Kurze Entspannung auf Mallorca und eine Hochzeit

Sein Lieblingsplatz ist die Dönche: MT-Neuzugang Finn Lemke

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Hoch, höher, Lemke: MT-Neuzugang Finn Lemke (Mitte) setzt sich gegen die Stuttgarter Florian Burmeister (links) und Simon Baumgarten durch.

Kassel. Seit drei Wochen bereiten sich die Handballer der MT Melsungen auf die kommende Bundesliga-Saison vor. Finn Lemke gehört zwar zu den Neuzugängen, der Hüne lebt aber schon so lange hier, dass er unter den ersten Besuchern der documenta 14 hätte sein können.

Denn während andere Handball-Profis im Juni Urlaub machten, bezog er schon direkt nach seiner Verabschiedung vom SC Magdeburg die Wohnung im Kasseler Stadtteil Wilhelsmhöhe. Der Grund: Lemke litt zum Ende der vergangenen Serie an einem Syndesmoserisses und absolvierte sein Reha-Programm bei MT-Partner Rehamed.

„Nur fünf Tage war ich zum Entspannen auf Mallorca“, erklärt der 2,10 m große Rückraumakteur. Und ein Wochenende nutzten er und seine langjährige Freundin Jacqueline, um in Bad Salzuflen zu heiraten. Im nahe gelegenen Lemgo leben die Schwiegereltern des gebürtigen Bremers, in Lemgo begann vor sechs Jahren seine Profi-Laufbahn - und in Lemgo wurde er zum Nationalspieler.

Bei einem Meisterschaftsspiel in Kassel gegen die MT warf er beispielsweise im Februar 2014 zehn Treffer für die Lipper. Der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson erkannte vor allem die Stärke Lemkes als Verteidiger. Beim EM-Triumph 2016 in Polen und dem Gewinn von Olympia-Bronze in Rio hielt der Hüne die Abwehr zusammen. Und mit dem SC Magdeburg eroberte er im gleichen Jahr den Pokal. Dass er sich dennoch gegen einen Verbleib in Sachsen-Anhalt entschied, hatte einen einfach Grund: Er bekam selten Spielanteile in der Offensive. Bei der MT soll er auch für Druck aus dem linken Rückraum sorgen. Allerdings herrscht großer Konkurrenzkampf: Julius Kühn und Philipp Müller spielen dort ebenfalls.

Schwierige Aufgaben beim Sparkassen-Cup

„Wir haben viel Qualität auf der Position“, streicht Lemke das Positive heraus. In den bisherigen Vorbereitungsspielen legte Trainer Michael Roth großen Wert darauf, dass jeder Akteur im Angriff Selbstvertrauen tanken und sich in die Torschützenliste eintragen kann. „Die Mannschaft muss sich erst richtig finden“, betont der 25-Jährige. Die vielen Testspiele sind durchaus nützlich.

Beim heute beginnenden Sparkassencup warten die nächsten schwierigen Aufgaben. Für Lemke kann es bei diesem Turnier sogar eine Premiere geben: In den Finalspielen winkt ein Duell mit seinem jüngeren Bruder Jari, der beim TBV Lemgo unter Vertrag steht. „Es läuft ganz gut für ihn. Ich hoffe, dass er in dieser Saison noch mehr eingesetzt wird“, sagt der Neu-Melsunger über den fünf Jahre jüngeren und nur sieben Zentimeter kleineren Nachwuchshandballer.

Die MT bekommt es am heutigen Mittwoch ab 20 Uhr in Gensungen mit dem polnischen Erstligisten Elblag zu tun. Zwischen Training und Spiel hat Lemke etwas Zeit, um weitere Eindrücke von seiner neuen Wahlheimat Kassel zu sammeln. Sein Lieblingsplatz bislang: Naturschutzgebiet Dönche. Dort führt er seinen Dalmatiner-Rüden Nemo aus. „Ich fühle mich sehr wohl“, erklärt Lemke: Für die kommenden Wochen hat er ein großes Ziel: „Zur documenta will ich unbedingt noch.“

Zur Person

Finn Lemke (25) stammt aus Bremen und erlernte das Handball-Einmaleins bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Bevor er in diesem Sommer zum Bundesligisten MT Melsungen wechselte, spielte er für die Klassenkameraden TBV Lemgo und SC Magdeburg. Seine größten Erfolge feierte Lemke im Jahr 2016: Der Abwehrstratege gewann nämlich mit der DHB-Auswahl EM-Gold und Olympia-Bronze. Zudem eroberte der Halblinke mit Magdeburg den DHB-Pokal. In 55 Länderspielen warf der 2,10 m große Handball-Profi bislang 22 Tore. Lemke ist verheiratet.

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