Nationaltorwart schafft mit Deutschland EM-Qualifikation

Silvio Heinevetter krönt seine Woche

+
Die Spieler des Tages: Kapitän Uwe Gensheimer (links) und Torwart Silvio Heinevetter. 

Halle/Westfalen. Beim deutschen 29:24-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Polen tat sich vor allem Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter hervor. 

Als die meisten seiner Kollegen schon vor dem Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen Autogramme schrieben, war Silvio Heinevetter noch nicht einmal im Kabinentrakt angekommen. Erst mehr als 20 Minuten nach dem 29:24 (16:16)-Sieg über Polen tauchte der deutsche Handball-Nationaltorwart in der Mixed-Zone auf – zu einem Zeitpunkt, als der Pressebereich schon wie leergefegt war.

Ob der Berliner noch die Ovationen für seine Glanzleistung genoss? Ob er mit einigen der 10 400 Fans die vorzeitige Qualifikation für die EM 2020 feierte? Oder ob er sich erhofft hatte, auf diesem Weg lästigen Fragen der Journalisten zu seinem Wechsel nach Melsungen zu entgehen? Vielleicht von allem ein bisschen.

„Ich habe meinen Abschied bekanntgegeben. Mehr gibt es dazu jetzt nicht mehr zu sagen“, erklärte Heinevetter. Am Montag war bekannt geworden, dass er im Sommer 2020 Berlin verlassen und dann an der Fulda anheuern wird.

Am Ende einer ereignisreichen Woche mit Transferwirbel und Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel sorgte Heinevetter vor allem als Sportler für Schlagzeilen. Er war neben Kapitän Uwe Gensheimer der Mann des Nachmittages. 15 teilweise spektakuläre Paraden begeisterten nicht nur die Zuschauer in der ausverkauften Arena, sondern verhalfen seinem Team auch dazu, die unangenehme Aufgabe letztlich souverän zu meistern. „In der ersten Hälfte haben wir nicht so gut in der Abwehr gestanden“, sagte Heinevetter, „aber am Ende steht ein weiterer Sieg. Das EM-Ticket ist gelöst.“

Bundestrainer Christian Prokop hatte anders als beim Erfolg am Mittwoch in Polen diesmal den 34-Jährigen in die Startformation beordert – anstelle von Andi Wolff. „Silvio ist ein richtig wichtiger Teamplayer. Er findet das richtige Maß zwischen Spaß und Konzentration“, lobte der Coach den exzentrischen Berliner. „Er wollte zeigen, dass er immer noch ein sehr guter Torwart ist, und er hat das Vertrauen zurückgezahlt.“

Schon nach 1:14 Minuten reckte Heinevetter die geballte Faust erstmals in die Höhe. Kurz darauf parierte er glänzend einen Siebenmeter von Arkadiusz Moryto (4.). Und als seine Vorderleute nach dem Wechsel deutlich stabiler agierten, war er Ausgangspunkt vieler Gegenstoßtreffer. So traf Patrick Wiencek kurz nach einer Parade von Heinevetter zum vorentscheiden 20:16 (38.). „Silvio hat für Deutschland in schwierigen Phasen wichtige Bälle gehalten“, räumte Polens Trainer Patryk Rombel ein.

Nur einmal war Heinevetter an diesem Nachmittag nicht rasch zur Stelle. Aber das war erst nach Spielende.

Deutschland: Heinevetter, Wolff - Gensheimer 10/5, Weinhold 4, Böhm 3, Häfner 2, Kohlbacher 2, Wiede 2, Wiencek 2, Drux 1, Fäth 1, Pekeler 1, Suton 1, Groetzki, Michalczik, Musche Polen: Kornecki, Morawski -    Daszek 6/4, Moryto 4, Przybylski 4, T. Gebala 2, Jarosiewicz 2, Pilitowski 2, M. Gebala 1, Krajewski 1, Syprzak 1, Walczak 1, Chrapkowski, Przytula, Szpera, Szyba SR:Nikolov/Nachevski (Nordmazedonien) - Z: 10 400 (ausverkauft) - Strafminuten: 8 / 4

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.