1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

33:26 gegen Stuttgart: MT Melsungen feiert sechsten Sieg in Serie dank Simic und ganz viel Rückraum

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Agustin Casado (vorn) und Samuel Röthlisberger.
Einer der besten Melsunger an diesem Tag: Agustin Casado (vorn), hier im Klammergriff des Stuttgarters Samuel Röthlisberger. © Dieter Schachtschneider

Es war ja irgendwie auch das Duell der Torhüter. Die beiden statistisch besten Schlussmänner der Handball-Bundesliga standen sich gegenüber.

Kassel – Und vor allem einer drückte dieser Partie schnell seinen Stempel auf: Nebojsa Simic von der MT Melsungen. Der Montenegriner entschied das Duell mit seinem Ex-Kollegen Silvio Heinevetter, jetzt aufseiten des TVB Stuttgart, für sich. Ebenso tat es die MT beim 33:26 (14:13) gegen die Schwaben in der mit 3113 Zuschauern gut gefüllten Rothenbach-Halle.

Zu Beginn hatten sie erst einmal nicht die Hand am Ball, diese Teufelskerle Simic und Heinevetter. Ohne Domagoj Pavlovic, der nach einem Verletzungsrückschlag passen musste, und mit einem angeschlagenen David Mandic in der Startformation benötigte Agustin Casado 26 Sekunden, bis er den Ball erstmals an Heinevetter vorbei im Tor der Gäste unterbrachte. Auf der Gegenseite dauerte es etwas mehr als eine Minute, dann musste auch Simic nach dem Wurf von Nico Schöttle das Spielgerät aus dem Netz fischen. Die Stuttgarter stellten in der Folge schnell auf 3:1. Bis dahin war Simic kein Faktor. Aber nur bis dahin.

Die erste Parade gelang zwar noch Heinevetter in der fünften Minute, dennoch stellte Ivan Martinovic wenig später auf 3:3. In der achten Minute war dann auch der MT-Schlussmann erstmals zur Stelle, Gleb Kalarash brachte im Gegenzug die Melsunger wieder nach vorn (5:4/9.). Für den ersten Höhepunkt sorgte Simic dann mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Sascha Pfattheicher (11.). Nachdem Mandic zweimal von außen vergeben hatte, brachte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo beim Stand von 7:7 (15.) den jungen Florian Drosten. Einer, der da bereits fehlte: Arnar Freyr Arnarsson. In der 14. Minute zeigte der Isländer an, dass er raus muss. Er wurde an der Seitenlinie am linken, hinteren Oberschenkel behandelt. Nach einem Gespräch mit Parrondo wurde dieser bandagiert, Arnarsson nahm auf der Bank Platz und kam nicht mehr zurück.

Doch defensiv hatte Simic in Abwesenheit seines Abwehrspezialisten längst das Ruder übernommen. Wurf um Wurf hielt er, stand zur Pause bereits wieder bei neun Paraden. Unter anderem parierte der 29-Jährige einen zweiten Siebenmeter, Heinevetter tat es ihm kurz danach auf der Gegenseite allerdings gegen Martinovic gleich. Zur Pause führte die MT 14:13. Bemerkenswert: Bereits zehn unterschiedliche Spieler hatten da für die Melsunger getroffen.

Das Torhüter-Duell war mit Beginn der zweiten Hälfte zunächst beendet. Heinevetter wurde durch Miljan Vujovic ersetzt, kam aber später zurück. Für die MT übernahm in der Offensive der starke Casado Verantwortung. Und das erfolgreich. Er traf zum 16:14 und holte zudem eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Fynn-Luca Nicolaus heraus. Der Spanier war es auch, der die erste Drei-Tore-Führung herauswarf (40.). Zweieinhalb Minuten später lagen die Melsunger nach einem Treffer des Portugiesen Andre Gomes vier Tore vorn. Es roch schon ein wenig nach dem sechsten Sieg in Serie.

Gomes, Casado, Häfner, Malasinskas, Martinovic – der Rückraum war an diesem Sonntagnachmittag meist zur Stelle, wenn es Tore benötigte. Die Gäste kamen noch einmal auf zwei Tore heran (49.). Casado erzielte das 26:23. Und das 27:23 – sein siebter Treffer – in den leeren Kasten gleich hinterher (50.). Die Stuttgarter gingen da bereits mehr Risiko und agierten mit dem siebten Feldspieler. Doch gegen eine MT mit viel Selbstvertrauen und einen erneut glänzend aufgelegten Simic (17 Paraden) nutzte das nichts. Bester Werfer der Melsunger bei dem letztlich überzeugenden 33:26-Sieg war Casado mit acht Treffern. (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare