Handball-Schlussmann scheidet mit Melsungen aus

Aus der Quarantäne ins MT-Tor: Heinevetter-Debüt unter schwierigen Umständen

Gespräch unter Torhütern: Silvio Heinevetter (rechts) mit seinem MT-Kollegen Nebojsa Simic.
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Gespräch unter Torhütern: Melsungens Silvio Heinevetter (rechts) mit seinem MT-Kollegen Nebojsa Simic.

Erstmals stand MT-Neuzugang Silvio Heinevetter in einem Pflichtspiel zwischen den Melsunger Pfosten. Die bittere Niederlage gegen Silkeborg konnte der Handball-Nationaltorwart nicht abwenden.

Kassel - In der letzten Sekunde hielt Melsungens Handball-Torwart Silvio Heinevetter einen Gewaltwurf von Nikolaj Nielsen. Es war bei seinem Debüt aber keine Parade, über die er sich ausgiebig freute. Kein Wunder, denn die 24:26-Niederlage im Europapokal gegen Bjerringbro-Silkeborg und das damit verbundene Ausscheiden hatten längst festgestanden.

„Man kann über die Abwehr, man kann über die Leistung einzelner Spieler reden – heute ist zu viel zusammengekommen“, erklärte der prominente Neuzugang der MT. Nach 14-tägiger Quarantäne war er erst am Spieltag zur Mannschaft zurückgekehrt. Dann bekam er Grünes Licht. Eine wirkliche Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel hatte er nicht. „Die Wochen waren nicht leicht. Ich habe zu Hause viel trainiert, aber richtiges Handball-Training ist dann doch etwas anderes“, sagte der 35-Jährige.

In der 38. Minute kam Heinevetter für Nebojsa Simic ins Tor – beim Stand von 14:20. Vielleicht hätte Gudmundur Gudmundsson den deutschen Nationaltorwart schon eher eingewechselt. „Ich wusste aber nicht, wie lange Silvio nach der Zwangspause durchhält“, betonte der Isländer.

Heinevetter bewies in der verbleibenden Spielzeit, dass er mit solch einer schwierigen Situation umzugehen weiß. Bevor er in der Schlusssekunde spektakulär parierte, hatte er noch weitere Glanztaten gezeigt. Fünf Paraden standen für Heinevetter zu Buche. Übrigens: Sein letztes Pflichtspiel lag 180 Tage zurück – mit den Füchsen Berlin hatte er am 8. März zu Hause gegen Flensburg verloren.

Allerdings war ein Keeper noch besser an diesem Tag: Johan Sjöstrand, der ehemalige Melsunger Schlussmann. Heinevetters Vorgänger. „Johan hat seiner alten Mannschaft den Zahn gezogen“, befand der Melsunger Neuzugang mit Blick auf starke Reflexe des Schweden.

Zwar saß der Stachel der Enttäuschung auch bei Heinevetter tief, nachdem er aber einmal gefrustet gegen den rechten Torpfosten geschlagen hatte, ging er sofort zu seinen Mitspielern – es gab aufmunternde Worte vom ehemaligen Berliner. Den Zuspruch konnten seine Kollegen nach der schwachen Vorstellung gut gebrauchen.

Nun haben die Melsunger noch fast vier Wochen Zeit, um die vorhandenen Defizite zu beseitigen. „In Balingen müssen wir uns anders präsentieren“, stellt Heinevetter klar. Zum Bundesliga-Start gastieren die Nordhessen am 4. Oktober bei den Galliern von der Alb. (Björn Mahr)

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