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Samba, Tattoos und große Erfolge: Neuzugang Rogerio Moraes vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen im Fokus

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Von: Björn Mahr

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Kaum zu halten: Rogerio Moraes, hier beim Sparkassencup gegen Gummersbachs Nemanja Zelenovic.
Kaum zu halten: Rogerio Moraes, hier beim Sparkassencup gegen Gummersbachs Nemanja Zelenovic. © Pressebilder Hahn

Heute stellen wir den nächsten Neuzugang des Handball-Bundesligisten MT Melsungen vor: Der Brasilianer Rogerio Moraes prägt bereits das Spiel der MT.

Kassel - Vier Testspiele haben die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen in der Vorbereitung auf diese Saison bislang absolviert – alle wurden gewonnen. Dass sie noch ungeschlagen sind, haben sie nicht zuletzt Rogerio Moraes zu verdanken. Der brasilianische Neuzugang setzte schon viele Akzente. Es war keine Überraschung, dass der Kreisläufer beim Sparkassencup am vergangenen Wochenende zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürt wurde. Eine Auszeichnung, die oft eher Spielmachern verliehen bekommen.

Doch bei Moraes stimmt das Gesamtpaket: treffsicher vom Kreis, stark im Abwehrzentrum. Der 2,04 m große Südamerikaner ist das, was man gemeinhin als eine markante Erscheinung kennt – und das unabhängig von den vielen Tattoos auf seinen Armen. Bei der MT heißt es schon jetzt: Wenn man mit Samba – so sein Spitzname – in einem Raum ist, dann wird es dunkel. Der Satz sagt viel darüber aus, wie sich gegnerische Angreifer fühlen müssen, wenn sie es mit dem brasilianischen Kreisläufer zu tun bekommen.

Moraes betritt mit seinem Wechsel von Benfica Lissabon in die Bundesliga kein Neuland. In der Spielzeit 2015/16 stand er für eine Saison beim THW Kiel unter Vertrag. Damals war er allerdings erst 21 Jahre alt – der Umzug aus Südamerika nach Europa kein leichter Schritt. „Jetzt bin ich älter, bin erfahrener und kann mit jedem reden“, sagt Moraes. In den ersten Wochen gibt er ab und an den Dolmetscher für den Spanier Agustin Casado, der noch kein Englisch und kein Deutsch spricht. Dass er für drei Jahre bei der MT unterschrieben hat, hat vor allem einen Grund: Trainer Roberto Garcia Parrondo.

„Wir hatten eine gute Saison zusammen bei Vardar Skopje.“ 2019 bejubelten sie mit den Nordmazedoniern unter anderem den Sieg in der Champions League. Einen großen Erfolg feierte Moraes im Frühling mit Benfica: Die Portugiesen triumphierten in der European League – der erste internationale Titel für den Klub. Dabei hatte Lissabon sogar zwei Qualifikationsrunden überstehen müssen. „Wir haben einfach jedes Europapokalspiel genossen“, nennt der 28-Jährige als Erfolgsrezept.

Während der Sommerpause ging es für Moraes in die Heimat – im Urlaub hat er sich mit Freundin Andjela verlobt. Seine Heimatstadt heißt Abaetetuba und liegt im Norden des Landes im Bundesstaat Para. Moraes sagt: „Im Süden und in der Mitte ist das Leben leichter. Im Norden müssen die Menschen härter arbeiten.“

Der Südamerikaner machte sein Hobby zum Beruf: „Ich kann das tun, was ich gern mache.“ Mit der Rückkehr in Bundesliga hat sich für ihn ein Wunsch erfüllt.

Schon jetzt freut er sich auf einige großartige Handballer. Kiels Niklas Landin ist für ihn „der beste Torwart der Welt“. Ein Wiedersehen gibt es für Moraes mit Berlins Schlussmann Dejan Milosavljev – mit dem Serben hatte er in Skopje ebenso eine schöne Zeit wie mit dem Russen Gleb Kalarash, der jetzt je nach Spielsituation sein Nebenmann im MT-Deckungszentrum ist. Schon jetzt ergänzt sich Moraes gut mit dem Isländer Arnar Freyr Arnarsson – und das in Abwehr und Angriff gleichermaßen. Der Sparkassencup war ein eindeutiger Beleg.

Hinweis: Die MT Melsungen testet am Samstag ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle für einen guten Zweck gegen den Erstliga-Konkurrenten VfL Gummersbach. (Björn Mahr)

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