Roth: Schlechteste Leistung, seit ich hier bin

Ein Bild des Jammers: MT-Trainer Michael Roth (Mitte) und Jeffrey Boomhouwer (rechts) gucken bedröppelt drein, Michael Müller guckt erst gar nicht hin. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Melsungens Trainer Michael Roth findet nach der 23:26 Niederlage der MT gegen HSV Hamburg deutliche Worte.

Der Frust saß tief am Mittwochabend, und Michael Roth fand deutliche Worte. „Die Einzigen, die heute eine sehr gute Leistung gebracht haben, waren die Fans“, sagte der MT-Trainer nach der 23:26 (10:14)-Niederlage seiner Melsunger Bundesliga-Handballer gegen den HSV Hamburg. Fahrig, unkonzentriert - 3051 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle sahen mit an, wie die MT-Offensive selbst beste Chancen versiebte. Kreisläufer Felix Danner drückte es so aus: „Vorn war das heute grausam.“

Für den 29-Jährigen war dieser Abend „ein gebrauchter Tag“, wie er es formulierte. Sie hätten noch zehn Stunden weiterspielen können und hätten trotzdem nicht gewonnen, meinte er. Vor allem weil Johannes Bitter den Kasten der Hamburger regelrecht vernagelt hatte. Jogi habe einen Sahnetag erwischt, lobte HSV-Trainer Jens Häusler während der Pressekonferenz.

Und so sind die Gründe für diese Niederlage schnell aufgezählt. Kein Spieler hätte Normalform gehabt, befand Melsungens Trainer und ließ sich in seiner Enttäuschung sogar zu dieser Aussage hinreißen: „In Sachen Effektivität war das die schlechteste Leistung, seit ich hier angefangen habe“, sagte Roth. Auf Leistungsträger wie Patrik Fahlgren und Michael Müller hätten sie sich nicht verlassen können. Ob durch die Mitte, aus dem Rückraum oder über außen - bei der MT lief im Angriff nichts zusammen.

„In Sachen Effektivität war das die schlechteste Leistung, seit ich hier angefangen habe.“

Bis auf die 1:0-Führung durch Philipp Müller rannten die Gastgeber das gesamte Spiel hinterher und lagen nach dem Treffer von Adrian Pfahl zum 11:17 zwischenzeitlich gar mit sechs Toren zurück (37. Minute). Und selbst während des Schlussspurts, als Melsungen durch Malte Schröder zum 22:23 herankam (55.) und die personell gebeutelten Gäste konditionell abbauten, schaffte es die MT nicht, die Hamburger einzufangen. Roth sagte: „Wir sind an uns selbst gescheitert.“

Auf der MT-Bank blickten sie ungläubig drein, die meisten Zuschauer schüttelten die Köpfe. 23 Tore in eigener Halle - unterirdisch. Es hatte den Anschein, als ob die Nordhessen nicht hundertprozentig bei der Sache waren. Bei den Hanseaten fehlten Weltmeister Mahé und Abwehrchef Dominikovic - „womöglich nahm es der eine oder andere auf die leichte Schulter“, mutmaßte Roth. Auf jeden Fall vermisste der Trainer die richtige Körpersprache.

So gab es statt des vierten Sieges in Folge einen herben Dämpfer. Dass es Danner erneut erwischte an seinem lädierten rechten Fußgelenk, senkte die Melsunger Laune zusätzlich. Am Donnerstag gab der Kreisläufer erst mal Entwarnung. Die Verletzung sei nicht schlimmer geworden, sagte Danner. Viel Zeit, um die Wunden zu lecken, gibt es ohnehin nicht. Samstag steht schon wieder Europapokal auf dem Programm.

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