Portugiese mit viel Dynamik

Neuzugang der MT Melsungen (3): Andre Gomes gilt als Top-Talent in Europa

Ein Mann für den linken Rückraum: der Portugiese Andre Gomes.
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Ein Mann für den linken Rückraum: der Portugiese Andre Gomes.

Nach Elvar Örn Jonsson und Alexander Petersson stellen wir heute den dritten Neuzugang des Handball-Bundesligisten MT Melsungen vor: Andre Gomes, portugiesischer Nationalspieler und ein großes Talent.

Kassel – Dort, wo Andre Gomes bislang Handball spielte, klettert das Thermometer regelmäßig im Sommer über 40 Grad. Jetzt steht er beim Bundesligisten MT Melsungen unter Vertrag – und muss mit den klimatischen Unterschieden in Nordhessen erst einmal klarkommen. „Es gibt viel Natur hier, aber das Wetter...“, stellt er schmunzelnd fest. Und von den frostigen Tagen im Winter hat der Mann aus dem portugiesischen Braga, der fleißig Deutsch lernt, sich aber noch in Englisch verständigen muss, bislang nur gehört.

Dennoch freut sich der 23-Jährige, der mit Freundin Juliana nach Kassel gezogen ist, auf die neue Aufgabe. „Die Bundesliga ist die beste Liga der Welt, und ich will mein Bestes für die MT geben“, sagt der Rückraummann, der auf der halblinken Position zu den größten Talenten in Europa zählt.

Wer sich noch kein Bild von der Dynamik des 1,92 m großen Rastamanns machen konnte, der findet bei Youtube etliche Videos, in denen Gomes seine Qualitäten für den FC Porto unter Beweis stellt. Mit dem portugiesischen Top-Klub feierte er in der Champions League schon einige Erfolge.

Auch mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes kann er einige Erfolge vorweisen. Bei der EM 2020 wurde Portugal Sechster – im Spiel um Platz fünf gab es in Stockholm eine Niederlage gegen Deutschland. Nicht nach Wunsch lief es bei den Sommerspielen in Tokio. Das Team von der iberischen Halbinsel hatte sich erstmals für ein olympisches Turnier qualifiziert, schied dann aber überraschend schon nach den Gruppenspielen als Fünfter aus. „Es war eine tolle Erfahrung. Ich hoffe, dass ich noch einmal zu den Olympischen Spielen komme“, sagt Gomes.

Er und seine Kollegen beim FC Porto sowie in der Auswahl Portugals hatten im Februar einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Torwartlegende Alfredo Quintana war überraschend im Alter von 42 Jahren gestorben. „Bad moment“, sagt Gomes. Die Trauer erfasste damals die ganze Handball-Welt. Leicht fällt es Gomes auch jetzt noch nicht, darüber zu reden. Dann betont er: „Wir haben es danach gut gemacht.“

Die Zeit in der Bundesliga dürfte ihm vor allem dabei helfen, den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen. MT-Hüne Finn Lemke, der den Portugiesen bereits bei dessen ersten Besuch in Kassel im Juni kennenlernen durfte, beschreibt den Neuzugang als „körperlich stark mit großen individuellen Fähigkeiten“.

Dabei war sein brasilianischer Vater Fußballprofi. Nach dem Abschied von Vasco da Gama ging Jorge Gomes nach Portugal und spielte unter anderen für die Topklubs Boavista Porto, Benfica Lissabon und insbesondere den SC Braga. Eine Karriere als Fußballer kam für den Sohnemann aber nicht in Betracht: „Dafür“, erklärt Gomes lachend, „fehlt mir die Technik.“ (Björn Mahr)

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