Bundesligist

Nicht bei allen herrscht Vorfreude: Sieben Handballer der MT Melsungen nehmen an der Europameisterschaft teil

Melsunger EM-Teilnehmer: Kai Häfner (links) und Timo Kastening.
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Melsunger EM-Teilnehmer: Kai Häfner und Timo Kastening.

Wenn heute die Handball-Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei beginnt, sind insgesamt sieben Spieler des Bundesligisten MT Melsungen dabei.

Kassel – Wenn heute die Handball-Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei beginnt, sind insgesamt sieben Spieler des Bundesligisten MT Melsungen dabei. Eigentlich hatten nur sechs Profis eine Einladung erhalten – nun setzt aber Kroatiens Team doch noch auf einen MT-Spieler.

Melsungens Manager Axel Geerken blickt mit Sorge auf die EM: „Schon das Vorbereitungsprogramm ist bei einigen Mannschaften durch aufgetretene Coronainfekte durcheinandergewirbelt worden. Ich hoffe deshalb sehr, dass sich während des Turniers keine weiteren gravierenden Fälle ergeben und alle Spieler unbeschadet zurückkommen.“ Ein Überblick über die MT-Beteiligung:

Das deutsche Trio: Kai Häfner betritt Neuland – trotz seiner langen Karriere bestritt der MT-Kapitän noch nie ein Spiel in der Slowakei. Morgen ab 18 Uhr (ARD) gibt es mit der Partie gegen Belarus somit eine Premiere. „Wir haben eine gute Truppe beisammen“, sagt der 32-Jährige, „man weiß allerdings nie, wie so ein Turnier läuft.“ Zum deutschen Team gehören auch Torjäger Julius Kühn und Rechtsaußen Timo Kastening.

Zur EM: Arnar Freyr Arnarsson (links) und Julius Kühn.

Weitere Gegner in der Vorrunde sind Österreich (Sonntag, 18 Uhr, ARD) und Polen (Dienstag, 18 Uhr, ZDF), das mit dem zukünftigen MT-Schlussmann Adam Morawski antritt. Gespielt wird jeweils in Bratislava in der Ondrej-Nepala-Arena, wo normalerweise 10 000 Zuschauer Platz finden. Pandemiebedingt sind jetzt nur 2500 Fans zugelassen.

Das isländische Duo: Bei der MT bilden sie nicht selten den Innenblock in der 6:0-Abwehr – auch in Islands Nationalteam sind Rückraumstratege Elvar Örn Jonsson und Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson wichtige Stützen. „Ich freue mich auf die EM. Es wird ein interessantes Turnier“, sagt Arnarsson, „einige Mannschaften haben möglicherweise nicht alle Topspieler dabei. Es kann deshalb viel passieren.“

Zur EM: Elvar Örn Jonsson.

Eine optimale Vorbereitung hatten die Inseleuropäer, die vom Ex-Melsunger Gudmundur Gudmundsson trainiert werden, nicht. Die Litauer sagten coronabedingt die Tests in Island ab. „Wir sind gespannt auf die Europameisterschaft“, erklärt Jonsson, „unser erstes Ziel ist es, die Vorrunde zu meistern und in die Hauptrunde einzuziehen. Wir haben hart trainiert und uns gut vorbereitet.“ Die Portugiesen, bei denen der Melsunger Andre Gomes (verletzt) fehlt, sind morgen in Budapest der erste Gegner der Nordlichter. Danach kämpfen sie noch gegen die Ungarn und die Niederlande ums Weiterkommen.

Der montenegrinische Torwart: Bereits heute (20.30 Uhr, Sportdeutschland.tv) muss Melsungens Schlussmann Nebojsa Simic ran – es wartet gleich der amtierende Weltmeister Dänemark. Zwar wurde auch sein jüngerer Bruder Bozidar als Rückraumspieler nominiert, richtige Vorfreude kam bei „Simo“ aber nicht auf. Der Grund: Es gab bei den Montenegrinern mehrere Coronafälle. „Wir haben nur ein einziges Mal mit der kompletten Besetzung trainiert. Die Vorbereitung hat nicht nur mir in den letzten Tagen wenig Spaß gemacht“, erklärt der 28-Jährige.

Zur EM: Torwart Nebojsa Simic.

Zur Gruppe A, die in Debrecen ihre Spiele austrägt, gehören auch noch die Teams aus Slowenien und Nordmazedonien.

Der kroatische Nachrücker: Hrvoje Horvat junior, der Chefcoach der Kroaten, hatte zunächst ohne Marino Maric (31) geplant. Jetzt soll der Kreisläufer doch eingesetzt werden. „Unsere Vorbereitung war schwierig. Wir hoffen dennoch, gut ins Turnier starten zu können“, sagt Maric. Im Vorfeld der Spiele in Szeged machten dem Team des Vize-Europameisters von 2022 einige Corona-Probleme zu schaffen.

Zur EM: Marino Maric.

Im Kader der Kroaten stehen auch die zukünftigen MT-Profis Ivan Martinovic und David Mandic. Auf sie wartet heute in Szeged ab 20.30 Uhr (Eurosport/Sportdeutschland.tv) mit dem Duell gegen Frankreich der erste Kracher. Es folgen in der Gruppe noch Partien gegen Serbien und die Ukraine. (Björn Mahr)

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