Melsungens Handball-Trainer zu Zielen und Visionen der MT

MT ein Spitzenteam? Roth will demütig bleiben

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Voller Energie: die MT-Verantwortlichen (von links) Axel Geerken (Geschäftsführer) und Michael Roth vor einem Bild im neu gestalteten Arbeitsraum der Geschäftsstelle in Melsungen. 

Melsungen. Das haben sie nun davon, die Handballer der MT Melsungen. Da legen sie den besten Start in der Bundesliga seit dem Aufstieg 2005 hin, da sind sie nach zehn Spieltagen auswärts noch ungeschlagen, da gehören sie zu den ärgsten Verfolgern des noch verlustpunktfreien Tabellenführers Rhein-Neckar Löwen. Und müssen sich nun die Frage gefallen lassen: „Ist die MT bereits ein Spitzenteam?“

Der Melsunger Trainer weicht einer direkten Antwort aus, ohne das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. „Wir fahren gut damit, weniger nach oben als nach unten in der Tabelle zu schauen, denn dort ist es verdammt eng“, sagt Michael Roth. Gemeint sind bis zu acht Anwärter auf den auch von ihm angestrebten Europapokalplatz. Und doch klingt das Zwischenfazit anlässlich eines „Tags der offenen Tür“ in den neu gestalteten Räumen der Geschäftsstelle in Melsungen wie eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Wir sind weiter als in der letzten Saison, haben die neue Qualität, die wir uns mit unserer Personalpolitik erhofft haben.“ Die „neue Qualität“: Eine noch stabilere Deckung mit einem überragenden Torwart-Duo, was sich gerade auch in fremden Hallen in einer „ungeheuren Präsenz dank unserer geballten Energie“ widerspiegelt. Oder in den aktuellen dritten Platz in der Bundesliga sowie dem Erreichen des Viertelfinales im DHB-Pokal.

Da träumt mancher Fan schon mal von der Champions-League, laut „Vereinsplan“ erst 2020 auf der Agenda und im Einklang mit der langfristigen Vertragsverlängerung mit dem MT-Coach. Ausgerechnet der Visionär, der einst mitten im Abstiegskampf den Europapokal als mittelfristiges Ziel proklamiert (und vorzeitig erreicht) hatte, hält die Bälle flach, vertröstet auf Weihnachten, „wenn wir klarer sehen.“

Warum? Weil seine Mannschaft bis dahin ein Mammutprogramm von zehn Spielen zu bestreiten hat, das zeigen wird, wohin die Reise geht. Der Fokus liegt darauf, die (sechs) Heimspiele (unter anderem gegen RNL, Göppingen, Hamburg) zu gewinnen, „denn auswärts verlieren wir ja eh‘ nicht“ (Roth).

Ironie des Trainers als Ausdruck von Selbstbewusstsein, mit dem der nächste Schritt in Angriff genommen werden soll. Passend zum Markencode (siehe Hintergrund), der auch Kerneigenschaften wie innovativ und dynamisch beinhaltet. Bezogen auf die gesamte Abteilung, die trotz eines großen Schubs in den letzten Jahren doch noch nicht am Ziel ist.

Die zweite Mannschaft, vor der Saison in die Oberliga aufgestiegen, soll sich laut Geschäftsführer Axel Geerken mittelfristig als U 23 in der 3. Liga etablieren. Um dann eines Tages auch mal auf Spieler, „die wir selbst ausgebildet haben“, in der Bundesliga zurückgreifen zu können. Mit dem Erreichen des HBL-Jugendzertifikats, für das nur noch eine B-Jugend in der Oberliga fehlt, könnte es schneller gehen.

Länger dauern dagegen wird der Bau einer modernen Heimstätte. Immerhin: Eine Zeichnung mit einem riesigen roten Ball als Arena gibt es schon. Wieder Mal eine Vision?

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