Nationalspieler gastiert mit Berlin in Kassel

Paul Drux vor Spiel gegen die MT Melsungen: Es geht Schlag auf Schlag

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Er geht voran: Berlins Paul Drux zeichnen dynamische Antritte aus. 

In der Handball-Bundesliga gastieren die Füchse Berlin am Donnerstag ab 19 Uhr in Kassel bei der MT Melsungen. Ein Interview mit Berlins Nationalspieler Paul Drux. 

Nur zwei Wochen nach dem Bundesliga-Topspiel gegen den THW Kiel erleben die Handball-Fans der MT Melsungen den nächsten Kracher. In der bereits ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle stehen sich am Donnerstag ab 19 Uhr die MT und die Füchse Berlin gegenüber – der Tabellensechste gegen den Fünften.

„Ein extrem wichtiges Spiel“, sagt Berlins Nationalspieler Paul Drux. Wir haben mit dem 24 Jahre alten Rückraumakteur über den anstehenden Knüller und die vielen Einsätze der Füchse im März gesprochen. Bis zum Final Four im DHB-Pokal am 6. und 7. April in Hamburg hat das Team aus der Hauptstadt in der Liga und im EHF-Pokal noch fünf Pflichtspiele zu absolvieren.

Herr Drux, haben Sie sich schon mal das Programm der Füchse in den nächsten Wochen angesehen?

Ja, das habe ich im Kopf. Es geht für uns Schlag auf Schlag.

Sie sind gerade erst vom Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft zurückgekehrt – nun wartet schon das Spiel in Kassel bei der MT. Das klingt nach immenser Belastung.

Das mag sein, aber ich freue mich auf diese schwierigen Aufgaben. Während der Woche bei der Nationalmannschaft war es kräftemäßig auch kein Problem.

Nun hatten Sie schon einige Verletzungen – von Schulter über Knie bis Fuß. Wie gut passen sie auf ihren Körper auf?

Präventiv lässt sich einiges machen. Ich achte darauf, dass ich gut vorbereitet in jedes Spiel gehen kann: Gesundes Essen, viel Schlaf – und ich gehe regelmäßig zum Physiotherapeuten.

Zudem sind Sie seit einigen Monaten auch noch Geschäftsführer eines Internet-Shops und vertreiben Kleidung für Sportler. Wie kann man sich das vorstellen?

Es gibt drei Geschäftsführer, und diese Tätigkeit macht mir sehr viel Spaß. Ich kann für mein Studium der Wirtschaftsinformatik, das ich nebenbei vorantreibe, auch noch einiges lernen.

Wie groß ist die Nachfrage bei den Kollegen?

(Schmunzelt): Unser Füchse-Manager Bob Hanning ist schon ein Kunde von uns.

Die Füchse hatten in dieser Saison unsägliches Verletzungspech. Wie bewerten Sie unter diesen schwierigen Umständen den aktuellen fünften Platz?

Ich finde, dass wir noch das Beste aus dieser Situation gemacht haben. Vor allem in der Hinserie, als wir viele Ausfälle zu beklagen hatten. Nach der Weltmeisterschaft haben wir leider ein paar Punkte liegengelassen – erst in Lemgo, dann auch noch in Hannover. Zwar kann man in Hannover verlieren, wir waren aber über weite Strecken die bessere Mannschaft und haben uns nicht belohnt.

Welchen Stellenwert messen Sie der Begegnung gegen die MT Melsungen bei?

Die Partie ist extrem wichtig. Wir wollen den Abstand zu Melsungen unbedingt um zwei weitere Punkte vergrößern.

Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit Finn Lemke. Wie oft haben Sie bei der Nationalmannschaft über das Duell der Tabellennachbarn gesprochen?

Das war noch kein Thema bei uns. Der Fokus lag nur auf der DHB-Auswahl.

Im Hinspiel verlor Berlin 24:26 – damals fehlten unter anderen auch Sie verletzt. Welche Rolle spielt diese Niederlage jetzt noch?

Keine. Wir werden uns nur ein, zwei Szenen noch einmal genauer ansehen. Bei der MT gab es seitdem auch personelle Veränderungen.

Ja, Roman Sidorowicz wurde nachverpflichtet. Welchen Eindruck haben Sie beim Länderspiel am Samstag vom Schweizer Rückraumspieler bekommen?

Das ist ein extrem explosiver Spieler. Man erwartet es eigentlich nicht, aber er hat eine ordentliche Wucht im Arm.

Service: Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

Paul Drux (24 Jahre alt) stammt aus Marienheide im Bergischen Land. Über seinen Heimatverein SSV Marienheide und den VfL Gummersbach kam er zu den Füchsen Berlin, wo er schon in der Jugend aktiv war. Der Nationalspieler hat schon 77 Länderspiele für Deutschland absolviert. Der Rückraumstratege studiert nebenbei noch Wirtschaftsinformatik und fungiert als Geschäftsführer bei Sportwords. Drux lebt mit Freundin Linda in Berlin.

MT Melsungen gegen Füchse Berlin: Bangen um Trio

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat neben den drei Langzeitverletzten Julius Kühn, Marino Maric und Domagoj Pavlovic zurzeit weitere personelle Sorgen. So bangt Trainer Heiko Grimm vor der Partie gegen die Füchse Berlin am Donnerstag ab 19 Uhr um die Einsätze von Timm Schneider (Wadenprellung), Yves Kunkel (Erkältung) und Michael Allendorf (leichte Gehirnerschütterung). 

Sicherheitshalber wird der Coach Unterstützung aus dem Nachwuchsbereich anfordern. Allrounder Jona Gruber rückt mal wieder in den Kader. „Ich erwarte ein echtes Spitzenspiel. Das spiegelt auch die Zuschauer-Resonanz wider“, sagt Grimm. Die Kasseler Rothenbach-Halle wird mit 4300 Besuchern ausverkauft sein. Dies war zuvor nur bei den Partien gegen Flensburg, Wetzlar und Kiel der Fall.

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