MT bringt sich in Lemgo durch unnötige Fehler selbst um Lohn ihrer Arbeit

Das war der letzte Angriff der MT beim Spiel in Lemgo: Marino Maric (links) hat gegen Christian Klimek das Nachsehen. Foto: J. Hagemann

Lemgo/Kassel. Als sich Handball-Bundesligist MT Melsungen auf diese Spielzeit einstimmte, legte Trainer Michael Roth zwar auch ein Augenmerk auf die Integration der fünf Neuzugänge.

Speziell für die ersten Begegnungen in dieser Saison war es ihm aber wichtig, erst mal das Spiel mit den bewährten Kräften zu verfeinern. In diesem Konzept bildeten Spielmacher Timm Schneider und die Müller-Zwillinge die Rückraumachse.

Und jetzt? Jetzt ist Roth ständig zum Improvisieren gezwungen. Beim 26:26-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den TBV Lemgo bestand die Aufbaureihe aus Spielmacher Lasse Mikkelsen, Torjäger Julius Kühn und dem estnischen Halbrechten Dener Jaanimaa. Da punktuell noch Finn Lemke aushalf, waren drei Neue in diesem Mannschaftsteil im Einsatz.

„Angesichts der Handicaps bin ich mit dem einen Zähler absolut zufrieden“, resümierte der Melsunger Coach. Umso mehr, als sein Team in der Schlussphase in der eher ungewohnten Besetzung noch einen Drei-Tore-Rückstand wettmachte. Dabei wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen, wenn sich die MT nicht einige Schwächen erlaubt hätte:

Mangelnde Robustheit

Beim Heimsieg eine Woche zuvor über den THW Kiel war das Fehlen der verletzten Philipp und Michael Müller sowie von Kreisläufer Felix Danner nicht so ins Gewicht gefallen. In der Lemgoer Halle war dies anders. Die kompromisslose Art dieses Trios, das das Geschehen im Lipperland von der Bank beziehungsweise aus dem Zuschauerraum verfolgte, hätte der MT in Abwehr und Angriff gut zu Gesicht gestanden. Zumal Schneider kurzfristig wegen einer Bauchmuskelverletzung ausgefallen war.

„Wir hatten in der zweiten Hälfte ein paar Probleme mit Lemgos Regisseur Andrej Kogut“, bekannte Kreisläufer Marino Maric. Auch wenn Lemke und Johannes Golla im Deckungszentrum einen guten Job machten, auf den Halbpositionen war nicht die erforderliche Aggressivität vorhanden.

Zum Topspiel am Donnerstag ab 19 Uhr in der voraussichtlich ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle gegen die SG Flensburg-Handewitt sollen Danner und Schneider wieder mitwirken können.

Leichtfertige Offensive

Nach einer Viertelstunde führten die Gäste 8:4. „Da hätten wir noch einen draufsetzen müssen“, sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann. Dann wäre Lemgo vielleicht nicht mehr ins Spiel zurückgekehrt. So aber war der kleine Vorsprung in fünf Minuten verspielt. Maric sprach von „kleinen Krisen“. „Wir waren nicht clever genug und schlicht zu ungeduldig“, bedauerte Jaanimaa. Vor allem Kühn suchte zu oft den schnellen Abschluss. Besser machte es der Hüne im zweiten Abschnitt. Kühn liegt mit nun 35 Treffern an dritter Position der Torschützenliste.

Fehlende Abgezocktheit

Ja, sie hätten in den letzten Minuten die Partie noch einmal drehen können. Nachdem Lemgos Tim Suton das Leder über den MT-Kasten geworfen hatte, bekam der Gast noch eine Chance. Doch Maric wurde so hart bedrängt, dass er den Ball von Kühn nicht zu greifen bekam.

Hätte Michael Roth vor dieser Situation nicht eine Auszeit nehmen müssen? Er verzichtete, weil „wir einen guten Auftakt in diesen Angriff hatten“. Doch TBV-Abwehrrecke Christian Klimek schnappte Maric das Leder vor der Nase weg. „Ich werde mir die Szene noch einmal genau auf Video ansehen“, erklärte der Kroate. Er war sich nicht ganz sicher, ob der Einsatz seines Gegenspielers wirklich astrein war.

Lange wird sich die MT mit der Partie im Lipperland nicht beschäftigen. Denn sie passt in die Anfangsphase einer Saison, die von vielen Überraschungen geprägt ist. Reichmann merkte an: „Ich weiß nicht, ob man das so sagen sollte, aber die Liga ist schon verrückt.“

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