Melsungens Wurfausbeute bereitet Sorge

Nach Spiel gegen Gummersbach: MT-Torwart Simic sorgt für Stimmung

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Sie waren Wegbereiter des ersten Saisonsieges: Torjäger Julius Kühn (links) und Torwart Nebojsa Simic.

Kassel. Aus Youtube-Videos wussten die Handball-Fans, dass Nebojsa Simic gern mal auf dem Feld die Stimmungskanone gibt.

Nun hat der Torwart-Neuzugang der MT Melsungen schon bei seinem ersten Heimspiel gleich mal die Kasseler Rothenbach-Halle zum Kochen gebracht.  „Simo, Simo“, skandierten die MT-Fans, als der Schlussmann aus Montenegro reihenweise die Würfe aus der Nahwurfzone parierte. So war der 24-Jährige ein Wegbereiter des ersten Melsunger Saisonsieges: 25:23 (13:11) gegen den VfL Gummersbach.

„Mein erstes Spiel zu Hause, ich bin einfach nur sehr glücklich“, erklärte Simic, von vielen kleinen und großen Autogrammjägern umringt. Zur Pause war er für den Schweden Johan Sjöstrand eingewechselt worden. Bei der Auftaktpleite eine Woche zuvor in Stuttgart standen beide MT-Torleute klar im Schatten von Johannes Bitter, und nun schien es, als würde ihnen Gummersbachs Carsten Lichtlein die Schau stehlen. Doch nicht mit Simic. Der hielt und hielt. „Auch er war überragend“, erkannte VfL-Coach Dirk Beuchler neidlos an.

Ansonsten hätte es für die Melsunger drei Tage vor dem Hessenderby beim TV Hüttenberg (Sonntag, 12.30 Uhr, Sky) noch wesentlich enger werden können. Zwar präsentierten sich die Nordhessen gegenüber der Begegnung am Neckar verbessert, die Chancenverwertung war aber irgendetwas zwischen bescheiden und beschämend. Kreisläufer Felix Danner, der sich in der noch jungen Spielzeit deutlich explosiver als in der Vorserie präsentiert, bemerkte realistisch: „Wir hätten das Spiel früher zu unseren Gunsten entscheiden müssen.“ Trainer Michael Roth sprach von einer „mittleren Katastrophe“. Tatsächlich vergaben Timm Schneider, Jeffrey Boomhouwer und noch einige andere Kollegen beste Möglichkeiten - dadurch war Gummersbach bis weit in die zweite Hälfte hinein nie so ganz aus dem Spiel.

Neuzugang Kühn: "Wir waren uns zu sicher"

„Wir waren uns etwas zu sicher“, kritisierte Julius Kühn. Der Hüne hatte genauso wie Boomhouwer mit einem Wurf neben das verwaiste gegnerische Tor Pech, unterstrich aber über weite Strecken seine enormen Qualitäten. Nach sieben Treffern in Stuttgart legte er nun gleich mal acht Tore gegen seinen Ex-Klub nach.

Philipp Müller

Zudem trug der Nationalspieler nach dem Ausscheiden von Philipp Müller zur Stabilität in der eigenen Deckung bei. Je länger das Spiel dauerte, desto größer wuchs das Selbstbewusstsein bei den Verteidigern. Finn Lemke, Danner und vor allem der junge Johannes Golla machten den entscheidenden Schritt nach vorn, um den Aktionsradius der Gummersbacher Strategen Erwin Feuchtmann und Josef Pujol empfindlich zu stören. Wenn die Körpersprache in Stuttgart noch nicht zum eigenen hohen Anspruch gepasst hat, dann war bei den Nordhessen diesmal mehr Aggressivität zu erkennen.

Diese wird auch am Sonntag erforderlich sein. „Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir müssen sehr geduldig spielen“, fordert der Halbrechte Dener Jaanimaa, „ich finde, dass wir unsere Angriffe noch zu schnell abschließen.“ Die Melsunger absolvieren heute in eigener Halle noch am Nachmittag das letzte Training und brechen am frühen Abend Richtung Gießen auf - um ausgeruht in ihr erstes Mittagsspiel der Vereinsgeschichte gehen zu können.

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