Schröders Sorgen: MT-Profi erholt sich von  Kreuzbandriss

Nur Zuschauer: Melsungens Malte Schröder beim Bundesliga-Spiel gegen den HSV Hamburg. Foto:  Fischer

Kassel. Rückblende: Mitte August, die Handballer der MT Melsungen legen im Pokal in Eisenach einen schwungvollen Start in die Saison hin.

Malte Schröder wird bei subtropischen Temperaturen unterm Dach der rutschige Boden in der Werner-Assmann-Halle zum Verhängnis. Schröder verliert den Halt, stürzt und humpelt – von den Kollegen gestützt – vom Feld. Kurz darauf die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Für Schröder besonders bitter, weil sein Vertrag in Melsungen nach dieser Runde ausläuft und er in eine ungewisse Zukunft blickt. Wir haben uns mit dem 28-Jährigen in Kassel getroffen und über seine aktuelle gesundheitliche Situation sowie die Entwicklung bei der MT geredet.

DIE ERSTEN TAGE

Bereits 60 Stunden nachdem es das Schicksal nicht gut mit ihm gemeint hatte, kam der gebürtige Ostwestfale bei Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch unters Messer. Theoretisch hätte auch der Vater des MT-Profis operieren können: Dieser ist Unfallchirurg und Sportmediziner. Doch bei Rauch wusste sich Malte Schröder auch in guten Händen. Vom Papa bekam er Fachliteratur zum Thema Kreuzbandriss. „Diese“, sagt Schröder, „habe ich mir aber erst nach der OP angeschaut.“

DIE GENESUNG

Anders als etwa Mannschaftskamerad Patrik Fahlgren, bei dem auch das Innenband in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat Schröder keine komplexe Verletzung. Es ist eben „nur“ ein Kreuzbandriss. „Der Heilungsverlauf ist gut“, erklärt der Linkshänder. Läuft alles nach Plan, könnte er schon Ende Februar im Kader stehen. Am Montag reist er nach Donaustauf in Bayern, um beim Physiotherapeuten der Fußball-Nationalelf, Klaus Eder, weiter an seiner Rückkehr zu arbeiten. Am 11. Januar wird er mit dem MT-Team ins Trainingslager nach Fuerteventura reisen: Athletik- und Krafttraining kann er absolvieren. „Nur beim Fußball“, witzelt Schröder, „würde ich nicht mitmachen.“

DIE ZUKUNFT

Bis es ihn im Sommer erwischte, hatte er noch nie eine schwerwiegende Verletzung. Deshalb hat er im Handball auch noch einiges vor. Fünf, sechs Jahre will er auf jeden Fall noch auf hohem Niveau seiner Leidenschaft nachgehen. Die Melsunger Verantwortlichen um Manager Axel Geerken haben mit ihm schon gesprochen. Die Zukunft des gebürtigen Bielefelders ist absolut offen. Immer mal wieder erhält sein Berater Anfragen anderer Klubs. Doch in diesem Kalenderjahr wird es keine Entscheidung geben. Klar, er möchte erst einmal wieder gesund werden. Wenn er mal nicht zur Reha muss, freut er sich über den Besuch seiner Freundin Sabrina, die in Münster lebt. Oder er sitzt über den Büchern. Er studiert Internationales Management an einer Fernuniversität.

DIE HOFFNUNG

Natürlich hat er sich in der Liga umgeschaut. Um zu wissen, wie andere Handballer mit einer solchen Knieverletzung umgegangen sind. Positiv aufgefallen ist ihm der Göppinger Tim Kneule: „Der kam physisch stärker zurück.“ Das will Schröder auch packen. Eine Schultereckgelenkssprengung, die er im Mai auf der rechten, auf der für einen Linkshänder unbedeutenderen Körperseite erlitt, lässt er gleich mitbehandeln.

DAS MT-ABSCHNEIDEN

Wenn das Team spielt, fiebert Schröder hinter der Bank mit. „Ich freue mich, dass es so gut funktioniert“, erklärt der 28-Jährige, „aber ich fühle mich nicht so sehr dafür verantwortlich, als wenn ich selbst im Trikot dabei wäre.“

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