MT Melsungen

Interview: Felix Danner über seine Einsätze in der Nationalmannschaft

Dynamisch: MT-Spieler Felix Danner war zuletzt für die Nationalmannschaft im Einsatz. Foto: Jörg Hagemann/nh

Melsungen. Für Felix Danner, den Kreisläufer des heimischen Handball-Bundesligisten MT Melsungen, war‘s ein „tolles Erlebnis“, aber auch eine „kleine Enttäuschung“. Er kam in beiden Spielen jeweils zu einem Kurzeinsatz.

Die beiden Qualifikationsspiele zur Handbal-Europameisterschaft gegen Montenegro und in Israel lässt der Nationalspieler im Interview Revue passieren. 

Herr Danner, ein Sieg und eine Niederlage in der EM-Qualifikation. Wie fällt Ihre Bilanz nach diesen beiden Spielen innerhalb von vier Tagen aus?

Felix Danner: Das war natürlich nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Der Anspruch einer deutschen Nationalmannschaft sollte schon sein, beide Spiele zu gewinnen.

Die Enttäuschung nach der Heimschlappe gegen Montenegro war in der Tat groß. Woran lag‘s?

Danner: Wir sind relativ schlecht ins Spiel gekommen, haben einige freie Bälle verworfen und sind so von Anfang an einem Rückstand hinterher gelaufen. Montenegro hat clever gespielt und seine Tore gemacht, sodass wir immer nervöser geworden sind. Unsere Abwehr stand auch nicht wie gewünscht.

Der Bundestrainer kritisierte besonders deren fehlende Stabilität. Was lief da schief?

Danner: Unserer Defensive fehlte in der Tat die Kompaktheit. Die Spieler standen zu oft allein, und das ist für eine 6:0-Deckung verhängnisvoll. Außerdem haben wir die Zweikämpfe nicht gewonnen, kamen dabei oft einen Schritt zu spät oder haben schlecht antizipiert.

Wie sehen Sie nun die Chancen der deutschen Nationalmannschaft auf die EM-Qualifikation?

Danner: Jetzt zählen nur noch Siege. Montenegro ist mit einem Bein dabei, sodass wir uns ganz auf Tschechien konzentrieren müssen. Das werden zwei ganz, ganz wichtige Spiele.

Wie schätzen Sie die Perspektiven des DHB-Teams mittelfristig ein? Wann kann es bei internationalen Turnieren wieder um Medaillen spielen? Vielleicht schon bei der kommenden Weltmeisterschaft in Spanien?

Danner: Die Mannschaft ist gut und wird mit Holger Glandorf und Lars Kaufmann noch an Qualität gewinnen. Natürlich haben wir nicht solch überragende Einzelspieler wie Frankreich oder Dänemark, dafür aber einen Kader von 14 fast gleichwertigen Spielern. Diesen Vorteil müssen wir in die Waagschale werfen. Dazu fehlt uns im Moment noch das Selbstvertrauen, doch wenn’s mal läuft, dann können wir auch mal wieder oben anklopfen. Vielleicht schon in Spanien.

Wie sind Ihre Chancen dabei zu sein?

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Danner: 50 zu 50, daran hat sich nicht viel geändert. Natürlich hätte ich gerne etwas mehr Spielanteile gehabt, aber ich bin ja noch nicht lange dabei. Also muss ich mich wohl erstmal hinten anstellen, um dann etwas mehr spielen zu können.

Was nehmen Sie aus ihrem dritten und vierten A-Länderspiel persönlich in den Ligaalltag mit Melsungen mit?

Danner: Ein paar interessante Spielzüge, die uns auch in Melsungen weiter helfen könnten. Ansonsten werde ich im Verein weiter Gas geben, um mich für die kommenden Länderspiele zu empfehlen.

Für die MT stehen nun zwei Heimspiele gegen Minden am kommenden Samstag und Göppingen sowie das Gastspiel beim Schlusslicht auf dem Programm. Sind da sechs Punkte fest eingeplant?

Danner: Ja, natürlich wollen wir diese drei Partien gewinnen. Das sind machbare Aufgaben, wenn wir denn unsere Leistung abrufen.

Zur Person: Felix Danner ist 27 Jahre alt (geboren am 24. Juli 1985 in Freiburg. Er kam 2009 vom Handball-Zweitligisten HR Ortenau zur MT Melsungen. Zuvor spielter er für SV Kappel, SG Köndringen/Teningen und TV Willstädt. Der Melsunger Kreisläufer und Abwehrstratege absolvierte nun seine Länderspiele drei und vier. Er ist verheiratet und seit diesem Jahr Vater einer Tochter.

Von Ralf Ohm

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