Melsunger Handballer bewahren gegen Balingen die Ruhe 

Spiel der MT gegen Balingen bestätigt Aufwärtstrend der Melsunger

Sport Lokal Handball Bundesliga MT Melsungen - HBW Balingen- Weilstetten Jeffrey Boomhouwer Foto: Schachtschneider

Kassel. Fast die gesamten 60 Minuten tat er das, was er auch bei anderen Handball-Spielen der Melsunger tut. MT-Trainer Michael Roth schimpfte, er gestikulierte, er spendete Beifall, wenn seine Spieler beim 30:22-Erfolg in der Bundesliga-Partie gegen HBW Balingen-Weilstetten etwas besonders gut gemacht haben – alles im Stehen.

In der 39. Minute nahm Roth allerdings – vollkommen ungewohnt – für einige Augenblicke auf der Bank Platz. Zum zweiten Mal nach der Pause hatten die Schiedsrichter ein vermeintliches Stürmerfoul der Gäste nicht als solches gewertet, und die Hausherren der Chance beraubt, sich vorentscheidend abzusetzen. Spätestens dann war auch dem letzten Fan unter den 3196 Zuschauern klar, welcher Druck auf dem Coach und seinen Schützlingen lastete.

„Wir sind aber als Mannschaft zusammengeblieben und nicht in Hektik verfallen“, stellte Roth erfreut fest. Wer sein Team noch eine Woche zuvor bei der Derbypleite in Wetzlar erlebt hatte, der wusste, wie bemerkenswert diese Erkenntnis an diesem Abend war. „Jetzt können wir uns wirklich auf Finnland freuen“, erklärte Kapitän Michael Müller mit Blick auf das Europapokal-Gruppenspiel am Sonntag ab 15 Uhr bei Riihimäki Cocks.

Das blieb vom Bundesliga-Abend in der Kasseler Rothenbach-Halle in Erinnerung:

• Die Leidenschaft bei der Abwehrarbeit: Genauso wie gegen Benfica Lissabon kassierte die MT nur 22 Gegentreffer – das war so ganz nach dem Geschmack von Trainer Roth. Spektakulär beispielsweise, wie 110-Kilo-Mann Timm Schneider in der 41. Minute den eher schmächtigen HBW-Spielmacher Felix König mit fairen Mitteln stoppte und ihn danach förmlich unter sich begrub. Selbst als die Süddeutschen den Torwart für einen weiteren Angreifer vom Feld nahmen. passierte in der Offensive der Balinger wenig. „Wir haben in der zweiten Hälfte bei sechs gegen sieben spitzenmäßig verteidigt“, befand Schneider. Philipp Müller und Youngster Johannes Golla gaben im Zentrum keinen Zentimeter preis.

• Die mitreißenden Aktionen des Jeffrey Boomhouwer: Zweimal, zum 12:11 und 18:16, traf der Niederländer ins leere Gäste-Tor. „Das waren Nackenschläge für den Gegner“, erläuterte Schneider. Für die Melsunger waren es Signale an die eigenen Anhänger, weiter die Mannschaft kräftig anzufeuern. Boomhouwers Glanzstück war sein Tor zum 13:12, vor dem er die komplette rechte Abwehrseite der Balinger genarrt hatte.

• Die Bestätigung des Aufwärtstrends: In der ersten Hälfte wackelte die Melsunger Mannschaft im Angriff etwas. „Wir haben einige Hundertprozentige liegen lassen und uns selbst in die Bredouille gebracht“, sagte Michael Müller. Insgesamt erinnerte die Offensivleistung der MT aber mehr an den Erfolg gegen Lissabon als an die Niederlage in Wetzlar. Rechtsaußen Johannes Sellin war wieder ein zuverlässiger Siebenmeterschütze und verteidigte Platz eins in der Torschützenliste. „Wir haben die nötige Ruhe ins Spiel bekommen“, analysierte Patrik Fahlgren treffend. Der Schwede hatte sich nach seiner Einwechslung zur Pause mit dem Tor zum 11:11 gleich gut eingefügt. „Bei einigen Spielern“, lobte Roth, „hat die Formkurve nach oben gezeigt.“

• Die Paraden der Nummer eins: Als die Melsunger im ersten Durchgang Probleme hatten, hielt Johan Sjöstrand sein Team im Spiel. Letztlich entschied er das Duell der schwedischen Torleute gegen Peter Johannesson mit 16 gegenüber neun Paraden klar zu seinen Gunsten.

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