Handball-Bundesliga am Sonntag in Kassel

Interview mit Nikolaj Jacobsen vor dem Spiel gegen die MT Melsungen: "Ich habe Mikkelsen im Blick"

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Energisch an der Seitenlinie: Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen (hier beim Punktspiel in Mag deburg).

Vor dem Schlager der Handball-Bundesliga zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen haben wir mit Gäste-Trainer Nikolaj Jacobsen über die Partie am Sonntag, seine Zukunft und MT-Profi Lasse Mikkelsen gesprochen. 

Er hat die Rhein-Neckar Löwen zu einer Top-Mannschaft in Europa entwickelt. Im Juni endet das Engagement von Handball-Trainer Nikolaj Jacobsen bei den Mannheimern – dann gilt seine volle Aufmerksamkeit der Tätigkeit als Nationalcoach Dänemarks. Sein Nachfolger bei den Löwen wird der schwedische Auswahltrainer Kristjan Andresson. Auf seiner Abschiedstournee in der Liga kommt der 47-Jährige nach Kassel. Am Sonntag ab 12.30 Uhr (live im HR und bei Sky) gastiert er mit den Badenern bei der MT Melsungen.

Herr Jacobsen, es sind nur noch fünf Spiele. Wie sehr beschäftigen Sie sich schon mit Ihrem Abschied von den Löwen?

Ganz weit ist er nicht mehr weg. Es gibt einige Sachen, um die ich mich jetzt schon mal kümmern muss – angefangen bei der Organisation des Umzugs. Da wir nicht so viele Spiele haben, ist dies in der Freizeit gut zu schaffen.

Ihre Mannschaft macht auch nicht den Eindruck, als würde sie die Saison austrudeln lassen wollen.

Wir waren angetreten, um Erster zu werden. Das klappt nicht mehr. Der zweite Platz ist bei sechs Punkten Rückstand und der schlechteren Tordifferenz praktisch auch nicht mehr zu erreichen. Für uns ist dennoch klar: Wir wollen die Saison so gut wie möglich zu Ende bringen. Wir wissen aber auch, dass wir noch einige sehr schwierige Spiele zu absolvieren haben. Das geht am Sonntag schon los.

Wie schwer war es, die Mannschaft nach dem Aus in der Champions League wieder aufzurichten?

Das geht nicht von allein. Wir haben weiter hart gearbeitet. Dafür haben wir uns mit den Siegen in Hannover und in Magdeburg zurecht belohnt.

Die unerwartete Niederlage Ende März beim Abstiegskandidaten Gummersbach ist abgehakt?

Natürlich, das war eine besondere Situation. Wir waren zwischen zwei Spielen in der Champions League und hatten gehörigen Reisestress – dafür muss man Verständnis haben, wenn die Spieler dann mit dem Kopf nicht zu 100 Prozent bei der Sache sind.

Am Sonntag müssen Sie zu ungewohnter Uhrzeit um 12.30 Uhr in Kassel ran.

Das ist sehr früh, aber deswegen müssen wir an unserer Vorbereitung nichts ändern. Wir reisen ganz normal am Samstagnachmittag an.

Im vergangenen Mai haben die Melsunger ihrem Team in Mannheim eine bittere Niederlage im Titelkampf zugefügt. Hegen Sie Revanchegelüste?

Es war ja nicht diese Niederlage allein, die uns damals den Titel gekostet hat. Dazu kamen auch der Punktverlust in Erlangen und die Pleite in Berlin. Deswegen ist das Thema längst erledigt.

Sie sind auch dänischer Nationaltrainer. Wie intensiv verfolgen Sie die Entwicklung von Melsungens Spielmacher Lasse Mikkelsen?

LasseMikkelsenMT-Profi und Kandidat für dänisches Team

Ich verfolge seinen Weg und werde ihn auch weiter fest im Blick haben. Lasse spielt eine sehr gute Rückrunde und wirft viele Tore. Allerdings ist es auf seiner Position auch sehr schwer, in die Nationalmannschaft zu kommen. Dort spielen mit Mads Mensah Larsen und Rasmus Lauge zwei Spieler, die zugleich auch für die dänische Abwehr sehr wichtig sind.

Im nächsten Jahr stehen große Herausforderungen an – mit Europameisterschaft und Olympischen Spielen. Wie groß ist der Druck für das dänische Weltmeister-Team?

Die Erwartungen sind immer hoch. Das war auch 2016 so, nachdem die Mannschaft den Olympia-Titel geholt hatte. Von besonderem Druck würde ich deshalb gar nicht sprechen. Der WM-Erfolg im Januar war auf jeden Fall für Dänemark eine Riesensache – von der Begeisterung durchaus zu vergleichen mit dem EM-Triumph der dänischen Fußballer 1992 in Schweden.

Sie haben seit 2016 in jedem Jahr einen großen Titel geholt. Was soll es 2020 sein?

Wir haben zwei gute Chancen. Wir müssen schauen, was möglich ist. Denn es gibt sechs, sieben Mannschaften, die ebenfalls um die Titel mitkämpfen werden.

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