In entscheidender Spielphase da

MT-Torwart Sjöstrand wehrte in Ludwigshafen viele wichtige Bälle ab

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Gefühlsausbruch: Melsungens Schlussmann Johan Sjöstrand bejubelt eine gelungene Aktion. 

Kassel. Sieben Gegentore in Folge – Mitte der zweiten Halbzeit verspielten die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen innerhalb von sechs Minuten ihren komfortablen Rückstand.

Eine knappe Viertelstunde vor Schluss kassierten sie bei den Eulen Ludwigshafen den 24:24-Ausgleich. „Doch dann hat Johan richtig losgelegt“, erklärte MT-Torwarttrainer Mile Malesevic stolz. Und tatsächlich war es der Schwede Johan Sjöstrand, der das Team mit etlichen Paraden zum verdienten 31:27-Auswärtserfolg führte.

In der 48. Minute parierte der Routinier gegen Azat Valiullin, kurz darauf wehrte er einen Wurf von Denni Dzojic ab (49.). In diesem Tempo ging es weiter. Durch Sjöstrands Glanztaten kam der Gast zu leichten Ballgewinnen, die Michael Allendorf, Arjan Haenen und Co. zu Kontertoren nutzten. Prächtig waren auch seine Reflexe gegen Valiulin (56.), Alexander Falk (58.) und Dzojic (59.) in der Schlussphase. „Meine gute Leistung hat mich selbst nicht überrascht. Ich fühle mich seit Wochen sehr gut“, sagte Sjöstrand nach der Partie. Zuvor war wochenlang nach jeder Trainingseinheit das linke Knie angeschwollen. Und jetzt? „Jetzt habe ich keine Probleme mehr.“

Es war auch wichtig, dass er zu großer Form auflief. Denn Nebojsa Simic, noch am vergangenen Sonntag beim 32:21 gegen Erlangen gefeiert, hatte bis zu seiner Auswechselung nach 20 Minuten lediglich zwei Bälle pariert.

Allerdings war es auch kein einfaches Spiel für die Torleute. Die Hausherren bekamen insgesamt zwölf (!) Siebenmeter zugesprochen. Bis auf einen verwandelte der nur 1,75 m große Djozic. „Wenn aus dem Spiel nicht viel auf dich zukommt und du ständig Strafwürfe gegen dich hast, ist es schwer, in den Rhythmus zu finden“, erläutert Sjöstrand. Zumindest einen Siebenmeter entschärfte der 31-Jährige im ersten Durchgang.

„Bis zur 40. Minute haben wir relativ viel richtig gemacht“, befand MT-Coach Heiko Grimm. Zur Pause hatten sich die Melsunger vorgenommen, die Geschwindigkeit zu erhöhen – und erwischten einen guten Start in die zweite Hälfte. Bis zum 24:17. „Dann haben wir uns zu sicher gefühlt und zu früh das Tempo herausgenommen“, kritisierte Grimm. Dennoch blieb der Coach ruhig, weil er wusste, dass sein Team genügend sportliche Lösungen parat hatte. Und er hatte vollstes Vertrauen in Sjöstrand.

„Phasenweise haben wir richtig gut gespielt“, fasste der Skandinavier seine Eindrücke zusammen. Daran wollen er und seine Kollegen am nächsten Donnerstag anknüpfen, wenn es für die Melsunger wieder in die Region an Rhein und Neckar geht. Dann gastieren sie ab 19 Uhr bei den Rhein-Neckar Löwen und möchten auch beim Titelfavoriten ihre kleine Erfolgsserie fortsetzen.

Während der Wettkampfpause Anfang Mai wurde jeder MT-Spieler vertraulich um eine Zielsetzung für die restlichen fünf Partien gebeten. Dabei kam ein Schnitt von 6,2 Zählern heraus. Vier Punkte haben die Melsunger mittlerweile geholt. Nach der Partie in der Mannheimer SAP-Arena warten noch das schwere Heimspiel am 27. Juni an 12.30 Uhr (Rothenbach-Halle Kassel) gegen die Füchse Berlin und der Auftritt in Magdeburg am 3. Juni – da gibt’s den Rundenabschluss. „Gegen bessere Mannschaften tun wir uns immer leichter“, meint Sjöstrand.

Gegen die Löwen ist er noch ein Stück mehr motiviert als ohnehin. Auf der Gegenseite stehen mit Mikael Appelgren und Andreas Palicka zwei Landsleute und gute Freunde zwischen den Pfosten. „In so einem Spiel“, betont Sjöstrand schmunzelnd, „will ich natürlich einiges zeigen.“

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