Michael Müller fällt zwei Monate aus

MT Melsungen muss auf Müllers verzichten: Zwillinge teilen auch das Pech

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Jetzt sind beide verletzt: Die Melsunger Philipp Müller (links) und Michael Müller fehlen der MT in den kommenden Wochen. Dieses Foto entstand in der vergangenen Saison während des EHF-Cup-Spiels gegen Saint-Raphael Var.

Kassel. Wenn es einem Zwilling schlecht geht, dann spürt der andere das auch. Das ist nicht wissenschaftlich bewiesen, aber im Volksmund hinlänglich bekannt. Nach der Verletzung von Philipp Müller hat sich nun auch Bruder Michael verletzt.

Der Handball-Bundesligist MT Melsungen hat mit seinen Zwillingen im Team nun auch eine schmerzliche Erfahrung gemacht. Nachdem sich Philipp Müller im ersten Heimspiel gegen Gummersbach eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen hatte, erwischte es jetzt seinen Bruder Michael. Außenknöchelbruch. Zwei Monate Pause.

Die beiden Rückraumspieler und Abwehrstützen waren gestern nicht zu erreichen, Trainer Michael Roth äußerte sich aber zu dem neuerlichen Rückschlag. „Das ist für uns ein Schock. Gerade jetzt in der Anfangsphase der Saison“, sagt der Coach. „Michael ist unser Kapitän und gar nicht wegzudenken. Das ist extrem bitter.“

Beide hatten einen Unfall

„Beide hatten einen Unfall: der eine im Spiel, der andere außerhalb des Spielfelds“, sagt Roth. Denn Michael Müller verletzte sich nicht etwa im Training, er hatte einen Unfall mit einem Motorroller in Kassel. „Er hat erst gedacht, dass es nicht schlimmer ist, dann aber Schmerzen im Fuß gehabt und ist zum Arzt gegangen“, sagt Roth. Da kam die ernüchternde Diagnose. Außenknöchelbruch mit einer geringen Verschiebung - so Teamarzt Dr. Gerd Rauch. „Das stimmt mich mehr als traurig. Klar, ich habe möglicherweise Glück im Unglück gehabt, aber das ist momentan ein schwacher Trost“, hatte Michael Müller in einer ersten Stellungnahme am Dienstagabend verlauten lassen.

Nicht nur mit Blick auf das Duell der Melsunger am Sonntag in der Kasseler Rothenbachhalle gegen den THW Kiel (12.30 Uhr) bedeutet das für den Rest des Teams: Alle sind nun mehr denn je gefordert. Denn: „Die Müllers sind sehr emotionale Spieler. Jetzt müssen sich andere zeigen. Es sind Ausfälle, die uns extrem treffen, weil die beiden eingespielt sind. Aber wir müssen das jetzt annehmen und nach vorn schauen“, sagt der Trainer.

Danner fehlt ebenfalls verletzt

Neben den Müllers fehlen Roth aber auch noch weitere Stützen. Felix Danner verletzte sich beim Sieg gegen Hüttenberg am vergangenen Wochenende. „Sein Knöchel ist immer noch dick. Ich weiß nicht, ob er am Wochenende spielen kann“, sagt der 55-Jährige.

Kurios: Hatten Außenstehende zu Beginn der Saison den Eindruck, die MT sei im Mittelblock und Rückraum fast überbesetzt, zahlt sich nun der breite Kader aus. „Wir hatten sieben Rückraumspieler, jetzt sind es noch fünf. Für den Mittelblock habe ich noch Finn Lemke und Johannes Golla. Und Lemke hat auch Rückenprobleme“, sagt Roth.

Auf die Müllers muss der Handball-Bundesligist aber definitiv länger verzichten. „Das wird gewöhnungsbedürftig“, sagt der Trainer. Er deutet aber auch an, dass er schon andere Ideen im Kopf hat, um die Ausfälle aufzufangen. Dener Jaanimaa spielt da eine Rolle. Auch ein Rechtshänder im rechten Rückraum sei vorstellbar.

Die Müller-Zwillingen sind erst einmal zum Zuschauen verdammt. Und damit teilen die 32-Jährigen neben vielen anderen Dingen auch das Pech.

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