Nach Niederlage beim EHF-Cup in Pamplona: MT Melsungen sucht Spielfluss

+
Verwunderte Blicke: Der dänische Unparteiische (Mitte) zeigt eine Zeitstrafe an, und die MT-Bank mit (von links) Jeffrey Boomhouwer, Axel Geerken, Mile Malesevic, Dener Jaanimaa, Philipp Müller, Johannes Golla, Michael Allendorf und Michael Roth schauen überrascht zu.

Kassel/Pamplona. Die Niederlage der MT Melsungen im EHF-Cup in Pamplona hat einmal mehr die Schwäche im Angriff verdeutlicht.

So niedergeschlagen und in sich gekehrt ist Trainer Michael Roth selten zu sehen. Beim späten Abendbrot im Hotel in Pamplona nach der 22:23-Niederlage gegen Helvetia Anaitasuna im EHF-Cup sagte der Trainer der MT Melsungen: „Ich bin enttäuscht. Was wir in der Offensive zeigen, hat mit Handball nichts zu tun.“ Das ist nicht die einzige Erkenntnis nach dem Auftritt in Nordspanien. Der Handball-Bundesligist steckt in einer schwierigen Phase.

1. Es fehlt die Leichtigkeit:

An der Abwehrleistung gab es nicht viel zu meckern - 23 Gegentore in fremder Halle gehen in Ordnung. Auch die Moral stimmte. „Die Jungs wollen ja“, fasste Roth zusammen. Aber es lief einfach nicht rund. Zum einen schaffte es die MT trotz mehrfacher Balleroberung in der Deckung nicht, ihr gefürchtetes Tempospiel aufzuziehen. Zum anderen, und das ist der Knackpunkt, bekamen die Nordhessen in ihren Positionsangriff keinen Schwung. Dazu leisteten sie sich abenteuerliche Fehlpässe und technische Patzer am Fließband.

Michael Allendorf bringt es auf den Punkt: „Wir suchen unseren Spielfluss. Jeder will etwas bewegen. Doch das gesamte Angriffsspiel stockt.“ Eine Erklärung hat der Linksaußen nicht. Dabei ist der 30-Jährige ein Sinnbild für die kriselnde Offensive. In den vergangenen drei Spielen erzielte er keinen Treffer - und er warf in diesen Begegnungen nur dreimal aufs Tor. „Das sagt doch alles aus über unsere derzeitigen Probleme im Angriff“, sagt Allendorf.

Für seinen Trainer ist klar, „dass wir eine gewisse Leichtigkeit hineinbekommen müssen“, sagt Roth. Solch ein Festival an Fehlern und vergebenen Chancen sei von der Seitenlinie aus schwer zu korrigieren: „Wir stecken in einer Phase, in der nichts gelingt.“

2. Die personellen Sorgen werden nicht kleiner:

Zu allem Überfluss wachsen die personellen Sorgen. Felix Danner kam erst gar nicht mit nach Spanien - der Kreisläufer hatte sich beim Bundesliga-Spiel in Stuttgart ein Band im rechten Fußgelenk gerissen. Erst zwei Faserrisse, dann Rückenprobleme, nun die neue Verletzung - „es herrscht Chaos in meinem Körper“, sagt der Kreisläufer. Hinter seinem Einsatz am Mittwoch im Heimspiel gegen Magdeburg (20.15 Uhr) steht ein dickes Fragezeichen.

Und Danner ist nicht das einzige Sorgenkind. Marino Maric fällt nach Mittelfußbruch weiterhin aus. Somit steht für die Kreisläufer-Position nur der erst 19-jährige Johannes Golla zur Verfügung. Zudem schmerzt bei Johannes Sellin die Wade - in Pamplona saß er die erste Hälfte auf der Bank. Kapitän Michael Müller plagen Schulterprobleme, Allendorf hat eine Oberschenkel-Zerrung aus Spanien mitgebracht, und Gabor Langhans fehlt ja ohnehin.

3. Der Druck steigt:

In der Gruppe D gibt es drei Teams mit jeweils 4:2 Punkten. Der Druck steigt für die MT. Denn der Gruppenzweite ist nicht automatisch fürs Viertelfinale qualifiziert. „Wir wollen Erster werden. Das ist das Ziel“, sagt Allendorf und ergänzt: „Wenn wir in dieser Gruppe nicht vorn stehen, haben wir ohnehin nichts im Viertelfinale verloren.“ Immerhin: Von den drei ausstehenden Partien bestreitet die MT Melsungen zwei zu Hause. Und bereits am Samstag ist Anaitasuna zu Gast.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.