmann, Mikkelsen, Danner, Arnarsson, Pregler, Häfner 5, Salger 2, Kastening, Pavlovic 1. 

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