Ex-Nationalspieler verliert mit Bietigheim  in Kassel

So war das Mimi-Kraus-Debüt gegen die MT Melsungen 

Sie wollen nur spielen: Philipp Müller (Mitte) und Michael Kraus. Links: Tobias Reichmann. 
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Sie wollen nur spielen: Philipp Müller (Mitte) und Michael Kraus. Links: Tobias Reichmann. 

Kassel. Erstes Bundesliga-Heimspiel der MT Melsungen nach 53-tägiger Pause – und wer steht im Blickpunkt? Ein Handball-Profi des Gegners.

Da die abstiegsgefährdete SG BBM Bietigheim am Freitag kurz vor Ablauf der Wechselperiode noch Michael Kraus, Spitzname Mimi, vom Klassenkameraden Stuttgart verpflichtete, erfuhr der Tabellenvorletzte mehr Aufmerksamkeit als sonst. Die 24:31-Pleite seiner Mannschaft konnte der Ex-Nationalspieler aber nicht verhindern.

Es war ein Paukenschlag – am Samstagvormittag hatte die SG nämlich den sofortigen Wechsel des Weltmeisters von 2007 aus Stuttgart ins benachbarte Bietigheim verkündet. „Ich hätte die Saison gern beim TVB beendet. Das kurzfristige Angebot von Bietigheim bietet meiner Familie und mir aber die Möglichkeit, auch zukünftig in der Region zu bleiben“, betonte Kraus. Sein im Sommer auslaufender Vertrag in Stuttgart wäre nicht mehr verlängert worden.

So tauchte Mimi Kraus plötzlich in Kassel in der Halle auf. Mit seiner Extraklasse bereitete er den Nordhessen insbesondere in der ersten Hälfte einiges Kopfzerbrechen. „Unser Fokus liegt auf dem nächsten Spiel“, erklärte Kraus. Klar, geholt wurde der 35-Jährige nicht für die Partien gegen Mannschaften wie Melsungen, sondern für die entscheidenden Duelle im Abstiegskampf – und als Nächstes geht es gegen das Schlusslicht Ludwigshafen. „Vielleicht war es nicht die schlauste Entscheidung, ihn gleich 60 Minuten zu spielen lassen“, betonte SG-Trainer Hannes Jon Jonsson, „aber wir haben uns gesagt: Lassen wir ihn einfach spielen.“ Nur einmal hatte er mittrainiert.

Fast hätte Kraus schon einen wichtigen Termin vor dem Anwurf verpasst. Als seine Kollegen kurz vor dem Aufwärmen einen Kreis bilden, erfüllt der Handball-Superstar noch am Spielfeldrand Autogrammwünsche. Doch eine klare Ansage der Mitstreiter – und Kraus eilt herbei. Als die Partie allerdings läuft, ist er sofort mittendrin. Nach 1:48 Minuten erzielt der individuell starke Angreifer seinen ersten Treffer für seinen neuen Klub. „Mimi ist sehr ehrgeizig. Er wollte seinem neuen Team direkt helfen“, sagte MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann und zeigte sich wenig überrascht vom großen Aktionsradius des Strategen.

Dafür, dass er nur einmal mit dem Team zuvor trainiert hatte, übte Kraus schon gehörige Dominanz aus. Praktisch jeden Spielzug sagte er an. Suchte immer wieder die 1:1-Situationen, um entweder selbst abzuschließen oder den Ball für den Kreisläufer abzulegen – wie in der siebten Minute, als es schließlich zu einer kleinen Ringereinlage mit Abwehrstratege Philipp Müller kam. Danach gaben sich die beiden Routiniers, die sich wohl schon mehr als 20-mal in der Bundesliga begegnet sind, fair die Hand – alles in Ordnung.

Je länger das Spiel dauerte, desto besser stellte sich die MT auf Kraus ein. „Wir haben in der Abwehr gut gestanden“, bilanzierte Defensivmann Felix Danner erfreut.

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