Neue Regeln im Handball: Ab Juli gibt’s die Blaue Karte

Kassel. Während der Vorbereitung auf die Handball-Saison 2016/2017 müssen sich die Bundesliga-Handballer nicht nur um die eigene Fitness kümmern. In diesem Sommer gilt es auch, sich mit einigen Regeländerungen vertraut zu machen.

Der Weltverband IHF informierte jetzt seine Mitglieder sowie die Kontinentalföderationen, dass die bereits im vergangenen November beschlossenen Regeln zum 1. Juli 2016 in Kraft treten werden.

Das heißt, dass im August bei den Olympischen Spielen, für die Europameister Deutschland bereits qualifiziert ist, nach diesen Vorgaben gespielt wird. Auch Erstligist MT Melsungen muss sich damit auseinandersetzen. Nach dem obligatorischen Schiedsrichter-Lehrgang dürften die Klubs ein Protokoll erhalten, um sich auf mögliche Neuerungen einzustellen. „Es ist gut möglich, dass wir uns dann noch einmal einen Schiedsrichter ins Training holen, der unsere Mannschaft darauf vorbereitet“, sagt MT-Manager Axel Geerken, der allerdings von einigen Änderungen noch nicht überzeugt ist. Ein Blick auf die Regeln:

1. Blaue Karte: Zukünftig kann es sein, dass ein Unparteiischer nach einem Roten noch einen Blauen Karton zückt. Damit soll signalisiert werden, dass die Disqualifikation noch weitere Folgen haben kann und die Disziplinarkommission ermitteln wird. Es droht also eine Sperre. „Ich bin eher traditionell, aus meiner Sicht hätten Gelbe und Rote Karte sowie Zweiminuten-Strafe gereicht“, sagt Geerken.

2. Passives Spiel:  Der Referee hebt den Arm - das Vorwarnzeichen bei Passivität. Danach hat die angreifende Mannschaft nicht mehr viel Zeit, um abzuschließen. Ab Sommer könnten es maximal sechs Pässe sein. „Das würde dennoch für genügend Diskussionsstoff sorgen“, meint der MT-Geschäftsführer, „es weiß ja keiner, wurde der Pass gerade noch gezählt oder nicht.“

3. Letzte Minute: Zurzeit werden grobe Regelvergehen in den letzten 60 Sekunden mit einer Roten Karte sowie einem Siebenmeter geahndet - dies wird ab dem 1. Juli nur für die letzten 30 Sekunden gelten. Ein einfaches Halten fällt aber nicht darunter.

4. Verletzter Spieler: Wird ein Handballer auf dem Feld medizinisch versorgt, muss er danach das Feld verlassen und darf erst zurückkehren, wenn seine Mannschaft drei Angriffe abgeschlossen hat. Ausgenommen: Der Gegenspieler des Gefoulten wurde progressiv bestraft (Gelbe Karte, Zwei-Minuten-Strafe, etc.).

5. Siebter Feldspieler: Der Torwart darf weiterhin für einen zusätzlichen Feldspieler ausgewechselt werden. Neu ist dann: Der siebte Mann muss kein Leibchen tragen, darf in diesem Fall aber auch nicht den eigenen Torraum betreten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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