Lücke zu den Top-Teams fühlt sich größer an

Seltsame Situation bei Handball-Bundesligist MT Melsungen

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Erhitzte Gemüter: Im Bild diskutieren Michael Müller und Co-Trainer Arjan Haenen mit Schiedsrichter Ronald Klein.

10:6 Punkte weist die MT Melsungen nach dem 25:22-Sieg über Göppingen auf. Dennoch ergibt sich nach dem Nachmittag in der Rothenbach-Halle eine seltsame Situation rund um den  Bundesligisten.

Der MT-Handballer Domagoj Pavlovic hat dank seiner unzähligen Einsätze in der Champions League vieles erlebt. „Aber in der Bundesliga ist jedes Spiel sehr hart“, lautet eine Erkenntnis des Neuzugangs nach 100 Tagen bei der MT Melsungen. Sein Fazit nach dem 25:22-Zittersieg über Frisch Auf Göppingen hört sich so einfach wie floskelhaft an: „Zwei Punkte sind zwei Punkte.“ Dennoch ergibt sich nach dem Nachmittag in der Kasseler Rothenbach-Halle eine seltsame Situation rund um den heimischen Bundesligisten.

Im Bild  stoppt Finn Lemke (links) den Göppinger Kreisläufer Kresimir Kozina.


Die Tabelle: Finn Lemke atmete tief durch. „Wenn wir das Spiel verloren hätten, wären wir im Mittelfeld versunken“, machte der Kapitän deutlich. Dieser Erfolg sei gut für „unser Gefühl“. Für die Tabelle waren die Auswirkungen überschaubar. Zumindest aber ist der Abstand zum Tabellenvierten Kiel nicht weiter angewachsen.

Trotzdem fühlt sich die Lücke zu den Top-Teams größer an. Kurios ist das schon. Denn die bisherigen drei Niederlagen gegen Magdeburg, die Rhein-Neckar Löwen und Kiel fallen in die Rubrik: Kann man mal verlieren. Aber weil sich die MT in Mannheim und Kiel desolat präsentierte, überschatten diese Pleiten die positiven Eindrücke aus erfolgreichen Begegnungen.

Die Stabilität: Zumindest für die Defensive lässt sich sagen: Es passt jetzt. Dafür sind nur 22 Gegentreffer gegen Göppingen ein eindeutiger Beleg. Nebojsa Simic wuchs im Kasten über sich hinaus – und Lemke hielt die Deckung zusammen. „Ich habe mit Finn eine Absprache getroffen. Er soll sich bis zur Länderspielpause nur auf die Abwehr konzentrieren“, sagte Grimm. 

Zwar traute sich der Hüne bei dem einen oder anderen Tempogegenstoß mit nach vorn und holte mit einem Zauberpass auf Felix Danner einen Siebenmeter heraus, seinen Fokus richtete er aber nur auf die Hintermannschaft. Was sich vor allem in einem Satz von ihm widerspiegelte: „Ich kann zum Angriff heute gar nicht viel sagen, mein Blick ging nur auf die Defensive.“ Und die trat sehr stabil auf.

Die Baustelle: Zu Saisonbeginn war die Deckung die große Baustelle bei der MT, momentan bereitet der Rückraum Sorgen. Lediglich Torjäger Julius Kühn bringt konstant gute Leistungen. „Wir müssen Julius mehr entlasten. Manchmal sieht es so aus, als wollten alle nur ihm den Ball geben“, sagt Grimm. Gegen Göppingen fehlten aus der Mitte die zündenden Ideen, und im rechten Rückraum hatte Michael Müller mehr mit sich und den Schiedsrichtern zu tun. 

Einer, der zur Problemlösung beitragen kann, ist der Kroate Pavlovic. Doch der Nationalspieler litt zuletzt unter leichten Fußproblemen. Immerhin: Mit seinem einzigen Treffer im Spiel zum 24:21 beseitigte der Kroate letzte Zweifel am Heimerfolg.

Domagoj Pavlovic


Die Stimmung: Nicht zuletzt äußert sich die Unzufriedenheit an der Stimmung in der Halle. Zum einen zeigte die Rudelbildung an der Seitenlinie nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Michael Müller, dass die Nerven etwas blank liegen. Und zum anderen war es phasenweise gespenstisch still. Vor allem im ersten Durchgang gaben die Fans keinen Laut von sich, wenn die MT Melsungen in der Abwehr stand. Auch das war eine äußerst seltsame Situation.

Hier: Spielplan der MT Melsungen für die Saison 2018/2019

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