Melsunger kassieren nach zuvor 19:1 Punkten 28:33-Niederlage bei Meister Rhein-Neckar Löwen

Serie gerissen: MT Melsungen hält die Feierbiester nicht auf

Freie Bahn: Melsungens Kreisläufer Marino Maric (im Vordergrund) kann sich hier mal gegen die Löwen-Deckung behaupten. Im Hintergrund verfolgen (von links) Philipp Müller (MT), Alexander Petersson (RNL) und Patrik Fahlgren die Szene. Foto: Eibner

Kassel/Mannheim. Sie wollten mehr als nur Party-Gäste sein. Aber die Handballer der MT Melsungen waren am letzten Spieltag dieser Bundesliga-Saison nur phasenweise in der Lage, die Rhein-Neckar Löwen zu ärgern.

So verloren die Nordhessen mit 28:33 (14:19) gegen die Mannheimer – und der Gastgeber konnte vor 13 200 Zuschauern in der ausverkauften SAP-Arena mit einem verdienten Erfolg in seine anschließende Meisterfeier starten.

Zwar mussten die Melsunger nach zuvor 19:1 Punkten eine Niederlage einstecken, die Enttäuschung hielt sich bei Michael Roth aber in Grenzen. „Wir hätten das Spiel noch enger gestalten können“, sagte der MT-Trainer, „dafür haben wir aber in der ersten Hälfte für zu wenig Betrieb gesorgt. Und nach der Pause ist es uns leider nicht gelungen, den Gegner noch einmal nervös zu machen.“

Was vom letzten Saison-Auftritt in Erinnerung bleibt:

• Der souveräne Meister: Anfangs waren die Löwen und die MT einigermaßen auf Augenhöhe. Dann aber zog das Team von Löwen-Coach Nicolaj Jacobsen das Tempo an und von 12:10 auf 16:11 davon. Neben Regisseur Andy Schmid glänzte noch einmal Kim Ekdahl du Rietz. Der Schwede, der nun seine Karriere mit bereits 27 Jahren beendet, warf in den ersten 23 Minuten drei Treffer und holte einen Siebenmeter heraus. Und als er nach einer Pause im zweiten Abschnitt zurückkehrte, legte er gleich noch viermal nach. Er schuf die Basis dafür, dass die Feierbiester aus Baden auch zwischen den Partys am Freitag am Stammsitz in Kronau sowie am Sonntag in Mannheim viel zu jubeln hatten.

Dener Jaanimaa

Der schwächelnde Gast: „Unser Spiel war diesmal nicht so gut“, räumte Youngster Johannes Golla ein. 19 Gegentreffer kassierte die MT in Halbzeit eins – zuletzt waren es im Schnitt lediglich 15. Bezeichnend für die eher durchwachsene Vorstellung des Tabellensiebten war auch, dass die Melsunger ihr erstes Tor über Außen erst in der 37. Minute warfen. Jeffrey Boomhouwer traf von der linken Seite. Zuvor waren zwar auch Michael Allendorf und Johannes Sellin je einmal erfolgreich – allerdings vom Kreis beziehungsweise Siebenmeterpunkt.

• Der schwungvolle Este: Dener Jaanimaa kam schon im Verlauf der ersten Halbzeit für den leicht angeschlagenen Kapitän Michael Müller aufs Feld  – und der estnische Profi der Melsunger nutzte seine Chance – nicht nur wegen seiner vier sehenswerten Tore. „Heute bin ich auch mit meiner Abwehrleistung zufrieden“, stellte Jaanimaa kurz vor dem Start in den Sommerurlaub fest.

• Die verhaltene Wiedersehensfreude: Aus der gemeinsamen Zeit bei der MT sind Löwen-Torwart Mikael Appelgren und Melsungens scheidender Regisseur Patrik Fahlgren gute Freunde. „Leider konnte ich mein letztes Bundesligaspiel nicht genießen“, sagte der Spielmacher, „die Freude hat mir Apfel genommen.“ In der zweiten Hälfte wehrte der Zottelkopf alle Bälle seines Landsmanns ab.

Damit stellte der zur Pause eingewechselte Appelgren auch die beiden MT-Schlussleute Johan Sjöstrand und Svetislav Verkic, die zusammen nur auf zehn Paraden kamen, in den Schatten. Melsungen war ohne seinen Ersatztorwart René Villadsen angereist. Der Däne weilte in seiner Heimat bei seiner Familie. Denn seine Frau brachte Sohn Arthur zur Welt.

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