Bundestrainer nominiert fünf MT-Profis

Fünf Melsunger und ein paar Neue - so sieht der WM-Kader der deutschen Handball-Nationalmannschaft aus

Die beiden Melsunger Julius Kühn (links) und Silvio Heinevetter stehen im deutschen WM-Kader.
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Stehen im deutschen WM-Kader: die beiden Melsunger Julius Kühn (links) und Silvio Heinevetter.

Jetzt steht der Kader fest, mit dem die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der WM in Januar in Ägypten antreten wird.

Kassel – Zweimal hat Kai Häfner schon an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Aber weder bei der WM 2017 in Frankreich noch beim Heim-Turnier 2019 gewann der Handball-Profi mit der deutschen Nationalmannschaft eine Medaille. Ein vierter Rang war bislang die beste Platzierung. „Die Hoffnung auf Edelmetall ist da“, sagt der Rückraumspieler des Bundesligisten MT Melsungen.

Am Montag wurde er zusammen mit 19 anderen Spielern von Bundestrainer Alfred Gislason in den Kader für die Weltmeisterschaft vom 13. bis 31. Januar in Ägypten berufen. Eine Überraschung ist die Nominierung Häfners nicht. Überraschend ist letztlich nur, mit wem er sich den Job im rechten Rückraum teilen wird: David Schmidt (Bergischer HC) und Antonio Metzner (HC Erlangen). Schmidt war zwar schon bei der EM in diesem Januar sein Mitstreiter, Metzner ist aber eines von zwei neuen Gesichtern in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Außer dem Hünen erhielt auch sein Erlanger Teamkollege Sebastian Firnhaber erstmals eine Einladung.

Nach den Absagen von Fabian Wiede und Steffen Weinhold hatte sich die Lage speziell auf Halbrechts etwas zugespitzt. „Ich finde es gut, dass wir mit so vielen Spielern nach Ägypten reisen. Die Belastung wird hoch sein“, sagt Häfner. Erstmals wird eine WM mit 32 Teams ausgetragen. Zudem absolviert Deutschland noch im Vorfeld zwei EM-Qualifikationsspiele gegen Österreich – erst am 6. Januar in Graz (live im ZDF), dann am 10. Januar in Köln (ARD). Die Vorbereitung beginnt am 3. Januar in Neuss.

„Wir haben unseren Spielern empfohlen, sich schon fünf Tage vorher freiwillig in häusliche Isolation zu begeben“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer bei einem digitalen Medientermin am Montag. Während des Lehrgangs und der Weltmeisterschaft bewegen sich die Nationalspieler in einer Blase. Trotz der strengen coronabedingten Vorkehrungen hatten zuletzt aber einige Akteure ihren WM-Verzicht erklärt – darunter die Abwehrstrategen Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Finn Lemke.

Von den 20 Handballern, mit denen Gislason nun plant, gab es positive Signale. Kromer berichtete gestern von Spielern, die solche Sätze gesagt haben wie: „Wenn es sein muss, dann gehe ich für das Turnier auch 14 Tage vorher in Quarantäne.“

Die meisten WM-Fahrer stellt Melsungen: Neben Häfner gehören noch Julius Kühn, Silvio Heinevetter, Timo Kastening und Tobias Reichmann zum Aufgebot.

„Durch die Absagen sind nun einige neue Spieler dabei. Wir haben aber immer noch eine gute Qualität für die WM“, stellte Gislason fest, „es liegt viel Arbeit vor uns. Ich spüre allerdings, dass alle Spieler sehr motiviert sind.“

Im Gegensatz zu Youngster Juri Knorr bekam etwas unerwartet der Göppinger Sebastian Heymann, der nach überstandenem Kreuzbandriss wieder voll belastbar ist, keinen Platz im Kader. „Er hatte eine lange Leidenszeit und braucht einfach noch ein bisschen Zeit“, erläuterte Kromer die Entscheidung. Sollte sich ein anderer Spieler im linken Rückraum verletzen, könnte Heymann aber noch nachnominiert werden.

Das deutsche Team startet am 15. Januar gegen Uruguay ins Turnier. „Das Ziel ist traditionell bei uns, möglichst das Halbfinale zu erreichen. In dieser Konstellation glaube ich aber nicht, dass es realistisch ist“, erklärte Gislason. Wenn sich aber Häfners Wunsch erfüllen würde, hätte der Isländer sicher nichts dagegen. (Björn Mahr)

Der deutsche WM-Kader

Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce), Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Silvio Heinevetter (MT Melsungen)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen)

Rückraum links: Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin), Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Christian Dissinger (RK Vardar Skopje)

Rückraum Mitte: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Juri Knorr (TSV GWD Minden), Marian Michalczik (Füchse Berlin)

Rückraum rechts: Kai Häfner (MT Melsungen), David Schmidt (Bergischer HC), Antonio Metzner (HC Erlangen)

Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (MT Melsungen)

Kreis: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Sebastian Firnhaber (HC Erlangen)

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