Melsunger Handballer gab am 10. Juni 2006 sein Debüt

Jubiläum für Silvio Heinevetter: Seit 15 Jahren im deutschen Tor

Silvio Heinevetter im Tor der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Olympia-Qualifikation 2021.
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Silvio Heinevetter im Tor der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Olympia-Qualifikation 2021.

Am 10. Juni 2006 feierte der damals 21-jährige Silvio Heinevetter sein kurzes Debüt für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Auch heute, 15 Jahre später, ist er noch Teil des DHB-Teams.

Kassel – Bei der erfolgreichen Olympia-Qualifikation im März in Berlin absolvierte Silvio Heinevetter sein 200. Länderspiel für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Wer den 36-Jährigen vom Bundesligisten MT Melsungen kennt, der weiß, dass er selbst mit solchen Meilensteinen in einer Karriere nicht sonderlich viel anfangen kann. So ist es auch keine große Überraschung, dass bei ihm der heutige Tag keine besonderen Emotionen auslöst.

Dabei bestritt er genau vor 15 Jahren sein erstes Länderspiel für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) – kurzum: Er ist seit 15 Jahren Nationalspieler.

Beim Debüt ging es gleich gegen Weltmeister Spanien

„Ich lege da keine große Bedeutung hinein“, sagt Heinevetter in seiner typischen Art. Wenn er zurückblickt, dann geht es ihm nicht so sehr um Ergebnisse: „Es gab wichtige Siege, aber auch bittere Niederlagen. Das Wichtige ist, dass ich durch die Nationalmannschaft viele interessante Leute kennengelernt habe.“

So jubelte Heinevetter während der WM 2010.

Bei seinem Debüt am 10. Juni 2006 in der Mannheimer SAP-Arena gegen den Weltmeister und Vize-Europameister Spanien wurde er für einen Siebenmeter eingewechselt – erste Wahl war Carsten Lichtlein. „Es ist ein paar Jahre her. Ich weiß aber noch, dass die Spanier mit einigen Handball-Legenden angetreten sind“, erinnert sich Heinevetter.

Bei den Iberern liefen Stars wie Ruben Garabaya, Jose Maria „Chema“ Rodriguez und Julio Fis Russedy auf. Sein späterer Berliner Mannschaftskollege Iker Romero stand damals ebenfalls im Kader Spaniens. Für Deutschland waren unter anderen spätere WM-Helden wie Pascal Hens, Markus Baur, Florian Kehrmann, Andrej Klimowets und Michael Kraus im Einsatz.

„Die Zeit bei der Nationalmannschaft ist anstrengend, aber es macht auch viel Spaß“, sagt Heinevetter. Im Sommer 2016 gewann der 1,94 m große Schlussmann mit dem DHB-Team in Brasiliens Hauptstadt Rio de Janeiro die Bronzemedaille – unter anderen mit seinen jetzigen Melsunger Kollegen Finn Lemke, Kai Häfner, Julius Kühn und Tobias Reichmann. Bei der Heim-Weltmeisterschaft 2019 verpassten „Heine“ und die deutsche Mannschaft als Vierter Edelmetall nur denkbar knapp.

Olympia-Teilnahme noch offen

Ob er bei den Olympischen Sommerspielen im Juli in Tokio dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Unter Bundestrainer Alfred Gislason hat Heinevetter bislang nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Er wirkt topfit. Und die nötige Spielpraxis, die ihm vor seinem Abschied 2020 aus Berlin gefehlt hat, bekommt er jetzt bei der MT. Allerdings hat er mit Andreas Wolff und Johannes Bitter starke Konkurrenz. Da Gislason nur 14 Akteure plus drei Ersatzkräfte mit nach Japan nehmen wird, ist nicht absehbar, ob er in seinem Aufgebot noch Platz für einen dritten Torwart hat.

Falls der 201-malige deutsche Auswahlspieler Heinevetter heute doch einmal an die SAP-Arena denkt, dann dürfte es nichts mit seinem ersten Länderspiel in der schmucken Mannheimer Halle zu tun haben. Am kommenden Sonntag gastiert er ab 16 Uhr mit der MT Melsungen bei den Rhein-Neckar Löwen.

Von Björn Mahr

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