MT-Spieler Maric stellt Kroatien vor

Einkaufsmöglichkeiten ohne Ende: Marino Maric (kleines Bild) hat fünf Jahre lang in Zagreb gelebt und war in dieser Zeit oft genug auf der Ilica, längste Straße des Landes, spazieren. Fotos: dpa/Fischer

Kassel. Melsungens Handball-Nationalspieler Marino Maric stellt vor dem Europapokal-Spiel in Nasice seine Heimat vor.

Marino Maric

Er hat die kroatische und die bosnische Staatsbürgerschaft. Aber als er sich entscheiden musste, für welches Land er im Handball Karriere machen möchte, fiel ihm die Wahl nicht schwer. „In meiner Familie sind alle Kroaten. Und in Kroatien wird Handball besser gefördert“, erläutert Marino Maric von der MT Melsungen seinen Entschluss von einst, „da gab es nicht nur eine A-, sondern auch B- und C-Nationalmannschaft.“ Nun trifft er Samstag um 19 Uhr alte Weggefährten, wenn er mit dem Bundesligisten aus Nordhessen im EHF-Cup beim RK Nexe im kroatischen Nasice gastiert. Denn dort spielen die Ex-Kollegen Marko Mrdjenovic, Karlo Oroz und Luka Sokolic. Doch nicht nur deshalb ist der Auftritt in seiner Heimat etwas Besonderes für Nationalspieler Maric. So sieht der Kreisläufer seine Heimat.

ZUM ERHOLEN 

Mehr als 1200 Inseln zählen zu Kroatien. Nur wenige davon sind bewohnt. In der Region Dalmatien an der Ostküste der Adria sind auch einige Orte und Plätze, die bei Marino Maric hoch im Kurs stehen. Regelrecht ins Schwärmen kommt er sogar, wenn er an die 200 000-Einwohner-Hafenstadt Split denkt: „Da hast du 300 Tage im Jahr Sonne, ein warmes Klima, die Menschen erledigen die Aufgaben ganz entspannt.“

ZUM FLANIEREN 

Fünf Jahre lang lebte Maric in Zagreb. In Kroatiens Metropole lernte er seine spätere Gattin Virgilija kennen. „Alle Leute wollen dorthin. In Zagreb wird dir nie langweilig“, sagt der 24-Jährige. Selbstverständlich hält er sich außerhalb der Saison mit seiner Frau und den Kindern Carlos und Victoria gern in der Hauptstadt auf. Ihr Domizil während des Heimataufenthalts liegt nur fünf Minuten vom Zentrum entfernt. So gehört ein Bummel auf der Ilica stets dazu. Dies ist eine mehr als fünf Kilometer lange Einkaufsstraße. Zum Vergleich: Die Königsstraße in Kassel misst einen Kilometer.

ZUM HANDBALLSPIELEN 

Urlaub machen in Slawonien? „Nein“, sagt Maric schmunzelnd, „da ist nichts los.“ Die Region um die Stadt Osijek ist vor allem von der Landwirtschaft geprägt. Wer sich jedoch für Handball interessiert, der ist zumindest in Nasice richtig. „Die Leute leben dort für diesen Sport“, weiß der Kreisläufer, der mit seinem früheren Klub Zagreb einige Male auf den in diesem Ort beheimateten RK Nexe traf.

Neben Abonnementmeister Zagreb genießt in Kroatien auch der RK Metkovic einen hervorragenden Ruf. Aus diesem Verein stammen etwa der Ex-Melsunger Schlussmann Mario Kelentric sowie die Superstars Ivano Balic, Petar Metlicic und Davor Dominikovic.

ZUM WOHLFÜHLEN 

Marics Wurzeln liegen in Mostar, auf dem Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina. Mutter und Vater sind Kroaten. In der Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern ging er zur Schule, das Handball-Einmaleins erlernte er bei HSK Zrinjski. An der Hochschule seiner Heimatstadt ist er als Student eingeschrieben. Seine Schwerpunkte: Tourismus und Umwelt. „Später möchte ich an einem Ort mit viel Grün und einem Fluss leben, in etwa so wie Melsungen“, betont Maric. Durch Mostar fließt die Neretva. Das Wahrzeichen ist die Brücke Stari Most. Im Sommer zeigt das Thermometer schon mal Temperaturen von mehr als 45 Grad an, im Winter sind es eher acht, neun Grad. Nicht weit entfernt kann man dann Skifahren.

Von Björn Mahr

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