Handball: Melsungens Trainer Michael Roth steht im Fokus der überregionalen Presse – Lob ans Team

Und plötzlich ist fast alles Roth

Nicht nur die HNA berichtet über Michael Roth: Auch die Süddeutsche Zeitung, die Bild und das Online-Portal Handball-World schreiben über den MT-Trainer. Montage Trolp

Kassel. Er trägt in diesen Tagen einen neuen Beinamen: „Wachküsser“ hat die Presse Michael Roth getauft. Es ist zu lesen von der „Alarmstufe Roth“ und dem Trainer, der „den Aufschwung des Handball-Erstligisten MT Melsungen verantwortet“.

Derart viel positive Aufmerksamkeit in überregionalen Medien hat der Handball-Bundesligist in den vergangenen Jahren nur selten genossen. Und die konzentriert sich vor allem auf einen: den Trainer.

Fast zeitgleich erschienen jetzt ein größeres Porträt in der Süddeutschen Zeitung und im Online-Portal Handball-World. Daneben steht der 49-Jährige aber auch mit einem anderen Thema in den Schlagzeilen.

Gemeinsam mit seinem Bruder Uli setzt sich Roth als ehemaliger Betroffener seit zwei Jahren für den Kampf gegen Prostatakrebs ein. Unter der Schlagzeile „Nach der OP mussten wir Windeln tragen“ widmete Deutschlands größte Boulevardzeitung Bild dem Schicksal des Brüderpaares nun fast eine ganze Seite. „Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel“ sagt Michael Roth, der sich über die gehäufte Aufmerksamkeit durchaus freut, sie aber auch differenziert betrachtet. Das ist zum einen der sportliche Erfolg. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass die MT dank des starken Saisonauftaktes und aktuell Platz sechs in der Tabelle nicht länger „südlich der Wahrnehmungsgrenze“ liegt. Sie hat Roth als „Wegweiser in die obere Tabellenhälfte“ ausgemacht.

Schöne Momentaufnahme

„Es ist eine schöne Momentaufnahme und immer angenehm, wenn die eigene Arbeit Anerkennung findet“, sagt der Vielgelobte selbst, ergänzt aber: „Klar werde ich angesprochen. Aber ich vertrete meine Mannschaft. Ich nehme das Lob gern entgegen, denn sie hat es verdient.“ Roth hat ein Team geformt, das menschlich zusammengefunden hat und auch deshalb endlich in der Lage ist, sein oft gerühmtes, aber in den vergangenen Spielzeiten nicht immer ausgeschöpftes Potenzial nun stetig abzurufen. Das Image der „launischen Diva“, so titelt die Handball-World, scheint die MT abgelegt zu haben – dank Roth.

Der charismatische Heidelberger kommt auch abseits des Handballfeldes gut an. Nicht viele würden sicherlich so offen und ehrlich mit ihrer Krebserkrankung umgehen. Für Roth jedoch ist das eine Art zweite Mission neben dem Job als Handball-Trainer geworden. Auch wenn da noch einmal sehr viel Intimes in der Bildzeitung nachzulesen war. „Es war phasenweise grenzwertig“, gesteht Roth.

Wichtig aber sei der Tenor: „Diese Krankheit ist heilbar, und Vorsorge ist wichtig. Uli und ich wollten ein Tabu brechen.“ Das dürfte ihnen gelungen sein. Die Zahl der Rückmeldungen sei hoch, sagt Roth. Auch sein persönliches Umfeld zolle ihm dafür viel Respekt – in der Mannschaft der MT jedoch sei es kein allzu großes Thema.

Und welche Schlagzeile würde Roth gern noch einmal über sich lesen? „Nicht über mich, sondern über das Team“, sagt er. Und die sollte lauten: „Die MT Melsungen bestätigt nachhaltig ihren Erfolg.“

Von Michaela Streuff

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