Demnächst sind sie auch privat gefordert

Die scheidenden MT-Torhüter Villadsen und Verkic stehen vor spannenden Wochen

Vor dem Abschied von der MT: Die Torleute René Villadsen (links) und Svetislav Verkic. Foto: Fischer

Kassel. Ob sie in der Partie am Mittwoch ab 19 Uhr beim Bergischen HC oder in einem der weiteren Saisonspiele noch Einsatzzeiten bekommen werden, lässt sich schwer sagen.

Aber selbst wenn René Villadsen und Svetislav Verkic nur von der Bank aus zuschauen dürfen, wäre dies für die beiden Torhüter des Handball-Bundesligisten MT Melsungen kein Problem. Denn das hieße: Ihr Team kann sich mal wieder auf die Nummer eins Johan Sjöstrand verlassen. Allein das zählt. 

Beim letzten Heimspiel dieser Serie am Pfingstsonntag ab 15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den SC DHfK Leipzig werden Villadsen und Verkic zumindest nach der Schlusssirene noch einmal in den Blickpunkt rücken. Dann werden der Däne und der Serbe von der Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke sowie Manager Axel Geerken verabschiedet.

Auch wenn sie zumeist im Schatten des schwedischen Weltklasse-Schlussmanns standen, so hatten auch sie lichte Momente. Wir blicken auf die beiden Akteure.

René Villadsen

Der Hüne kam 2015 vom ThSV Eisenach. Bei den Thüringern war er gesetzt, in Melsungen Reservist. „Ich habe mich mit der Rolle als zweiter Mann schwer getan. Ich musste erst den Rhythmus finden“, räumt Villadsen ein. Dass er mehr drauf hat, als er bisweilen gezeigt hat, wurde beispielsweise bei der Partie in diesem April in Minden deutlich, wo er seine Mannschaft mit Klasse-Paraden in Reihe zum 28:21-Sieg führte.

Im Sommer kehrt er in seine Heimat zurück. In Aarhus unterschrieb der 31-Jährige einen Vier-Jahres-Vertrag. „Ich habe bei der MT viel gelernt, das ist das Rüstzeug für meine nächsten Jahre“, bilanziert der Zwei-Meter-Mann.

Wie emotional der kommende Sonntag wird, kann er sich gut ausmalen. Als er in Eisenach ging, wurden noch sieben weitere Spieler verabschiedet: „Und der Zusammenhalt bei der MT ist mindestens genauso gut wie beim ThSV.“

Seinen Abgang sieht er mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge. Denn zukünftig werden er sowie seine Frau Belinda und Sohn Valdemar, die schon in Dänemark sind, noch näher an Familie und Verwandten sein. Zudem bekommt Valdemar in Kürze ein Brüderchen: Arthur. Mitte Juni ist Termin für die Geburt – kurz nach dem letzten MT-Saisonspiel bei den Rhein-Neckar Löwen.

Svetislav Verkic

Während Villadsen weiß, wo er demnächst zwischen den Pfosten steht, ist die Zukunft des Serben noch unsicher. Dem 35-jährigen Verkic lagen schon Angebote aus Island, Norwegen, Rumänien und Portugal vor. Er möchte aber gern in Deutschland bleiben – auch wegen seiner Frau Bozana und den Kindern. Tochter Leena besucht die Schule in Malsfeld, Sohn Marko geht hier in den Kindergarten.

„Ich kann auf jeden Fall noch vier weitere Jahre im Tor stehen. Mir ist es egal, ob es ein Verein aus der ersten, zweiten oder dritten Liga ist“, ist Verkic überzeugt. Die Zeit drängt. Als Nicht-EU-Ausländer müsste er Deutschland im Juli verlassen, wenn er keinen Torwart-Job findet. Er ist noch nicht lange genug hier tätig gewesen, um eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu besitzen.

Der MT ist er dankbar dafür, dass sie ihn zu Beginn dieser Runde für den damals verletzten Sjöstrand verpflichtete und seinen zunächst bis zum Dezember geltenden Vertrag dann noch bis Rundenende verlängerte. „Ich war von Anfang an zufrieden hier: gute Spieler, guter Trainer“, betont der Routinier. Vor allem beim 33:30-Heimerfolg im März gegen Hannover-Burgdorf erwies er sich in der entscheidenden Phase als großer Rückhalt. Ob er noch einmal zum Helden werden kann, wird sich in den nächsten drei Partien zeigen.

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