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Pokal-Achtelfinale gegen Rhein-Neckar Löwen: Kann sich die MT Melsungen die Festtage versüßen?

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Von: Björn Mahr

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Eine Option auch für den Angriff? Melsungens Rückraumschütze Julius Kühn ist mit seinem Team heute Abend im DHB-Pokal gegen die Löwen gefordert.
Eine Option auch für den Angriff? Melsungens Rückraumschütze Julius Kühn ist mit seinem Team heute Abend im DHB-Pokal gegen die Löwen gefordert. © Andreas fischer

Im Achtelfinale des DHB-Pokals erwartet Handball-Bundesligist MT Melsungen heute ab 19.30 Uhr die Rhein-Neckar Löwen. Im Fokus steht dabei unter anderen Julius Kühn.

Kassel – „Wir können uns das Weihnachtsfest versüßen.“ Sagt Julius Kühn – und spielt natürlich auf den letzten Auftritt des Handball-Bundesligisten MT Melsungen vor den Festtagen an. Heute ab 19.30 Uhr kämpfen er und seine Teamkollegen in der Kasseler Rothenbach-Halle im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen die Rhein-Neckar Löwen um einen Platz in der Runde der letzten Acht. Es sind also nur noch zwei Schritte bis zum Final Four, das im April 2023 erstmals in der Kölner Lanxess-Arena ausgetragen wird.

„Uns erwartet ein heißer Tanz. Die Löwen spielen eine richtig gute Saison“, erklärt Kühn. Das haben die Nordhessen am eigenen Leib zu spüren bekommen. Zum Saisonauftakt ging die MT bei den Mannheimern mit 25:36 sang- und klanglos unter. Kühn hat sogar in doppelter Hinsicht keine guten Erinnerungen an diese Partie. Denn der deutsche Nationalspieler erlitt einen Bruch des linken Knöchels und musste eine dreimonatige Zwangspause einlegen.

„Ich war lange draußen. Ich war zuletzt noch etwas gehemmt, im Training sieht es aber gut aus. Ich bin absolut fit“, betont der 29-Jährige. Nach seinem Comeback ließ ihn MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo in erster Linie in der Abwehr spielen. Gegen die Löwen könnte er auch eine zusätzliche Option für den Angriff sein. „Wir haben bei Julius die Belastung in den letzten Wochen Stück für Stück gesteigert“, sagt Sportdirektor Michael Allendorf und weiß, dass Kühn ein Faktor für die Aufbaureihe sein kann. Parrondos Prognose ist etwas vorsichtiger: „Er ist noch nicht bei 100 Prozent. Er war lange raus, es braucht Zeit.“

Dass sich Kühn ausgerechnet gegen den Pokalgegner schwer verletzt hat, beschäftigt den Halblinken selbst praktisch gar nicht: „Es ist nicht so präsent, weil wir jetzt nicht in Mannheim spielen.“ Da die MT weiter auf David Mandic, Domagoj Pavlovic, Timo Kastening und Finn Lemke verzichten muss sowie noch um Ivan Martinovic (Knöchel) bangt, wäre es wichtig, wenn Kühn im Rückraum für Entlastung sorgen könnte. Der Fokus des 29-Jährigen liegt zurzeit nur auf der Melsunger Mannschaft – „die WM im Januar habe ich im Hinterkopf“.

Die heutige Pokalaufgabe ist das vorletzte Pflichtspiel für die Melsunger in diesem Kalenderjahr. Am zweiten Weihnachtstag erwarten die Nordhessen ab 18 Uhr noch den TBV Lemgo Lippe. Kühn spricht von „zwei ordentlichen Spielen“. Wenn sie die beiden Hürden meistert, kann die MT nach einem bescheidenden Serienbeginn noch einiges gutmachen.

Allerdings hat Melsungen noch nie ein Pokalspiel gegen die Badener gewinnen können. Was durchaus etwas heißt, weil es diese Paarung schon sechsmal gab. Kein einziges Mal durften die Nordhessen jubeln. Zuletzt verloren sie im Februar 2016. Es war ein Wiederholungsspiel, nachdem die MT nach dem ersten Aufeinandertreffen erfolgreich Protest gegen die Wertung eingelegt hatte. Die Unparteiischen hatten in der Schlussminute eine Regel angewandt, die im Pokal noch gar keine Gültigkeit hatte.

„Wir spielen zu Hause und wollen im Pokal etwas reißen“, unterstreicht Kühn den Ehrgeiz der Hausherren. Zumal sie sich auf eine volle Halle freuen können. 4500 Plätze fasst die Heimspielstätte der MT auf dem Kasseler Messegelände – 4000 Karten wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt. Es wird noch Tickets an der ab 18 Uhr geöffneten Tageskasse geben.

„Ich hoffe, dass wir uns im Angriff verbessern, in der Abwehr genauso gut arbeiten wie in den vergangenen Wochen und sie die gleiche Unterstützung von unseren Torhütern bekommt“, stellt Parrondo fest. Wenn die Vorgaben erfüllt werden, dann könnte es ein schönes Weihnachtsfest werden – für Kühn und die Melsunger Mannschaft. (Björn Mahr)

Hintergrund: Auslosung am Freitag

Die Viertelfinals für den DHB-Pokal werden am 4. und 5. Februar ausgetragen. Die Auslosung dafür findet am Freitag ab 13 Uhr in Köln statt und wird auf den Social-Media-Kanälen der Liqui Moly HBL bei Facebook und Youtube live gezeigt. Als Losfee fungiert die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Sonja Fuss. Das Final Four geht am 15. und 16. April erstmals in der Kölner Lanxess-Arena über die Bühne. 

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