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Soll die MT Melsungen doch mit Reichmann verlängern? - Ein Pro und Kontra

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Tobias Reichmann (links) und Timo Kastening
Zwei Rechtsaußen der Extraklasse: die Melsunger Tobias Reichmann (links) und Timo Kastening. © Dieter Schachtschneider

Nach Timo Kastenings Knie-OP hat die MT Melsungen Sorgen auf Rechtsaußen. Von Tobias Reichmann will sich der Verein nach der Saison trennen. Was spricht nun für, was gegen eine Vertragsverlängerung? 

Kassel - Handball-Bundesligist MT Melsungen plant für die kommende Saison bekanntermaßen auf Rechtsaußen mit Timo Kastening und Rückkehrer Dimitri Ignatow. Zudem soll der zuletzt häufiger in der ersten Mannschaft eingesetzte Youngster Julian Fuchs weiter gefördert werden. Nachdem sich aber nun Kastening bei einem Training das Kreuzband im linken Knie gerissen und eine Meniskusverletzung davongetragen hat, wird es der Mannschaft auf der rechten Außenbahn etwas an Erfahrung fehlen.

Zwar hat der 26-Jährige die OP am Montag gut überstanden, eine längere Pause ist aber sicher. Auch wenn eine Prognose zu diesem Zeitpunkt schwer fällt, ist davon auszugehen, dass er irgendwann im Herbst erst wieder einsteigen kann – also lange nach Saisonbeginn. „Die Schmerzen, die derzeit noch da sind, lassen sich aushalten. Ich bin gespannt, wie es jetzt in der Reha weitergeht, werde aber keinesfalls etwas überstürzen”, erklärt Kastening.

Die MT hat bereits mitgeteilt, dass sie sich nach dieser Spielzeit von Nationalspieler Tobias Reichmann trennen wird. Durch die Zwangspause für Kastening sind die Melsunger aber nicht frei von Sorgen. Zwar soll der 33-jährige Reichmann bereits mit einigen Klubs in Verhandlungen stehen, eine Entscheidung ist aber bislang noch nicht gefallen. Wir stellen deshalb heute die Frage: Sollte die MT doch mit Routinier Tobias Reichmann verlängern?

Pro: Für neuen Vertrag

Der Melsunger Handball-Bundesligist ist längst an einem Punkt angekommen, an dem er sich nicht mehr an das Prinzip Hoffnung klammern kann. Er muss Erfolge vorweisen – und darf deshalb nicht darauf hoffen, dass es in den ersten Monaten der nächsten Saison schon irgendwie auch ohne Timo Kastening klappen wird.

Die MT braucht auf Rechtsaußen auch bereits zu Beginn der kommenden Serie einen Spieler mit Erfahrung – und die besitzt Tobias Reichmann wie kaum ein Zweiter. In kritischen Situationen übernimmt er immer Verantwortung. Und das gilt nicht nur für die Siebenmeter. Seine Sprunggewalt ist ohnehin hinlänglich bekannt.

Was aber noch viel wichtiger ist: Er hat nun schon einige Monate mit dem neuen Trainer gearbeitet – er kennt das System von Roberto Garcia Parrondo. (Björn Mahr)

Kontra: Gegen neuen Vertrag

Die MT setzt auf die Jugend. Besser gesagt auf Eigengewächse. Dieses Signal gaben die Melsunger erst vor Kurzem mit der Rückholaktion von Dimitri Ignatow und den Verträgen für Ben Beekmann bei den Profis sowie Julian Fuchs im erweiterten Kader. Ein schönes Zeichen, das aber mit einer Vertragsverlängerung für Tobias Reichmann relativiert werden würde.

Keine Frage, Reichmann verfügt über große Qualität. Aber Ignatow hat in Essen Erfahrung gesammelt. Fuchs ist derzeit ein Lichtblick, seine starken Aktionen gegen Göppingen wurden von den Fans lautstark bejubelt. Das zeigt: Auf eigene Talente zu setzen, ist gut für die Bindung zwischen Verein und Publikum.

Außerdem: Nach dem Comeback von Kastening hätte die MT dann ein Überangebot auf dieser Position – und vier Rechtsaußen auf der Gehaltsliste. (Manuel Kopp)

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