Mit Rocky einstimmen auf das Final Four

Melsunger Handballer testen am Dienstag gegen N-Lübbecke

In Aktion: MT-Trainer Michael Roth will seine Spieler einstimmen aufs Final Four. Foto:  Fischer

Kassel. Alarmierende Anrufe gab es nicht. Also geht Michael Roth davon aus, dass er alle Mann an Bord hat, und zwar gesund und fit. Für die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen und ihren Trainer geht es nach der Länderspielpause nun in die Vorbereitung aufs Final Four.

„Die Jungs sind heil zurückgekehrt von ihren Auswahlteams“, sagt der Melsunger Coach zufrieden. Jetzt ginge der Blick nur noch nach Hamburg.

Dort spielen die Nordhessen am Wochenende um den DHB-Pokal. Gewinnen sie am Samstag das Halbfinale gegen die Füchse Berlin (17.45 Uhr), treffen sie einen Tag später im Endspiel auf den Sieger der Begegnung Rhein-Neckar Löwen gegen Flensburg-Handewitt. „Wir haben dort eine große, eine einmalige Chance. Darauf müssen wir uns einstimmen“, sagt Roth. Dass der Trainer die Belastung in den nächsten Trainingseinheiten eher gering dosieren wird, liegt auf der Hand. Sie würden vor allem im taktischen Bereich arbeiten: Feinabstimmung in der Abwehr, spezielle Spielzüge im Angriff.

An welchen Stellschrauben der Trainer zu drehen hat, kann er heute in einem Testspiel gegen Bundesliga-Kontrahent TuS N-Lübbecke feststellen – die Partie findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Diese Begegnung will Roth dafür nutzen, schon mal in der Art und Weise zu spielen, wie er sich das am Samstag gegen Berlin vorstellt. Ansonsten blicke er auch schon auf den Sonntag, verrät der MT-Trainer: „Falls wir ins Finale kommen, sind wir vorbereitet.“

Darin liegt der Unterschied zu 2013, als die Melsunger ebenfalls beim Final Four antraten. Damals seien sie einfach froh gewesen, dabei zu sein. „Das war ein bisschen wie Kindergeburtstag, an dem man vorher schon weiß, was man geschenkt bekommt“, erläutert Roth. In diesem Jahr reist der Tabellensechste der Bundesliga allerdings nicht mehr als krasser Außenseiter in die Hamburger O2 World.

Von den Erfahrungen des vergangenen Final Fours profitieren die Melsunger. In der Organisation hätten sie einiges umgestellt, sagt der 52-Jährige. Zum Beispiel gastiert die Mannschaft in einem Hotel, das nicht so zentral liegt. Für Abgeschiedenheit ist ebenfalls bei den Trainingseinheiten gesorgt, die nicht mehr in der riesigen O2 World absolviert werden, sondern in einer abgelegeneren Halle. „Die meisten Spieler kennen ja die Atmosphäre. Dieses Mal wollen wir uns in Ruhe vorbereiten“, sagt Roth.

Am Donnerstag bricht der MT-Tross nach Hamburg auf. Abends wollen die Handballer das Rocky-Musical besuchen – die Geschichte über den Boxer, der sich als Außenseiter nach ganz oben kämpft. „Eine schöne Ablenkung und irgendwie eine passende Einstimmung“, findet Roth. Ganz klar, die MT hat sich was vorgenommen in Hamburg.

Von Robin Lipke

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