74-Jähriger erhält viele Interviewanfragen

Was ist denn da los? Sohn des Ex-Melsungers Hrvoje Horvat nun Handball-Nationalcoach der Kroaten

Hrvoje Horvat senior zeigt im Januar 2018 im Trophäenzimmer seines Hauses in Bjelovar die olympische Goldmedaille.
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Ein Bild aus dem Januar 2018: Hrvoje Horvat senior zeigt im Trophäenzimmer seines Hauses in Bjelovar die olympische Goldmedaille.

Die älteren Handball-Fans werden sich noch erinnern. In den 70er-Jahren war Hrvoje Horvat einer der besten Spielmacher der Welt. Er ist deshalb das, was man gemeinhin als Handball-Legende bezeichnet. Den Olympiasieg 1972 in München verdankten die Jugoslawen insbesondere dem 1,90-m-Hünen aus Bjelovar. Er prägte als Profi auch die beiden Münchner Bundesligisten Schwabing und Milbertshofen.

Später machte er sich als Trainer in Gummersbach, Eitra, Willstätt, Melsungen und in Coburg einen Namen. Mittlerweile ist es ruhig um Horvat geworden. Doch mit der Ruhe ist es seit ein paar Tagen vorbei.

Was ist denn da los?

Der 74-Jährige, der auch nach dem Tod seiner Frau Dunja vor einem Jahr immer noch in seiner Heimatstadt lebt, ist zurzeit in Kroatien ein gefragter Mann. Der Grund: Hrvoje Horvat junior. Sein gleichnamiger Sohn stieg nach dem Abgang des langjährigen Erfolgstrainers Lino Cervar vom Assistenz- zum Chefcoach auf. Kuriosum am Rande: Beim ersten Länderspiel einer kroatischen Nationalmannschaft vor fast genau 30 Jahren am 14. Januar 1991 gegen Japan war Horvat senior für das Auswahl verantwortlich.

Die Arme in die Höhe gereckt: Hrvoje Horvat junior jubelt während eines Spiels der Kroaten bei der Handball-EM 2020. Seit einer Woche ist er neuer Cheftrainer.

„Allein 20 Journalisten haben sich in den vergangenen Tagen bei mir gemeldet“, berichtet der 74-Jährige, der von Handballer-Freunden nur Cveba gerufen wird. Sein Sohn heißt logischerweise wie? Genau, der kleine Cveba. Und da den 43-Jährigen niemand so gut kennt wie sein Vater, hat Horvat senior den Reportern auch einiges zu erzählen. Er erinnert sich gern daran, dass sein Sohn schon als Kind bei den Nachbarsjungen sehr beliebt war: „Wenn sie mit Spielzeugautos gespielt haben, dann hat der kleine Cveba den Anführer gemacht.“

Genauso wie sein Vater schaffte es Horvat junior als Handballer auch nach Deutschland. Er hatte zwei kurze Gastspiele bei der DHK Flensborg und bei Rhein-Neckar-Löwen-Vorgänger SG Kronau-Östringen. In Zagreb studierte der inzwischen 44-Jährige Sport. Als Vereinstrainer machte sich Horvat junior, der gut Deutsch spricht, beim kroatischen Europapokal-Teilnehmer RK Nexe einen Namen. „Wir sprechen zwar viel miteinander, aber er brauchte mich nicht zu fragen, als er das Angebot des kroatischen Verbandes bekommen hat. Er hat bereits sehr gute Arbeit geleistet.“ (Björn Mahr)

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