Handball-Bundesliga: Melsungen macht Rekordmeister Kiel das Siegen schwer – Danner: Sind näher an die Spitze herangerückt

Roth: „Ein fast perfektes MT-Spiel“

+
Enttäuschung hier, Jubel da: Während Michael Roth, Co-Trainer Mile Malesevic sowie die Melsunger Spieler (von links) Michael Schweikardt, Alexandros Vasilakis und Alin Florin Sania (leicht verdeckt) mit einer Entscheidung der Schiedsrichter hadern, sind die Kieler Anhänger (im Hintergrund) bester Laune.

Kiel. Ein Lob vom Kontrahenten ist für die Handballer der MT Melsungen zurzeit nichts Ungewöhnliches. Wenn es aber von Alfred Gislason, dem Handball-Coach des Erstliga-Ausnahmeklubs THW Kiel, kommt, dann hat es noch ein bisschen mehr Gewicht.

Lesen Sie auch

23:28 - MT hält lange mit beim THW Kiel

Und der Isländer sparte nach dem absolut respektablen 23:28 (14:14) der MT in der Kieler Sparkassen-Arena nicht mit Komplimenten für den Gast: „Es macht Spaß, diese Melsunger zu sehen. Das war ein sehr, sehr starker Gegner.“

Bis zur 45. Minute begegneten sich der Tabellenerste von der Förde und der Überraschungs-Vierte aus der Fuldastadt auf Augenhöhe. Was daran lag, dass die MT-Abwehr einmal mehr ganze Arbeit leistete. Wenn die Jichas, Anderssons und Ilics bislang die Namen Felix Danner und Anton Mansson nur vom Papier kannten, seit Mittwoch werden sie sich ihre Gesichter merken. Denn die beiden Melsunger Innenverteidiger stemmten sich den Hünen mit einer Vehemenz entgegen, wie diese es sonst allenfalls aus den Hits gegen Hamburg oder Flensburg gewohnt waren. „Das war aller Ehren wert“, war auch Trainer Michael Roth vom Auftritt der beiden noch eher unerfahrenen Defensivkräfte mächtig angetan.

HNA live

Wir übertragen das Pokalspiel der MT Melsungen gegen die RN Löwen am Dienstag, 19.45 Uhr, per Liveradio und Ticker

Ein paar Belege: Kiels gefürchtete Anspiele an den Kreis zu Marcus Ahlm? Ließ die MT fast gar nicht zu. Würfe von Top-Torjäger Filip Jicha aus der Distanz? Wurden frühzeitig verhindert. „Wir sind immer wieder gut herausgerückt“, stellte Mansson zufrieden fest. Ins gleiche Horn stieß sein Nebenmann im Innenblock. „Wir wollten noch körperbetonter agieren als sonst und dem THW das Leben so richtig schwer machen“, erklärte Danner, „und die Kieler haben sich schwer getan.“ Teilweise entmutigt, weil auch Per Sandström im MT-Tor einiges abwehrte. Kein Wunder, dass sich doch einige Anhänger des Gastgebers etwas verwundert die Augen rieben, als ihr Team erst mit 1:4 und später wieder mit 10:11 zurücklag. Umso mehr, weil die Nordhessen sogar noch Möglichkeiten hatten, den Vorsprung auszubauen. So war der Gleichstand zur Pause fast ein wenig schmeichelhaft für den Favoriten.

Auch wenn der Außenseiter bis dahin „ein fast perfektes Spiel“ (Roth) geboten hatte, brachte der MT-Coach immer wieder frische Akteure von der Bank. Etwa Jens Schöngarth für den angeschlagen in die Begegnung gegangenen Alexandros Vasilakis und Kapitän Nenad Vuckovic, weil dieser für die Deckung nicht getauscht werden musste. Beide brachten sich gut ein.

Die Entscheidung fiel Mitte des zweiten Durchgangs, als sich die Gäste einige kleine Schwächen leisteten. Als unter anderem Michael Allendorf beim Siebenmeter mit einem Heber am zusehends stärker werdenden Schlussmann Thierry Omeyer scheiterte (43.). Statt 20:20 stand es kurzer Zeit später 24:19 - und die THW-Fans legten endgültig ihre Zurückhaltung ab. „Wir haben unsere Chancen dann besser verwandelt“, bemerkte Ahlm. So steuerten die Hausherren auf einen verdienten Erfolg zu, der allerdings nicht so deutlich ausfiel wie die meisten zuvor in dieser Runde.

Nur 28 Gegentreffer

Melsungen also eine Topmannschaft? „Nein“, befand Danner, „wir sind näher an die Spitze herangerückt.“ Lediglich 28 Gegentreffer gegen Kiel waren auf jeden Fall ein Indiz dafür. Und natürlich auch ein dickes Lob vom Trainer einer der weltbesten Mannschaften.

Von Björn Mahr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.