Handball-Bundesligist Ahlen-Hamm entlässt Trainer Pfänder - Nachfolge unklar

Am Schluss ohne Chance

Als Trainer der HSG Ahlen-Hamm gescheitert: Jens Pfänder. Am Ende war auch er ratlos und konnte der Mannschaft nicht mehr helfen. Foto: dpa

HAMM. Jetzt hat auch der Neuling der Handball-Bundesliga, die HSG Ahlen-Hamm, den Trainer entlassen. Der Klub steht ebenso wie die MT Melsungen im Abstiegskampf. Die Nordhessen hatten ihren Trainer Matjaz Tominec schon vor einigen Wochen entlassen und durch den bisherigen Wetzlarer Michael Roth ersetzt. Die Nerven liegen blank.

Ahlen-Hamm ist nun auf der Suche nach einem neuen Coach. Vorübergehend wird das Training von Co-Trainer Rob de Pijper geleitet. Bis zum Kellerduell zwischen Ahlen-Hamm und Wetzlar in eineinhalb Wochen soll der neue Coach gefunden sein. „Es wird keinen Schnellschuss geben“, erklärte HSG-Geschäftsführer Franz Dressel.

Die Freistellung Pfänders, der nur einen Zähler geholt hatte , war zunächst wohl nicht geplant. In ihrem Vier-Augen-Gespräch am Dienstag hatten sich Dressel und der 51-jährige Coach, der nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, eigentlich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit verständigt. Obwohl Dressel zuvor öffentlich Kritik an Pfänder geübt hatte. Dies sei von Pfänder „sehr offen“ aufgenommen worden.

Der Trainer habe versichert, kommunikativer im Umgang mit den Spielern und dem Trainerstab sein zu wollen, nicht mehr alles „zu professionell“ zu sehen, „nicht den Handball-Lehrer weiterzuleben“. „Die Erwartung war, dass wir punkten und mehr mannschaftliche Geschlossenheit hinbekommen“, so Dressel, der das Gefühl hatte: „Wir kriegen das Ding auf Kurs.“ Und davon wollte der Geschäftsführer auch den HSG-Beirat überzeugen.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Durch eine Indiskretion waren Interna aus der Beirats-Sitzung an die Öffentlichkeit gelangt, noch dazu, so Dressel, falsche. Denn diese unterstellten ihm, dass er in dem Gremium ein Votum gegen den Trainer gesucht und nicht bekommen habe.

Dressel fühlte sich demontiert, in seiner Autorität angegriffen -- und unter Zugzwang gesetzt. „So etwas lasse ich mir nicht nachsagen. Ich hatte gar keine andere Möglichkeit mehr, als Jens Pfänder anzurufen und ihm mitzuteilen, dass ich unsere Übereinkunft nicht aufrecht erhalten kann“, meinte Dressel. Pfänder besitzt noch einen Vertrag bis 2012.

Für die HSG Ahlen-Hamm spielen zurzeit übrigens auch die beiden früheren Melsunger Marcus Hock und Jiri Hynek.

Von Peter Schwennecker

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