Vuckovic fällt aus, Schneider angeschlagen

Partie in Stuttgart: MT Melsungen muss mit mehr Dampf in Hälfte eins gehen

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Entschlossen nach Stuttgart: Bei Timm Schneider ist aber noch nicht klar, ob er mitspielen kann. 

Kassel. Die Handballer der MT Melsungen fahren in der Bundesliga auch 2017 fleißig Achterbahn. Nach der Derbypleite in Wetzlar gab es einen kämpferischen Auftritt gegen Balingen, dann folgte eine halbwegs achtbare Niederlage in Kiel.

Was dabei vor allem ins Auge fiel, waren die Schwächephasen der Nordhessen in der ersten Halbzeit. Erst im zweiten Abschnitt kam der MT-Motor auf Touren. Auch in den Europapokal-Partien gegen Benfica Lissabon und bei Riihimäki Cocks tat sich Melsungen vor allem in den ersten 30 Minuten schwer. 

Nun gastieren die Spätstarter beim TVB Stuttgart. Anwurf in der Scharrena ist heute um 20.15 Uhr. Vor der Partie sagt Michael Roth: „Wir wollen stabiler auftreten und einfach freier aufspielen.“ In den Worten des MT-Trainers schwingt ohne Frage die Hoffnung mit, dass seine Mannschaft dieses Mal die Partie früh in den Griff bekommt. Denn auch dem 55 Jahre alten Handball-Lehrer ist bewusst: Die Begegnung in Baden-Württemberg hat wegweisenden Charakter.

Allerdings hat sich die personelle Lage bei der MT verschlechtert. Zwar sind die zuletzt angeschlagenen Felix Danner und Johannes Sellin wieder hergestellt, aber es fallen womöglich zwei Mittelleute aus: Nenad Vuckovic (Sehnenreizung im Fuß) fehlt definitiv, bei Timm Schneider (Wadenprobleme) steht eine genaue Diagnose noch aus.

Keine guten Voraussetzungen also für die Nordhessen, die am heutigen Mittwochmorgen im Bus nach Stuttgart reisen. Umso wichtiger, dass das Spiel der Melsunger - anders als in mancher Partie zuletzt - schon im ersten Durchgang ordentlich Dampf hat.

Aber warum traten die MT-Profis in den vorangegangen Spielen zunächst so verhalten auf? Ja, fast schon verunsichert?

Tabellendruck: In der vergangenen Spielzeit lief es angesichts eines gelungenen Rundenstarts und vieler unerwarteter Siege teilweise praktisch von selbst. Und jetzt? „Das Gesamtpaket ist nicht stabil“, räumt Roth ein. Bezeichnend, dass seine Schützlinge gegen Balingen nach 7:3-Führung zur Pause mit einem Tor zurücklagen. Als Zehnte ist die MT nach wie vor nicht aller Sorgen ledig. Im Klassement rangiert sie nur sechs Pluspunkte vor dem Drittletzten Balingen.

Fehlendes Selbstbewusstsein: Nicht selten wurde die Melsunger Mannschaft in der Serie 2015/16 gefeiert, weil sie mit breiter Brust jede noch so schwere Aufgabe in Angriff nahm. Diese Entschlossenheit ist inzwischen einer gewissen Zaghaftigkeit gewichen. „Mir ist das unerklärlich, dass wir im Training mehr brennen als in der einen oder anderen ersten Hälfte“, erklärt der verletzte Routinier Vuckovic, dienstältester MT-Akteur. Dass permanent Spieler ausfallen, trägt nicht dazu bei, dass die Stimmung steigt.

Einstimmung: Fast alle drei Tage haben die Melsunger seit der WM-Pause ein Spiel. Dazwischen bleibt nicht viel Zeit, um eine umfangreiche Vorbereitung auf den Gegner zu initiieren - die Regeneration genießt Priorität. So machen die MT-Spieler zwar stets einen fitten Eindruck, benötigen aber auch schon einmal eine ganze Halbzeit, um richtig auf Touren zu kommen. Wenn - was selten vorkommt - dann auch noch Weltklasse-Torwart Johan Sjöstrand nicht gleich auf Betriebstemperatur ist, dann verschärft sich die Situation für die MT.

Es bleibt zu hoffen, dass der Schwede Sjöstrand drei Tage nach seinem 30. Geburtstag der erhoffte Rückhalt sein kann - und seine Vorderleute schnell den Rhythmus finden.

Die MT-Spielverläufe nach der WM-Pause

Von den fünf Pflichtspielen nach der WM-Pause gewann die MT Melsungen drei, hatte aber dennoch in der ersten Halbzeit einige Probleme. Der Spielverlauf in der jeweiligen ersten Hälfte und der Endstand:

• Wetzlar - MT: 2:2 (9.), 9:4 (21.), 13:5 (30.), 13:6 - Endstand: 27:22.

• MT - Benfica Lissabon: 2:0 (2.), 8:2 (13.), 9:6 (18.), 15:8 (27.), 15:11 - Endstand: 32:22.

• MT - Balingen: 4:1 (6.), 4:3 (9.), 7:3 (15.), 9:10 (28.), 10:11 - Endstand: 30:22.

• Cocks - MT: 7:7 (13.), 13:12 (24.), 14:15 -Endstand: 28:29.

• Kiel - MT: 2:2 (3.), 5:2 (6.), 10:4 (15.), 17:10 (29.), 19:12 - Endstand: 30:28.

Von Björn Mahr und Robin Lipke

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