MT heute in Berlin: Gegner setzt auf eigene Talente und Konstantin Igropulo

Saisonziel noch unscharf

Neuer Berliner Hoffnungsträger im rechten Rückraum, mit dem es die MT-Abwehr heute zu tun bekommt: Konstantin Igropulo. Foto: dpa

Berlin. Die Füchse Berlin haben in dieser Saison ein Luxusproblem: Wie lässt sich das aktuelle Saisonziel definieren, wenn die Mannschaft in der letzten Spielzeit mit dem dritten Platz in der Handball-Bundesliga sowie dem Sprung ins Halbfinale der Champions-League viel mehr als erhofft erreicht hat? Und Trainer Sigurdsson trotzdem feststellt: „Wenn wir anfangen zufrieden zu sein, werden wir überholt.“

Der Isländer selbst weist darauf hin, „dass wir noch keinen Titel gewonnen haben“, während sich sein Manager eher zurückhaltend gibt. „Wir wollen uns erneut für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren“, erklärt Bob Hanning. Das muss nicht die Champions-League sein, so dass es auch der sechste Rang tun würde. Denn personell und wirtschaftlich ordnet der Macher des Berliner Handballwunders die Füchse hinter den „großen Vier“ (Kiel, Flensburg, Hamburg und Rhein-Neckar Löwen) ein. Aber trotz allem Respekts natürlich vor der MT Melsungen, gegen die der Aufsteiger von 2007 den fünften Saisonsieg anpeilt (Heute, 19 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Kein einfaches Unternehmen, „weil Melsungen sich sehr gut verstärkt hat.“ Etwa mit dem Ex-Berliner Jonathan Stenbäcken, der vor gewohnter Kulisse zeigen will, was die Hauptstädter an ihm verloren haben. Und weil der nächste Heimgegner Meister Kiel ist, der die Sigurdsson-Schützlinge von ihrer Aufgabe gegen die Nordhessen ablenken könnte. „Dabei wäre ein Sieg gegen Melsungen wichtiger als gegen Kiel, die einzige Mannschaft, gegen die man zu Hause verlieren darf“, appelliert Hanning an seine Mannschaft.

Bisher hat sie - vier Spiele, vier Siege - ihr Pflichtprogramm eher glanzlos abgespult. Was auch der Experimentierfreude von Dagur Sirgurdsson geschuldet war, der der jungen Berliner Garde Einsatzzeiten gab. Nach Löffler und Sellin haben Perspektivspieler wie Wiede, Thümmler, Kroll und Drux die eigentliche „Erntephase“ eingeleitet, wobei aus dem Bau der so erfolgreichen Jungfüchse (u.a. Deutscher A-Jugend-Meister) noch weitere Talente auf dem Sprung sind.

Natürlich wurden mit Börge Lund und Konstantin Igropulo auch zwei gestandene Spieler geholt. Der russische Nationalspieler als Ersatz für den zu den Rhein-Neckar Löwen abgewanderten Alexander Petersson, zuvor beim FC Barcelona unter Vertrag, mit dem der Rückraumspieler 2011 die Champions-League gewann. Im Angriff (u.a. neun Tore beim 29:26 gegen Göppingen) hat der Linkshänder, besonders im Zusammenspiel mit Mittelmann Jaszka, schon gute Ansätze gezeigt, über die Abwehrstärke seines Vorgängers verfügt er (noch) nicht.

Zwei bis drei Monate will Hanning dem 27-jährigen Russen mit griechischen Wurzeln noch geben, um „so richtig bei uns anzukommen.“ Vielleicht sieht er dann auch klarer, wohin die Berliner Reise nach der Traumsaison 2011/2012 geht.

Von Ralf Ohm

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