Das Kampfgewicht ist wieder nah

MT-Torhüter Johan Sjöstrand hat sich vom Maltafieber erholt

Hier hütete er noch für Kiel das Tor: Johan Sjöstrand beim Spiel der vergangenen Saison in Kassel. Von nun an ist der Torhüter für die MT Melsungen aktiv. Foto: Fischer

Melsungen. Die Entwarnung zuerst: Johan Sjöstrand, der neue Torwart des heimischen Handball-Bundesligisten MT Melsungen, hat wieder zugenommen. Zehn Kilogramm in nur sechs Wochen.

„Ich habe so viel wie möglich gegessen“, beschreibt der 28-Jährige seine Hauptbeschäftigung der letzten Zeit. Zum Speiseplan gehörten auch Pizza, Kebap und Pasta, was dessen strikte Einhaltung erträglicher machte.

Dem voraus ging eine zunächst unerklärliche, unfreiwillige Abmagerungskur nach der Weltmeisterschaft in Katar Anfang 2015. Dort hatte sich der Schwede mit Bakterien infiziert, die das seltene und spät diagnostizierte Maltafieber mit entsprechenden Symptomen – 40 Grad Fieber, Durchfall, Erschöpfung, Schwund der Muskulatur – auslösten. Ebenso wie Befürchtungen seines neuen Arbeitgebers, die Sjöstrand nun zerstreuen kann: „Zum Saisonstart bin ich topfit. Auch das Gefühl für die Bälle kommt schon wieder zurück.“

Immerhin hat Sjöstrand seit März kein Spiel mehr bestritten. Was seinem Ruf als „einem der besten Torhüter der Welt“ (MT-Trainer Roth) nichts anhaben kann. Schließlich kommt der Blondschopf vom Top-Klub THW Kiel, wohin er 2013 vom dänischen Erstligisten Alborg Handbold gewechselt war und wo er sich spätestens im zweiten Jahr als Nummer eins durchsetzte. Schließlich holte der Schlussmann dem FC Barcelona zweimal die spanische Meisterschaft (2011 und 2012) und einmal die Champions-League (2011). Schließlich bildet er zusammen mit Weltklasse-Mann Andersson das Torwart-duo der schwedischen Nationalmannschaft.

Eine Vita, die den Wechsel zur MT eher als persönlichen Abstieg erscheinen lässt. „Nein, nein“, wiegelt Sjöstrand ab, „sicherlich komme ich von einem Spitzenklub, doch nun will ich helfen, dass auch Melsungen ein solcher wird. Das Zeug hat die Mannschaft dazu.“ Für den Pferdeliebhaber eine „äußerst reizvolle Herausforderung“. Dazu kam das Gefühl, „dass mich der Verein unbedingt wollte.“ Wie etwa sein neuer Trainer. „Johan passt richtig gut zu uns. Er ist ein explosiver Torwart, der sehr gut mit seinen Vorderleuten kooperieren kann“, sagt Michael Roth über seine neue Nummer eins.

Der tritt als Nachfolger von Publikumsliebling Mikael Appelgren kein einfaches Erbe an. Was für ihn aber keine Bürde, sondern eher eine „zusätzliche Motivation“ ist: „Ich weiß, dass ich der Mannschaft weiter helfen kann.“ Das klingt mittlerweile wieder überzeugend. Jetzt, wo er sein Kampfgewicht fast erreicht hat.

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