Trainer Michael Roth: Ein toller Kapitän

Melsungens Nenad Vuckovic beweist in der Schlussphase seine Klasse

Nenad Vuckovic
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Die Faust geballt: Melsungens Kapitän Nenad Vuckovic setzte beim Heimspiel gegen Balingen die Akzente.

Kassel. 50 Sekunden vor Ende hatte MT Melsungens Regisseur Patrik Fahlgren eine Idee. Seine Hoffnung, durch ein Zusammenspiel mit Kreisläufer Felix Danner eine gute Wurfposition zu erreichen und dabei zwei Verteidiger von HBW Balingen-Weilstetten zu überlisten, erfüllte sich jedoch nicht.

Also neuer Anlauf des nordhessischen Handball-Bundesligisten: Diesmal hatte Nenad Vuckovic einen Einfall. Fahlgren sollte sich Richtung Kreis bewegen, zusammen mit Danner eine doppelte Sperre stellen und dem Serben damit den Raum ermöglichen, damit dieser die berüchtigte 3:2:1-Abwehr der Württemberger überwinden kann. Und es gelang: So wie ein heißes Messer durch die Butter geht, so ging Vuckovic durch die Deckung und markierte Augenblicke vor Schluss den 24:22-Endstand.

„Gott sei dank hat das geklappt“, jubelte der Melsunger Spielführer. Dass er im wahrsten Sinne des Wortes alles klarmachte, war keine Überraschung. Sofern man aufmerksamer Beobachter der Begegnung war, denn der Routinier hatte sich mit drei verwandelten Siebenmetern zunächst das nötige Selbstvertrauen geholt, um in der letzten Viertelstunde wichtige Akzente aus dem gebundenen Spiel setzen zu können. Das Positionsspiel der Hausherren hatte an diesem Abend offenkundig so seine Probleme mit der äußerst aggressiven Deckungsformation der Gäste. „24 Tore von uns sind zu wenig“, räumte Vuckovic unumwunden ein.

Wobei die magere Ausbeute zwei Ursachen hatte: zum einen die schwache Chancenverwertung von den Außenpositionen, zum anderen die Defizite im Kombinationsspiel. „Uns fehlt ein bisschen das erforderliche Timing“, brachte es Fahlgren, der sich im zweiten Durchgang merklich steigerte, auf den Punkt. Was besonders bitter ist, wenn man gegen eine Mannschaft wie die aus Balingen trifft, die so weit herausrückt, dass man als Angreifer schnell festgemacht wird.

MT-Coach Michael Roth probierte für die Aufbaureihe ganz verschiedene Konstellationen aus. Nachdem etwa Philipp Müller und Jonathan Stenbäcken auf halblinks nicht wie gewünscht zum Zuge gekommen waren, durfte Vuckovic dort ran. Keine Rolle, die ihm sonderlich fremd ist, wurde der gelernte Mittelmann doch früher häufig im linken Rückraum aufgeboten. „Nenad war unglaublich durchschlagskräftig, er ist einfach ein toller Kapitän. Eine gute Entscheidung, ihn reinzunehmen“, klopfte sich Trainer Michael Roth mit einem Augenzwinkern verbal selbst auf die Schultern. Und dachte natürlich an Vuckovics begeisternde Entschlossenheit in der Schlussminute.

Von Björn Mahr

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