Ein Handball-Abend, der viel zu bieten hatte

MT gegen Erlangen: Sellin-Gala und höchster Sieg

Völlig losgelöst: Melsungens Johannes Sellin machte ein Riesenspiel gegen Erlangen. Foto: Fischer

Kassel. Die Frage, wer als Fünfter durchs Ziel gehen wird, wird vielleicht erst am letzten Spieltag geklärt werden.

Fest steht allerdings: Sollte die MT Melsungen wie erwartet in den Kampf um diese wichtige Position involviert sein, dann hätte der Handball-Bundesligist aus Nordhessen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Denn mit dem 37:23 gegen den HC Erlangen gelang der MT nicht nur ihr höchster Saisonerfolg, sondern die Schützlinge von Trainer Michael Roth haben damit nun von den Klubs aus dem vorderen Tabellenmittelfeld die mit klarem Abstand beste Tordifferenz – und dieser Wertung kann gehörige Bedeutung zukommen.

Das Team von Frisch Auf Göppingen, das in einer Woche (Samstag, 23. Mai, 19 Uhr) in Kassel zum Verfolgerduell gastiert, konnten die Melsunger dadurch zumindest für 48 Stunden vom fünften Rang, der die sichere Teilnahme im Europacup zur Folge hat, verdrängen. Der Auftritt der MT gegen Erlangen sorgte aber noch für mehr Gesprächsthemen.

TAG DER RECHTSAUSSEN

Falls sich Bundestrainer Dagur Sigurdsson diese Partie mal auf Video ansieht, um sich über den Leistungsstand einiger seiner Mannen zu informieren, dann dürfte er sich vor allem über die Vorstellungen von Johannes Sellin und Ole Rahmel freuen. Die beiden Linkshänder avancierten zu den Spielern des Spiels. Erlangens Rahmel, jüngst anstelle von Sellin erstmals ins DHB-Aufgebot berufen, kam auf 11/2 Tore. Der Melsunger Gegenüber traf zehnmal. „Es wurde auch Zeit, dass ich mal wieder so ein Spiel abliefere“, frohlockte der MT-Profi, der sich als sicherer Siebenmeterschütze erwies und auch sonst in bester Spiellaune war. Es schien ihn sichtlich beflügelt zu haben, dass seine Freundin aus Brasilien erstmals in der Rothenbach-Halle weilte. „Das war sehenswert“, lobte auch Roth den Ex-Berliner.

TRAUMTOR AUS DER NOT

Sellin war auch Ausgangspunkt eines Treffers, der die 3106 Zuschauer aus den Sitzen trieb. Mit einem messerscharfen Pass fast übers ganze Feld bediente er den nach vorn geeilten Jeffrey Boomhouwer, der das Leder hinter dem eigenen Rücken an Schlussmann Jan Stochl vorbei ins Erlanger Gehäuse beförderte. „Ich hatte das gar nicht so vor“, erklärte der schnelle Niederländer, „aber plötzlich war ich schon so weit gesprungen, dass mir nichts Anderes übrig blieb. Ich wollte Stochl in keinster Weise lächerlich machen.“

TAKTIK DES SIEGERS

Sie kreuzten von hier nach dort, von dort nach hier. Doch eine Lücke in der Melsunger 6:0-Abwehr suchten die Franken oft vergeblich. „Wir wissen, dass wir gut verteidigen können. Heute waren wir besonders konzentriert“, freute sich Michael Roth. Da die MT-Hünen aus dem Deckungszentrum die eine Seite des Kastens und Torwart Mikael Appelgren die andere geschickt zumachten, ergaben sich viele Ballgewinne, wodurch die flinken Außen des Gastgebers zu etlichen Tempogegenstößen kamen.

TÜPFELCHEN AUF DEM „I“

Von Sekunde zu Sekunde war er näher an die Stelle gerückt, wo bei Melsungen ein- und ausgewechselt wurde. In der 55. Minute durfte Heiko Grimm dann erstmals ran. Sein Wurf aufs gegnerische Tor wurde zwar pariert, sein Fazit fiel aber positiv aus: „Ich bin beeindruckt von der Mannschaft, von der Moral, von der Konzentration, die hier herrscht. Ich fühle mich super-wohl.“

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