Fast so schnell wie beim Gegenstoß

Immer nah dran: Ein Tag mit den Handball-Reportern der HNA

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Schnell und konzentriert: die HNA-Sportredakteure Björn Mahr (links) und Robin Lipke beim Spiel der MT Melsungen gegen Meister Flensburg.

Am Sonntag ist die MT Melsungen in die neue Saison gestartet. Auch die Kollegen der Sportredaktion waren wieder mit dabei. Wir haben sie einen Tag lang begleitet.

Start der Handball-Bundesliga. Die MT Melsungen hat am Sonntag in der Kasseler Rothenbach-Halle Heimvorteil gegen den Meister aus Flensburg. Anpfiff ist um 16 Uhr. Sportredakteur Björn Mahr ist bereits eine Stunde vorher in der Arena. Sein Kollege Robin Lipke folgt wenig später.

Sie bereiten sich vor, blicken auf die Mannschaftsaufstellungen, überprüfen die Technik, sie machen sich quasi warm. Denn wenn es losgeht, müssen die Journalisten beinahe so schnell sein wie ein Handballer beim Tempogegenstoß. Das Internet mit Kassel live der HNA muss ständig bedient werden. Aktualität ist eine Grundregel, sonst gerät man ins Hintertreffen.

Der Handball in der Elite-Liga ist eine besondere Herausforderung. Alles geht rasant, Spielszenen müssen in Sekundenschnelle beurteilt werden – nicht nur von den Schiedsrichtern. Daher sind vier Augen am Spielfeldrand für die schreibende Zunft besser als zwei. „Das Spiel ist so schnell geworden, dass für uns eine Doppelbesetzung fast zwingend erforderlich ist“, sagt Björn Mahr.

Gerade das Spiel gegen die Nordlichter von der deutsch-dänischen Grenze bedeutet für die Redakteure einen heißen Tanz. Die Rothenbach-Halle ist mit 4300 Zuschauern ausverkauft, die Sommerhitze hängt drückend in der Arena, Schweißflecken machen den Hallenboden glitschig.

Sportjournalismus ist bei der schnellen Informationsübermittlung eine Königsdisziplin. Während des Wettkampfs schreibt der Journalist permanent. Dabei muss er die Gegenwart des Geschehens mit der zu erwartenden Zukunft verknüpfen. Gibt es auf der Zielgeraden noch eine Wende, bedeutet das für den Berichterstatter den massiven Ausstoß von Stresshormonen, denn er muss Textpassagen ändern.

Das ist gegen Flensburg nicht der Fall, die Sensation bleibt aus. Die Gäste ziehen davon, gewinnen verdient mit fünf Toren Vorsprung.

Ist das Handballspiel beendet, muss der Bericht so schnell wie möglich online bereitgestellt werden. „Mit dem Schlusspfiff ist die Arbeit für uns noch nicht beendet“, sagt Robin Lipke. Der Beitrag wird nachbereitet, mit aktuellen Stimmen und einer ersten Analyse. Der Artikel muss auch für die gedruckte Zeitung passend gemacht werden.

Das intensive Bundesligaspiel in der Rothenbach-Halle endet erst um 17.50 Uhr, bei subtropischen Temperaturen. Für Björn Mahr und Robin Lipke, die bereits seit dem Vormittag im Einsatz sind, geht der Arbeitsalltag aber noch weiter. Erst gegen 20 Uhr verlassen sie die Sportredaktion. Endlich Feierabend

Von Axel Welch

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