Testspiel gegen Grimms ehemaliges Team

Handball-Bundesligist Melsungen trainiert in Luzern für neue Saison

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Ein Anlaufpunkt für Touristen: die Kapellbrücke in Luzern. Archivfoto: Karsten Socher/nh

Die MT Melsungen hat in Esslingen die Vorbereitung auf die neue Saison in der Handball-Bundesliga (HBL) fortgesetzt. Unser Redakteur Björn Mahr berichtet exklusiv vom Auftakt der Nordhessen in Schwaben.

MT-Handballer Felix Danner hat einen guten Grund, um sich auf die Weiterfahrt aus Esslingen in die Schweiz zu freuen. In Aarau, nicht weit vom Melsunger Trainingsort Luzern entfernt, lebt einer seiner besten Freunde: Misha Kaufmann war einst sein Teamkollege bei Köndringen/Teningen. Ein Wiedersehen ist geplant.

Gleich mehrere gute Gründe hat Danners Mannschaftskamerad Timm Schneider. In Luzern leben seine Schwiegereltern, seine Frau Mona wird auch extra aus Kassel an den Vierwaldstättersee kommen – und in Luzern kennt er sich dank mehrerer Reisen recht gut aus.

Doch für ein Mitglied der Bundesliga-Mannschaft wird das dreitägige Gastspiel in der Kantonsstadt besonders emotional: Coach Heiko Grimm war viereinhalb Jahre Trainer bei Kriens-Luzern, ehe der gebürtige Miltenberger im vergangenen Dezember wegen eines Angebots aus Melsungen seine Schweizer Wahlheimat vorzeitig verließ. Zudem: Vor fast genau einem Jahr hat Grimm seine Frau Caroline in der Gemeinde Kriens geheiratet. „Ich freue mich auf viele alte Bekannte“, sagt der 40-Jährige, „wir sind im Guten auseinandergegangen.“

Am Freitag ab 19 Uhr steht für die MT-Profis schließlich auch ein Testspiel gegen Grimms ehemaliges Team an. Wir blicken auf den zweiten Teil der Melsunger Trainingswoche und ziehen eine Zwischenbilanz der Esslinger Übungstage:

Der Anziehungspunkt

Heiko Grimm

Luzern ist vor allem wegen der 204 Meter langen Kapellbrücke berühmt, die die Alt- mit der Neustadt verbindet. „Ich könnte den Spielern sofort zehn, elf Orte zeigen, an die ich besondere Erinnerungen habe“, erklärt Grimm. „Ich weiß aber nicht, ob die Jungs da noch Lust darauf haben.“

Wie schon in Esslingen wird hart in den Bereichen Athletik und Ausdauer gearbeitet. Da das Mannschaftshotel Cascada direkt im Zentrum Luzerns liegt, besteht auf jeden Fall die Gelegenheit, einen Kaffee mit Blick auf den See zu trinken.

Die Abwechslung

Julius Kühn

Sofern das Wetter mitspielt, geht es für die Melsunger Profis am Samstagnachmittag zum Rafting. Eine solche Wildwassertour hat Julius Kühn gerade erst hinter sich – während der Japan-Reise der deutschen Nationalmannschaft im Juni stürzten sich er und seine Teamkollegen in Schlauchbooten reißende Flüssen hinunter. „Das ist eine coole Aktion. Ich mag es, wenn Adrenalin im Spiel ist“, erklärt der Melsunger Torjäger voller Vorfreude. Im Anschluss wird es ein Apero geben – ein gesellschaftlicher Brauch der Schweizer, bei dem in entspannter Atmosphäre Lachshäppchen und anderes Fingerfood gegessen werden.

Der Auftritt

Beide Mannschaften stecken mitten in der Saisonvorbereitung. „Ich möchte dennoch auch schon das eine oder andere taktische Element aus der Trainingsarbeit umgesetzt sehen“, betont Grimm vor dem Duell mit Kriens. Nach der Rückkehr nach Deutschland gibt es am Sonntag ab 17 Uhr noch einen freundschaftlichen Vergleich beim hessischen Oberligisten Büttelborn.

Die Arbeit

Anstrengend sei es, sagt Melsungens Regisseur Lasse Mikkelsen nach den ersten Einheiten in Esslingen, „aber genau so muss es eben auch sein.“ Fast jeden Tag lassen Grimm, sein Assistent Arjan Haenen und Fitnesscoach Florian Sölter die Spieler zu diversen Trainingsmaßnahmen antreten. Mikkelsen muss sich dabei nicht intensiver um Neuzugang Simon Birkefeldt kümmern. Sein dänischer Landsmann hat vor der Saison schon Deutsch gepaukt, ist voll akzeptiert und recht gut integriert.

Auch die beiden anderen Neuen Domagoj Pavlovic und Yves Kunkel bringen sich voll ein. „Alle drei verstehen schon genau, was sie machen sollen“, erklärt Julius Kühn, „sie werden uns in der neuen Saison guttun.“

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