Von Kehrmann über Hanning bis Jansen

Vor dem Spiel der MT Melsungen in Solingen: Wo Handball eine große Tradition hat

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Die Weltmeister von 2007: Torsten Jansen und Florian Kehrmann.

Vor dem Gastspiel der Melsunger Bundesliga-Handballer am Donnerstag ab 19 Uhr beim Bergischen HC blicken wir auf die Stadt Solingen. Dort hat Handball eine große Tradition. 

Wenn von Torsten Jansen und Florian Kehrmann die Rede ist, dann denken viele Handball-Fans sofort an den WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft 2007 in Köln. Jansen und Kehrmann bildeten seinerzeit die Flügelzange in der DHB-Auswahl. Was viele Handball-Freunde aber nicht wissen: Den Sprung ins Profigeschäft schafften sie in Solingen – unter einem gewissen Bob Hanning, der vor 20 Jahren erfolgreich als Trainer im Bergischen Land arbeitete.

Solingen ist bis heute eine Handball-Hochburg, auch wenn der Name der Stadt in der 1. Bundesliga direkt nicht auftaucht. Vor mehr als einem Jahrzehnt entstand der Bergische HC aus der Fusion der Vereine SG Solingen und LTV Wuppertal. Am Donnerstag ab 19 Uhr gastiert die MT Melsungen zum Punktspiel in der Solinger Klingenhalle.

Grund genug, etwas genauer auf einen Ort zu schauen, der schon vor mehr als einem halben Jahrhundert Handball-Geschichte schrieb und in dem auch ein späterer Melsunger für Schlagzeilen sorgte.

Die Meister

Der 24. Oktober 1965 weckt bei vielen älteren Solingern Erinnerungen. An jenem Herbsttag wurde das Feldhandball-Team des BSV Solingen vor 35 000 Zuschauern im Wuppertaler Stadion am Zoo Deutscher Meister – 15:14 nach Verlängerung gegen den TSV Grün-Weiß Dankersen. „Besser bekannt wurde die Mannschaft als die Oheios“, erklärt der Solinger Sascha Staat, der mit seinem Podcast „Kreis ab“ seit vielen Jahren das Handball-Geschehen hierzulande begleitet.

Die großen Namen

Wer sich auf die Suche nach prominenten Handballern begibt, die direkt aus Solingen stammen, muss schon etwas tiefer graben. Aus der aktuellen Mannschaft trifft dies auf Linkshänder Kristian Nippes zu. Zumindest in der näheren Umgebung, im zehn Kilometer entfernten Witzhelden, wuchs Toto Jansen auf. ehe er über Umwege in Solingen landete. Hanning nahm Kehrmann und ihn aus Essen mit zum damaligen Regionalligisten Sportring Höhscheid (später SG Solingen). „Die beiden Außen spielten anfangs noch im Rückraum“, erinnert sich Staat. Erst nach dem Aufstieg in die 2. Liga wurden sie fest auf den Positionen eingesetzt, auf denen sie großen Ruhm erlangten.

Der Aufstiegsheld

Aus Solingen zur MT: Vladimir Suma. 

Im Jahr 1998 verpflichtete Solingen einen Spieler, der später noch im Melsunger Trikot Akzente setzte: den aus Tschechien stammenden Rückraumschützen Vladimir Suma. „Er ist der beste Spieler, den Solingen je gesehen hat“, sagte Hanning zum Einstieg des Linkshänders. Sowohl mit Solingen als auch mit der MT schaffte er jeweils den Aufstieg in die 1. Liga.

Die Begeisterung

159.000 Menschen leben in der Klingenstadt. Jeder Stadtteil beheimatet dabei einen eigenen Handball-Verein. Bundesweit für Aufsehen sorgt der HSV Solingen-Gräfrath – das Frauen-Team qualifizierte sich im Frühjahr erstmals für die 2. Liga.

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