Nicht der Tag der MT: Zu viele Schwächen gegen Hamburg

Tief enttäuscht: Melsungens Regisseur Timm Schneider (vorn) und Felix Danner (im Hintergrund). Fotos: Fischer

Kassel. Es lief für die Melsunger schon schlecht, als die Begegnung noch gar nicht begonnen hatte.

Erst meldete sich der Henner, das Maskottchen der MT, kurz vor dem Schlager der Handball-Bundesliga gegen den HSV Hamburg krankheitsbedingt ab. Dann verlor die Mannschaft auch noch die Seitenwahl und durfte nicht wie präferiert zunächst auf die Seite hin spielen, wo sich die Stehtribüne mit den eingefleischten Anhängern befindet.

Als es endlich losging, präsentierten sich die Gastgeber teilweise so, als hätten sie noch Bleigewichte an den Armen. Die 24:31 (11:16)-Niederlage gegen den Klub aus der Hansestadt war die logische Folge einer ernüchternden Vorstellung der MT, die von der Leistung vom Coup gegen Ligaprimus Rhein-Neckar Löwen vor eineinhalb Wochen deutlich entfernt war. „Eigentlich war das heute unser Topspiel“, bemerkte Außen Jeffrey Boomhouwer mit Blick auf den Kampf um die Europapokalränge, „ich hätte lieber gegen Hamburg gewonnen.“ Die Ursachenforschung:

DER ABSCHLUSS

Nach der Pause arbeiteten sich die Nordhessen Schritt für Schritt heran: Jeffrey Boomhouwer trifft zum 15:18. Kurz darauf stellt Momir Rnic mit zwei Toren gar auf 17:18. Danach springt der Serbe auf die Ersatzbank, wirft die Arme hoch und lässt sich von den Fans feiern.

Die Zeit schien reif für eine Trendwende. Möglichkeiten, diese einzuleiten, gab es zuhauf. Nur genutzt wurden sie nicht. Rnic setzte gegen Schlussmann Johannes Bitter einen Siebenmeter an den Pfosten, und der angeschlagen in die Partie gegangene Kapitän Michael Müller scheiterte nach Konter an Bitter-Ersatz Jens Vortmann. „Wir wollten wohl zu viel und haben uns zu viele technische Fehler und Fehlwürfe geleistet“, resümierte Spielmacher Timm Schneider.

Der Kontrahent

Die Hamburger mögen zwar in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Schieflage stecken, den Spielern, denen die letzten Gehälter angeblich nicht gezahlt wurden, war davon nichts anzumerken. „Wir wollten zeigen, dass die Mannschaft intakt ist“, erklärte HSV-Kapitän Pascal Hens, „und das haben wir ganz gut hinbekommen.“ Tatsächlich wirkten die Norddeutschen über weite Strecken agiler, galliger, griffiger. Klar, die Hamburger haben keinen wirklichen Druck – und spielen auch befreit auf.

Die momentane Situation bei den Hanseaten ärgert die MT-Verantwortlichen gewaltig. Coach Michael Roth sprach gar von „Wettbewerbsverzerrung“. Manager Axel Geerken fügte hinzu: „Es geht mir auf den Senkel, mich immer wieder mit dem Hamburger Hickhack beschäftigen zu müssen.“

Zur Zukunft des Champions-League-Siegers von 2013 gab es nichts Neues. Fest steht aber, dass Trainer Michael Biegler, in Personalunion Coach der Polen, im Jahresendspurt dem HSV fehlen und bereits die Auswahl der Osteuropäer auf die Heim-EM vorbereiten wird. Zudem kursieren Gerüchte, wonach einige Akteure über einen kurzfristigen Wechsel nachdenken.

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