Melsunger Handballer bringen Zwei-Tore-Führung nicht über die Zeit

Schnellcheck zum MT-Spiel in Magdeburg: Ein Remis, das schmerzt

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Halt, hiergeblieben: Johannes Sellin (5) und Michael Müller (hinten) stoppen Matthias Musche.

Eine Minute vor der Schlusssirene führten die Handballer der MT Melsungen noch 28:26 beim SC Magdeburg. Doch diesen Vorsprung verspielten die Gäste. Der Schnellcheck zum Spiel.

Vor 6333 Zuschauern in der Getec-Arena mussten sich die Nordhessen mit einem 28:28 (15:14) begnügen.

Wie war das Spiel?

Die Melsunger Handballer haben auf jeden Fall in der vorangegangenen Nacht im Hotel in der Magdeburger Innenstadt die Uhren zurückgestellt. Denn sie waren von der ersten Sekunde an präsent. Relativ schnell wurde deutlich, weshalb die Gäste aus Nordhessen an der Tabellenspitze mitmischen und die Hausherren von dieser Rolle eben ein gutes Stück entfernt sind: Denn der SCM leistete sich einige haarsträubende technische Fehler. Dagegen fanden MT-Kapitän Michael Müller und seine Nebenleute immer wieder sehenswerte Lösungen im Angriff.

Dass sich die MT nicht absetzen konnte und zwischenzeitlich sogar mit 6:8 ins Hintertreffen geriet, lag an einigen Schwierigkeiten in der Deckung. Zudem waren die Schützlinge von Trainer Michael Roth wiederholt in Unterzahl.

Schade! Ganz knapp nur verpassten die Schützlinge von Michael Roth den Sieg in Magdeburg. Die Miene des Trainers spricht Bände.

Im zweiten Durchgang gelang es Spielmacher Timm Schneider und seinen Mitstreitern, eine beachtliche Führung herauszuwerfen: 19:15 durch Johannes Sellin. Wer schon mal in Magdeburg war, der weiß: Das heißt gar nichts. Und so war es auch: Mit einem starken Linksaußen Matthias Musche schloss der SCM wieder auf – und ging sogar 26:25 in Front. Nun war die MT wieder gefordert und sah beim Stand von 28:26 wie der sichere Sieger aus. Allerdings waren die Melsunger nicht clever genug. Erst zog Momir Rnic zu unvorbereitet ab, dann machte es Routinier Nenad Vuckovic nicht besser. In der Schlusssekunde verwandelte SCM-Torjäger einen Siebenmeter zum glücklichen Remis.

War das Ergebnis gerecht?

So sahen es verständlicherweise die Bördestädter. Schaut man sich die 60 Minuten jedoch genau an, war Melsungen die bessere Mannschaft und hätte zwei Punkte verdient gehabt.

Wie haben die Melsunger das Ergebnis bewertet?

Die Gäste waren mächtig gefrustet. „Mir fehlen die Worte“, sagte MT-Kreisläufer Felix Danner, „wir hätten gewinnen müssen.“ Kapitän Michael Müller sah es genauso: „Das darf uns nicht passieren, dass wir den Sieg noch aus der Hand geben.“

Zu Beginn der letzten Minute wollte Roth die Grüne Karte beim Kampfgericht hinlegen. Rnic schloss aber zu schnell ab. Als er die Auszeit beantragte, war es zu spät. Ballbesitz für Magdeburg. Mit Rnic ging der MT-Coach später hart ins Gericht. „Wir waren ein bisschen zu dämlich in der letzten Minute“, räumte Roth ein. Dabei dachte er auch an Vuckovics unvorbereiteten Vorstoß.

Gab es einen Aufreger?

Die Zeitstrafe gegen Michael Allendorf in der 13. Minute. Der Linksaußen der MT hatte natürlich den Ball mit dem Bein berührt, als die Hausherren einen Pass zu Rechtsaußen Robert Weber spielten. Doch eine Absicht war ihm nicht zu unterstellen. Und weil Allendorf schon in der zweiten Minute nach einem nicht so schlimmen Foul hinuntergestellt worden war, war der Unmut bei Roth absolut nachzuvollziehen. Was nichts daran änderte, dass die Unparteiischen auch danach noch einige Zwei-Minuten-Strafen mehr gegen die MT als gegen den Europacup-Starter verhängten.

Wie war die Stimmung in der Getec-Arena?

Die Kulisse war für ein Spiel, das sogar im Fernsehen live übertragen wurde, prächtig. 7100 Zuschauer finden in dem Hexenkessel an der Berliner Chaussee Platz, 6333 waren da. Anfangs runzelten die SCM-Fans mehr die Stirn, als dass sie applaudierten. Da ihr Team aber zumindest kämpferisch voll überzeugte, verwandelten sie die Arena spätestens nach dem siebten Treffer von Musche und den ersten Paraden des eingewechselten dänischen Torwarts Jannick Green in ein Tollhaus.

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