Sein vorletztes Heimspiel - Anwurf Samstag ab 19 Uhr

Scheidender MT-Profi Patrik Fahlgren trifft mit Melsungen heute auf Lemgo

Typische Pose: Patrik Fahlgren wird auch heute wieder den nächsten Spielzug anzeigen. Foto: Fischer

Kassel. Sein erstes Bundesligaspiel für die MT Melsungen bestritt er am 3. September 2011. Drei Treffer steuerte Patrik Fahlgren zum 28:21-Heimsieg beim Saison-Auftakt gegen den TV Hüttenberg bei.

Wenn die MT heute ab 19 Uhr den TBV Lemgo empfängt, dann wird der Schwede zum vorletzten Mal in der Kasseler Rothenbach-Halle auflaufen. Nach dieser Spielzeit kehrt der 31 Jahre alte Spielmacher in seine schwedische Heimat zurück. Seine Abschiedsvorstellung aus Deutschland gibt er am 10. Juni mit der Begegnung bei den Rhein-Neckar Löwen.

„So langsam merke ich schon, dass dieses besondere Kapitel in meinem Leben zu Ende geht“, erklärt der Mann mit der Rückennummer neun, „wenn der Moment kommt, an dem ich die Mannschaft, den Verein, die Region verlasse, wird es schon auch ein trauriger Tag sein.“

Wir blicken auf einen Mann, der das Angriffsspiel der Nordhessen wie kaum ein anderer in den vergangenen sechs Jahren geprägt hat und heute sein 165. Punktspiel im Melsunger Team absolvieren wird.

So kam Fahlgren nach Nordhessen: 2010 trug er das Trikot der SG Flensburg-Handewitt. Beim Champions-League-Vertreter war er aber nicht immer erste Wahl und mit seiner persönlichen Situation auch nicht ganz zufrieden. Dann traf er sich mit Michael Roth. Der Trainer war erst kurz zuvor nach Melsungen geholt worden – und bei der Suche nach einem klassischen Mittelmann für die darauf folgende Saison auf Fahlgren gestoßen. „Patrik ist ein sehr intelligenter Spieler mit Stärken im 1:1-Verhalten“, erklärt Roth, weshalb er den Schweden an die Fulda lotste.

Heute gibt es ein Wiedersehen: Patrik Fahlgren (rechts) und Jonathan Stenbäcken, mittlerweile in Lemgo. Foto: Archiv

So erfolgreich war die MT mit Fahlgren: Wenn es einen Spieler gibt, der für den unaufhaltsamen Aufstieg der MT seit 2011 steht, dann ist es der Regisseur aus Göteborg. „Ich habe in Melsungen einen Vertrag unterschrieben, als das Team mit 0:22 Punkten gestartet war“, erinnert sich Fahlgren, „mein Ziel war es, mit der MT europäisch zu spielen. Das haben wir zweimal hinbekommen.“ Zudem gelang es ihm und seinen Kollegen, zweimal beim Final Four des deutschen Pokals in Hamburg mitzumischen. „Es gibt nicht dieses eine Ergebnis, was mir besonders viel bedeutet“, betont der Schwede, „es ist die Reise, die ich mit dem Verein gemacht habe. Die MT hat eine gute Entwicklung genommen.“

So wird Fahlgren in Erinnerung bleiben: Als Lenker und Denker. Per Handzeichen machte er allen Nebenleuten klar, wie der nächste Spielzug aussehen wird. Was viele vergessen haben dürften: Er harmonierte auch gut mit den früheren griechischen Nebenleuten Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis. „Schade, „sagt Coach Roth rückblickend, „dass sich Falle dann 2015 schwer verletzt hat.“ Im Bundesligaspiel gegen Berlin erlitt Fahlgren einen Kreuzbandriss. Nach seiner Rückkehr fand der Routinier lange nicht zu alter Stärke zurück. Erst in dieser Serie deutete er teilweise wieder seine Klasse an.

So erlebten die Teamkollegen Fahlgren bei den Aufenthalten im Teamhotel: Er war am Morgen immer der Erste beim Frühstück. „Dabei“, betont der 31-Jährige, „schlafe ich eigentlich gern länger.“

So besonders wird das heutige Spiel für Fahlgren: Es gibt ein Wiedersehen mit den alten Weggefährten Anton Mansson und Jonathan Stenbäcken. Zu seinen Landsleuten pflegt er freundschaftliche Kontakte. Fahlgren hat Stenbäcken sogar mal in Lemgo besucht.

So wird Fahlgrens Rückkehr nach Schweden: Im Sommer zieht er nach Stockholm, er wird erstmals Vater. Seine schwangere Freundin Jessica erwartet ein Kind. In Schwedens Hauptstadt wird Fahlgren seine Karriere bei Hammarby fortsetzen. Nebenbei kann er sich auch wieder verstärkt um das Unternehmen kümmern, an dem er beteiligt ist. Zusammen mit Ex-Bundesligaspieler Oscar Carlén und dem Flensburger Tobias Karlsson vermittelt er Unfallversicherungen für Handball-Profis.

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