Handball

Schlussstrich für MT Melsungen nun auch im Europapokal

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Der letzte Auftritt im EHF-Pokal 2019/20: Im MT-Spiel gegen Bjerringbro-Silkeborg (35:33) wird Marino Maric von Orri Jonsson (links) und Mads Kjeldgaard (rechts) in die Zange genommen. ARCHIVFoto: ANDREAS FISCHER

Die Europäische Handball-Föderation nun alle K.o.-Rundenspiele der kontinentalen Vereinswettbewerbe gestrichen. Bis auf das Final Four im DHB-Pokal, das noch terminiert werden muss, ist die Saison damit für die MT Melsungen abgehakt.

Eine Überraschung war es nicht mehr: Die Europäische Handball-Föderation hat bis auf das Vierer-Finalturnier der Champions League, das bereits auf den 28./29. Dezember in Köln verschoben worden war, nun alle K.o.-Rundenspiele der kontinentalen Vereinswettbewerbe gestrichen. Das Aus für die Achtel- und Viertelfinals nach nur vier der sechs Gruppen-Spieltagen betrifft im EHF-Pokal neben den Rhein-Neckar Löwen, dem SC Magdeburg und dem im zweiten Anlauf für den 29./30. August ursprünglichen vorgesehenen Finalturnier-Gastgeber Füchse Berlin auch den heimischen Bundesligisten MT Melsungen.

„Jede andere Entscheidung als einen Abbruch auch der kontinentalen Saison hätte mich sehr überrascht“, sagte MT-Vorstand Axel Geerken. „Ohne Training, ohne Wettkampfpraxis in den nationalen Ligen konnte es jetzt nur diese Entscheidung geben.“

Natürlich sei es sportlich für Spieler und Fans bitter, dass die Auftritte auf der internationalen Bühne nun ersatzlos ausfallen. Kaufmännisch aber sei das kein Problem, denn, so Geerken, „der EHF-Pokal ist kein Wettbewerb zum Geldverdienen.“ Ein Gewinn sei folglich auch nie eingeplant gewesen „und zum Glück konnten wir die geplante Reise zum letzten Gruppenspiel nach Polen noch rechtzeitig stornieren“

Mit dem Beschluss der EHF ist nunmehr die Handball-Saison 2019/20 komplett abgehakt. Mit zwei Ausnahmen: Das Final Four des DHB-Pokals, das zunächst vom April auf Ende Juni verschoben war, soll nun irgendwann in der nächsten Saison nachgeholt werden. Termin offen. Dann spielen im Halbfinale Lemgo gegen Kiel und die Melsunger gegen Hannover-Burgdorf.

Und am Jahresende ist schließlich der CL-Abschluss in Köln terminiert. Dann erstmals seit 2016 wieder mit einer deutschen Mannschaft. Denn die EHF hat den neuen Bundesliga-Meister THW Kiel als einen der beiden Gruppensieger für das Final Four gesetzt. Das Quartett komplettieren FC Barcelona, Paris St. Germain und Veszprem (Ungarn). Pikant: Der norwegische Topstar Sander Sagosen, der zur kommenden Saison im Sommer nach Kiel wechselt, steht noch bei PSG unter Vertrag.

Der zweite deutsche Vertreter SG Flensburg-Handewitt, der sich als Gruppenfünfter für das Achtelfinale qualifiziert hatte, ist damit raus.

MT-Vorstand Axel Geerken ist erleichtert, dass nach Wochen des Bangens bis auf administrative Dinge wie die Rückzahlung des Karten-Kaufpreises an die Fans nun die alte Saison abgehakt und zumindest ein wenig regeneriert werden kann. „Die Ungewissheit aber bleibt“, sagt der 47-Jährige. „Wir versuchen positiv zu bleiben und Optimismus vorzuleben. Aber wir wissen jetzt und wohl noch einige Wochen lang nicht, ob wir wie erhofft ab 1. September in die neue Saison werden starten können“, erklärt Geerken. Seine Hoffnung: „Keine weiteren bösen Überraschungen mehr, aber so viele Spiele wie nur möglich mit so vielen Zuschauern wie möglich.“  mit sid/dpa

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