Für MT ist Erstliga-Derby gegen Wetzlar die erste von fünf machbaren Heimaufgaben – Anwurf 20.15 Uhr

Philipp Müller will noch mehr

Philipp Müller
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Auf sie mit Gebrüll: Für Melsungens Philipp Müller (von 2010 bis 2013 in Wetzlar) ist das Hessenderby am heutigen Samstag ein ganz besonderes Spiel.

Kassel. Sein letztes Jahr mit der HSG Wetzlar war ein ganz erfolgreiches: die Runde als Tabellensiebter abgeschlossen, insgesamt 37 Punkte eingefahren, in der Handball-Bundesliga eine Serie von sieben Partien ohne Niederlage hingelegt.

„Aber jetzt schnuppern wir am Europapokal“, stellt Philipp Müller als Neuzugang der MT Melsungen begeistert fest, „ich habe noch nie so viele Spiele gewonnen.“ Was aktuell allerdings „nur“ unter Berücksichtigung der Erfolge im Pokal zutrifft. Doch wenn er mit der MT am heutigen Samstag (20.15 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) im Hessenderby seinen ehemaligen Klub Wetzlar bezwingt, dann fehlen auch nur noch drei Siege, um die bemerkenswerte Ausbeute zu toppen.

Der MT, die nach 24 von 34 Begegnungen schon 30 Zähler geholt hat, würden schon zwei weitere doppelte Punktgewinne reichen, um das beste Ergebnis seit dem Aufstieg 2005 zu erzielen. Am erfolgreichsten hatten die Nordhessen in der vergangenen Spielzeit (33:35) abgeschnitten. Coach Michael Roth peilt jetzt jedoch die 40-Punkte-Marke an – allein schon wegen der fünf machbaren Heimaufgaben, die jetzt anstehen.

„Dazu müssen wir aber hundertprozentig konzentriert sein“, betont Roth. Selbst nach dem 30:29-Coup vom vergangenen Samstag gegen den THW Kiel fuhr er die Intensität im Training nicht zurück. Im Gegenteil: Die Übungseinheit am Mittwoch war so angelegt, dass es mächtig zur Sache ging. „Das hatte hohes Niveau“, befand der Trainer, nachdem seine Mannen in der Spielform sechs gegen sechs die Strafräume mit ungeheurem Aufwand verteidigt hatten. Da wurden Erinnerungen an den jüngsten Auftritt wach, als der Tabellensechste teilweise mit höchster Präzision in der Abwehr kämpfte.

„Wir wollen nahtlos daran anknüpfen“, verspricht Rückraumstratege Müller, „der Sieg gegen Kiel ist erst richtig viel wert, wenn wir auch Wetzlar schlagen.“ Der Unterstützung vieler Fans kann sich das Team, das in Bestbesetzung antreten kann, sicher sein. Bis zum Freitag hatten bereits mehr als 3000 Zuschauer eine Karte gekauft. Um dabei zu sein, wenn Philipp und Zwillingsbruder Michael Müller, die Außen Michael Allendorf und Christian Hildebrand sowie Roth, Co-Trainer Mile Malesevic und Geschäftsführer Axel Geerken auf den Ex-Verein treffen. Um ein Autogramm vom ehemaligen Welthandballer Ivano Balic zu ergattern, der das HSG-Spiel dirigiert. Und zu honorieren, dass die Fuldastädter konstant gute Leistungen bieten und auch die 6:0-Deckung der Gäste (oder 5:1) überlisten können.

Wandschneider lobt Roth

„Michael Roth ist schon jetzt für mich der Trainer des Jahres“, lobt Wetzlars Coach Kai Wandschneider seinen Gegenüber, „Melsungen ist sehr stabil.“ Nicht zu vergleichen mit dem Team, das vor zwölf Monaten nach dem erstmaligen Einzug ins Final Four leistungsmäßig in ein Loch fiel und in dieser Phase auch ersatzgeschwächt bei der HSG das Nachsehen hatte. „Wir treten mit ordentlich Selbstvertrauen und breiter Brust an“, sagt Philipp Müller. Wobei er gegen die alten Kollegen noch etwas mehr die Muskeln spielen lassen dürfte

Von Björn Mahr

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